Midterms 2026: Demokraten erobern Senat und Repräsentantenhaus
Das Wichtigste in Kürze
Die Demokraten haben bei den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026 nach Hochrechnungen die Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus gewonnen.
Im Senat kommen sie auf mindestens 51 der 100 Sitze; sie nahmen den Republikanern Sitze in mindestens sechs Bundesstaaten ab, darunter Texas, Kansas und Ohio.
Für das Repräsentantenhaus sehen die US-Sender CNN, NBC und Fox News die Demokraten bei der absoluten Mehrheit von mindestens 218 der 435 Sitze.
Präsident Donald Trump gratulierte den Demokraten und will das Ergebnis anerkennen, sieht sich aber nicht in der Verantwortung.
Die Republikaner von US-Präsident Donald Trump haben bei den Midterms 2026 ihre Mehrheiten im Kongress verloren. Nach Hochrechnungen vom Mittwochmorgen, 4. November 2026, übernehmen die Demokraten die Kontrolle über beide Kammern, den Senat und das Repräsentantenhaus. Für Trump bedeutet das, dass er für die verbleibenden zwei Jahre seiner Amtszeit auf die Zustimmung der Opposition angewiesen ist, wenn er Gesetze oder einen Haushalt durchbringen will.
Vor der Wahl hatten die Republikaner im Repräsentantenhaus 218 Sitze, die Demokraten 214; ein Sitz war unabhängig, zwei waren unbesetzt. Im Senat stellten die Republikaner 53 der 100 Senatoren.
Wie haben die Demokraten den Senat gewonnen?
Im Senat wurden 35 der 100 Sitze neu vergeben. Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) erklärte die Kammer in der Wahlnacht für die Demokraten gewonnen, nachdem Josh Turek in Iowa die Republikanerin Ashley Hinson geschlagen hatte. Gegen 5.40 Uhr deutscher Zeit hatten die Demokraten nach Zählung des ZDF die für die Mehrheit nötigen 51 Sitze erreicht. Den Republikanern nahmen sie nach übereinstimmenden Berichten diese Sitze ab:
North Carolina: Roy Cooper gegen Michael Whatley, der erste Wechsel der Wahlnacht
South Carolina: Annie Andrews gegen Darline Graham, der erste demokratische Senatssieg dort seit mehr als 20 Jahren
Ohio: Sherrod Brown gegen Senator Jon Husted bei einer Nachwahl
Kansas: Adam Hamilton gegen den von Trump unterstützten Senator Roger Marshall, der erste demokratische Sieg dort seit 1932
Texas: James Talarico gegen Ken Paxton, der erste demokratische Senatssieg dort seit mehr als 30 Jahren
Iowa: Josh Turek gegen Ashley Hinson
Ihre Sitze verteidigten unter anderem die Demokraten Jon Ossoff in Georgia, Mark Warner in Virginia und Chris Pappas in New Hampshire. Die Republikaner hielten unter anderem Florida mit Ashley Moody sowie Kentucky, West Virginia und Wyoming.
Wie sieht es im Repräsentantenhaus aus?
Im Repräsentantenhaus standen alle 435 Sitze zur Wahl. Die Sender CNN, NBC und Fox News sehen die Demokraten bei mindestens 218 Sitzen, also der absoluten Mehrheit. Die endgültige Sitzverteilung steht noch nicht fest. Nach der Zählung des ZDF waren am frühen Mittwochmorgen, gegen 6.30 Uhr deutscher Zeit, 300 der 435 Rennen entschieden; davon gingen 190 an die Demokraten und 110 an die Republikaner. Die Auszählung kann in einzelnen Wahlkreisen noch Tage dauern.
Als wahrscheinlicher neuer Sprecher des Repräsentantenhauses gilt der demokratische Fraktionschef Hakeem Jeffries. Er wäre der erste Schwarze in diesem Amt. Der neue Kongress tritt Anfang Januar 2027 zusammen und wählt dann den Sprecher.
Gouverneure: Demokraten gewinnen Texas, Iowa und Georgia
Neben dem Kongress wurden in 36 Bundesstaaten Gouverneure gewählt. In Texas setzte sich nach Hochrechnungen die Demokratin Gina Hinojosa gegen Amtsinhaber Greg Abbott durch; damit endet eine republikanische Serie, die bis 1995 zurückreicht. In Iowa gewann der Demokrat Rob Sand gegen Zach Lahn. In Georgia wird Keisha Lance Bottoms die erste Schwarze Gouverneurin des Bundesstaats. In Florida gewann der Republikaner Byron Donalds.
Wie reagiert Donald Trump?
Trump kündigte an, die Ergebnisse anzuerkennen. Der New York Times sagte er: „Wir werden mit den Demokraten zusammenarbeiten.“ Dem Sender Fox News sagte er nach Angaben des ZDF, die Demokraten „haben gute Arbeit geleistet“. Eine persönliche Niederlage sieht er darin nicht: „Ich stand nicht auf dem Wahlzettel.“ Auf Truth Social schrieb er laut ZDF, wäre er angetreten, hätte es einen Erdrutschsieg gegeben, und machte Fox News für die Verluste der Republikaner mitverantwortlich. Zudem veröffentlichte er dort das Bild einer roten Mütze mit der Aufschrift „Veto“.
Hakeem Jeffries kommentierte den Wahlausgang laut Tagesspiegel mit den Worten: „Amerika ist zurück!“
Als Gründe für das Ergebnis nennen Analysten die Wirtschaftslage und die hohen Lebenshaltungskosten, auch als Folge des Iran-Kriegs.
Was bedeutet die neue Mehrheit für Trump?
Mit der Mehrheit in beiden Kammern können die Demokraten Gesetzesvorhaben der Regierung blockieren und Trumps Haushaltspläne aufhalten. Im Senat entscheiden sie künftig mit über Kandidaten für Regierungsämter, Botschafterposten und Richterstellen. Zudem können sie Untersuchungen einleiten, etwa zu Korruptionsvorwürfen.
Häufige Fragen
Wer hat die Midterms 2026 gewonnen?
Nach Hochrechnungen vom 4. November 2026 haben die Demokraten die Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus gewonnen. Im Senat kommen sie auf mindestens 51 der 100 Sitze. Die endgültigen Ergebnisse stehen in einzelnen Wahlkreisen noch aus.
Wann tritt der neue Kongress zusammen?
Der neu gewählte Kongress kommt Anfang Januar 2027 zusammen. Dann wählt das Repräsentantenhaus auch seinen Sprecher.
Was offen ist
Offen sind die genaue Sitzverteilung in beiden Kammern und der Ausgang knapper Rennen, etwa um den Senatssitz in Michigan, wo der Demokrat Abdul El-Sayed laut ZDF nach ersten Zahlen vorn lag. In Georgia und Louisiana sind nach Angaben der Wirtschaftswoche Stichwahlen möglich. Wie Trump mit der neuen Mehrheit umgehen wird, ob er also stärker auf Vetos und Verordnungen setzt oder Kompromisse sucht, ist nicht absehbar.
Mehr zum US-Wahlkampf hören Sie im Podcast Servus USA.
Grundlage: ZDFheute-Liveblog und ZDF-Newsticker, Wirtschaftswoche, Tagesspiegel, 1&1-Liveblog und Forbes (mit AP-Projektionen), Stand 4. November 2026, 8 Uhr. Eigene Einordnung.
Titelbild: Das Kapitol in Washington, Sitz des US-Kongresses, Symbolbild – Louis Velazquez / Unsplash, Unsplash-Lizenz





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