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  • Tannhäuser: Opernhaus Nürnberg zeigt Wagner als Albtraum

    Mit Richard Wagners romantischer Oper hat am 10. Oktober 2026 die erste Opernpremiere der Saison begonnen. Es ist zugleich die letzte Spielzeit von Generalmusikdirektor Roland Böer. Das Wichtigste in Kürze Das Staatstheater Nürnberg hat am 10. Oktober 2026 Richard Wagners „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ im Opernhaus Nürnberg neu herausgebracht. Regie führt Barbora Horáková Joly, die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Roland Böer. Gespielt wird die Wiener Fassung von 1875, auf Deutsch mit deutschen und englischen Übertiteln. Bis zum 21. November 2026 stehen acht weitere Vorstellungen auf dem Spielplan. Die Saison 2026/27 ist Roland Böers letzte in Nürnberg. Sein Nachfolger Killian Farrell übernimmt zur Saison 2027/28. Das Staatstheater Nürnberg zeigt Richard Wagners „Tannhäuser“ in einer Neuinszenierung der Regisseurin Barbora Horáková Joly. Premiere war am Samstag, 10. Oktober 2026, im Opernhaus Nürnberg. Die Produktion unter der musikalischen Leitung von Roland Böer läuft bis zum 21. November 2026. Für die Staatsoper ist es die erste Opernpremiere der Spielzeit 2026/27. Worum geht es in Wagners „Tannhäuser“? Wagners romantische Oper erzählt von einem Sänger, der sich nicht zwischen zwei Welten entscheiden will. Auf der einen Seite steht der sinnliche Rausch im Venusberg, auf der anderen die Gemeinschaft der Minnesänger auf der Wartburg. Wagner verbindet darin antike Mythologie, die Sage vom Sängerkrieg und eine Heiligenlegende. Das Staatstheater Nürnberg beschreibt den Kern so: Ein Mensch sucht seinen Platz in der Gesellschaft und wird zwischen seinen Sehnsüchten zerrieben. Wagner hat das Werk mehrfach überarbeitet. Daraus entstanden verschiedene Fassungen. Nürnberg spielt die Wiener Fassung von 1875. Die Inszenierung von Barbora Horáková Joly Die Regisseurin legt den Akzent auf das Extreme. Die Nürnberger Nachrichten fassten ihren Ansatz vorab als „Tannhäuser extrem“ zusammen. In Horáková Jolys Deutung wird die Oper zum Albtraum. Der Venusberg liegt dabei zwischen Naturraum, Märchen und Albtraum, und zwar so, wie Tannhäuser ihn erinnert. Diese Erinnerung spielt in der Inszenierung eine zentrale Rolle. Das Bühnenbild stammt von Thilo Ullrich, die Kostüme von Annemarie Bulla. Sergio Verde verantwortet das Video, Thomas Schlegel das Licht. Dramaturgin ist Wiebke Hetmanek, die Choreinstudierung liegt bei Chordirektor Tarmo Vaask. Besetzung der Premiere Tannhäuser: Bryan Register Elisabeth: Emily Newton Venus: Anna Lapkovskaja Wolfram von Eschenbach: Samuel Hasselhorn Hermann, Landgraf von Thüringen: Seokjun Kim Walter von der Vogelweide: Martin Platz Biterolf: Wonyong Kang Reinmar von Zweter: Nicolai Karnolsky Ein junger Hirt: Veronika Loy Es spielt die Staatsphilharmonie Nürnberg. In einzelnen Vorstellungen übernimmt Jochen Kupfer die Partie des Wolfram, so am 18. und 25. Oktober. Am 18. Oktober singt Sergei Nikolaev den Walter von der Vogelweide. Wann läuft „Tannhäuser“ im Opernhaus Nürnberg? Nach der Premiere stehen acht weitere Termine im Spielplan des Opernhauses Nürnberg (Stand: 11. Oktober 2026): Sonntag, 18. Oktober 2026, 15.30 Uhr Sonntag, 25. Oktober 2026, 17.00 Uhr Donnerstag, 29. Oktober 2026, 18.00 Uhr Mittwoch, 4. November 2026, 18.00 Uhr Sonntag, 8. November 2026, 17.00 Uhr Dienstag, 10. November 2026, 18.00 Uhr Samstag, 14. November 2026, 18.00 Uhr Samstag, 21. November 2026, 18.00 Uhr Ein Abend dauert rund vier Stunden. Die Premiere lief von 18 bis 22 Uhr. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung. Roland Böers letzte Saison in Nürnberg Mit „Tannhäuser“ dirigiert Roland Böer eine große Wagner-Produktion in seiner Abschiedssaison. Böer ist seit der Spielzeit 2023/24 Generalmusikdirektor des Staatstheaters Nürnberg und Chefdirigent der Staatsphilharmonie Nürnberg. Mit dem Ende der Saison 2026/27 verlässt er das Haus. Sein Nachfolger ist der irische Dirigent Killian Farrell, derzeit Generalmusikdirektor am Staatstheater Meiningen. Er beginnt zur Saison 2027/28. Farrell fällt damit in die Übergangsphase des Hauses: Für 2028 ist der Umzug in die neue Spielstätte in der Kongresshalle geplant. Nach eigenen Angaben bietet das Staatstheater Nürnberg in der Saison 2026/27 mehr als 30 Premieren und fast 80 Konzerte. Es bezeichnet sich als Bayerns größtes Mehrspartentheater. Einordnung: Wagner in Nürnberg Die Stadt hat eine besondere Beziehung zu Wagner, nicht nur wegen der „Meistersinger von Nürnberg“. Eine frühere Nürnberger „Tannhäuser“-Produktion hatte im Oktober 1990 Premiere. Sie wurde von Christian Thielemann dirigiert, die Titelpartie sang Karl-Heinz Thiemann. Die neue Produktion fällt in eine Umbruchzeit. Der Generalmusikdirektor wechselt, und das Opernhaus bereitet den Umzug in die Kongresshalle vor. Ob Horáková Jolys Albtraum-Lesart beim Nürnberger Publikum trägt, zeigen die kommenden Vorstellungen. Häufige Fragen Wann läuft „Tannhäuser“ in Nürnberg? Das Staatstheater Nürnberg spielt Richard Wagners „Tannhäuser“ nach der Premiere vom 10. Oktober 2026 an acht weiteren Terminen im Opernhaus Nürnberg. Die letzte Vorstellung ist am 21. November 2026 (Stand: 11. Oktober 2026). Wie lange dauert „Tannhäuser“ im Opernhaus Nürnberg? Eine Vorstellung dauert rund vier Stunden, die Premiere lief von 18 bis 22 Uhr. Eine Werkeinführung beginnt jeweils 30 Minuten vor der Vorstellung. Wo gibt es Karten für das Opernhaus Nürnberg? Karten verkauft das Staatstheater Nürnberg über seinen Ticketservice. Ist ein Termin ausverkauft, können Sie sich auf eine Warteliste setzen lassen. Welche Fassung von „Tannhäuser“ spielt Nürnberg? Das Staatstheater Nürnberg spielt die Wiener Fassung von 1875, auf Deutsch mit deutschen und englischen Übertiteln. Bildnachweis: Christine Dierenbach / Stadt Nürnberg Transparenzhinweis: Die Redaktion hat die Premiere nicht besucht. Dieser Beitrag ist keine Kritik. Termine und Besetzungen stammen vom Staatstheater Nürnberg und von Konzertportalen, Stand 11. Oktober 2026. Kurzfristige Umbesetzungen sind möglich.

  • Friedensnobelpreis 2026: Navi Pillay erfährt von Ehrung in Nürnberg

    Das Wichtigste in Kürze Das norwegische Nobelkomitee hat am 9. Oktober 2026 in Oslo bekanntgegeben, dass die südafrikanische Juristin Navanethem „Navi“ Pillay den Friedensnobelpreis 2026 erhält. Das Komitee ehrt die 85-Jährige für ihren Einsatz für Frieden und Völkerrecht, insbesondere für die strafrechtliche Verfolgung von Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord. Pillay erfuhr von der Auszeichnung in Nürnberg. Sie war beim Nuremberg Forum 2026 der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien im Saal 600 des Justizpalasts. Israels Außenministerium kritisierte die Vergabe scharf. Pillay hatte eine UN-Untersuchungskommission geleitet, die Israel 2025 Völkermord im Gazastreifen vorwarf. Der Preis ist mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert und wird am 10. Dezember 2026 in Oslo überreicht. Der Friedensnobelpreis 2026 geht an die südafrikanische Juristin Navanethem „Navi“ Pillay. Das gab der Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, Jørgen Watne Frydnes, am Freitag, 9. Oktober 2026, in Oslo bekannt. Das Komitee würdigt die frühere Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte für ihren Einsatz für Frieden und Völkerrecht. Ausdrücklich hebt es hervor, dass schwerste internationale Verbrechen heute strafrechtlich verfolgt werden können. Die Nachricht erreichte Pillay in Nürnberg. Die 85-Jährige nahm am Nuremberg Forum 2026 teil, einer internationalen Fachkonferenz zum Völkerstrafrecht, die von der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien (IANP) veranstaltet wird. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur befand sie sich gerade im Saal 600 des Nürnberger Justizpalasts. In diesem Raum machten die Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg den führenden NS-Kriegsverbrechern den Prozess. Warum Navi Pillay den Friedensnobelpreis 2026 erhält Das Nobelkomitee begründete seine Entscheidung mit Pillays Mut und ihrer Integrität. Sie habe den Weg für eine umfassendere internationale Rechtsordnung geebnet. Das Völkerrecht, so das Komitee, sei keine bloße Ergänzung zu Frieden und Sicherheit mehr, sondern deren Voraussetzung. Zusammengefasst lautet die Botschaft des Komitees: „Frieden erfordert Gerechtigkeit.“ Zugleich warnte das Gremium vor einer Politik der Stärke, die gemeinsame internationale Regeln verdränge. Der Direktor des Friedensforschungsinstituts Oslo (PRIO), Haakon Gjerløw, nannte die Entscheidung „fundiert und zeitgemäß“. Für den Friedensnobelpreis 2026 waren 287 Kandidaten nominiert, darunter 208 Einzelpersonen und 79 Organisationen. Das Preisgeld liegt in diesem Jahr bei zwölf Millionen schwedischen Kronen, eine Million mehr als im Vorjahr. Den Friedensnobelpreis 2025 hatte die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado erhalten. Wer ist Navi Pillay? Navanethem Pillay wurde während der Apartheid in Durban geboren. 1967 eröffnete sie als erste nicht-weiße Frau in der damaligen Provinz Natal eine eigene Anwaltskanzlei. Als Anwältin verteidigte sie Gegner der Apartheid, darunter Nelson Mandela. 1973 setzte sie durch, dass politische Gefangene auf Robben Island Zugang zu Anwälten erhielten. Später wurde Pillay die erste nicht-weiße Richterin Südafrikas. International arbeitete sie zunächst als Richterin am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda, dessen Präsidentin sie wurde. Von 2003 bis 2008 war sie Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag, von 2008 bis 2014 Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte. Navi Pillay und Nürnberg: eine langjährige Verbindung Die Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien wurde 2014 von der Bundesrepublik Deutschland, dem Freistaat Bayern und der Stadt Nürnberg gegründet. Sie fördert das Völkerstrafrecht, also die strafrechtliche Verfolgung schwerster Verbrechen nach internationalem Recht, und bewahrt das Erbe der Nürnberger Prozesse. Laut Stadt Nürnberg hat Pillay die Gründung der Akademie von Anfang an unterstützt. Von 2017 bis 2025 war sie Präsidentin des Kuratoriums, heute ist sie dort weiterhin Mitglied. Auch darüber hinaus war Pillay mehrfach in der Region zu Gast. Im Mai 2022 nahm sie an der Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises an die Kasachin Sayragul Sauytbay im Nürnberger Opernhaus teil. 2017 und 2019 sprach sie zur Eröffnung des Masterstudiengangs Human Rights an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Oberbürgermeister Marcus König (CSU) gratulierte Pillay noch am Freitag persönlich bei der Tagung. „Wir sind stolz, dass Sie die wunderbare Nachricht in Nürnberg, der Stadt des Friedens und der Menschenrechte, erhalten haben“, sagte König laut Mitteilung der Stadt. Die Akademie habe ihren Sitz in Nürnberg, dem Geburtsort des modernen Völkerstrafrechts. „Ich hoffe, das ist kein Scherz“: Pillays erste Reaktion Nach eigener Schilderung holte Akademiedirektor Christoph Safferling Pillay aus einer laufenden Veranstaltung und bat sie, sich erst einmal zu setzen. Die Juristin reagierte ungläubig. „Als Juristin und Richterin möchte ich das noch überprüfen“, sagte sie laut Evangelischem Pressedienst. Als der Applaus im Saal anhielt, scherzte sie, sie werde den Preis womöglich mit Donald Trump teilen, wenn noch länger geklatscht werde. Der US-Präsident hatte wiederholt erklärt, er verdiene den Friedensnobelpreis. Die Auszeichnung nannte Pillay eine „wunderbare Überraschung“. Sie widmete den Preis den Überlebenden internationaler Verbrechen und den Verteidigern des Völkerrechts. Zugleich warnte sie: „Wir leben in einer Zeit, in der internationales Recht und Menschenrechte unter erheblichem politischem Angriff stehen.“ Besonders deutlich zeige sich diese Entwicklung an den Angriffen auf den Internationalen Strafgerichtshof. Scharfe Kritik aus Israel Die Vergabe ist nicht unumstritten. Pillay leitete zuletzt eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen, die Israel 2025 Völkermord im Gazastreifen vorwarf. Die israelische Regierung weist diesen Vorwurf entschieden zurück. Israels Außenministerium erklärte auf der Plattform X, das Nobelkomitee habe „die größte Lüge des 21. Jahrhunderts“ belohnt. Es warf Pillay vor, die politisch motivierte Dämonisierung Israels voranzutreiben, und zog in seiner Stellungnahme einen Vergleich zum NS-Propagandaminister Joseph Goebbels. Auch in deutschen Kommentaren wird darauf verwiesen, dass Pillays Kommissionsarbeit sie zum Ende ihrer Laufbahn zu einer umstrittenen Figur gemacht hat. Was der Preis für Nürnberg bedeutet Für Nürnberg hat die Entscheidung aus Oslo eine besondere Note. Das Nobelkomitee zeichnet eine Juristin aus, deren Arbeit unmittelbar an das anknüpft, was 1945 im Saal 600 begann: die Idee, dass auch Staatsführer für schwerste Verbrechen vor Gericht gestellt werden können. Die Stadt versteht sich als Stadt des Friedens und der Menschenrechte. Der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis ist nach Worten von Oberbürgermeister König Ausdruck dieses Selbstverständnisses. Pillay selbst kündigte an, ihre Arbeit für die Nürnberger Akademie nicht niederzulegen. Überreicht wird der Friedensnobelpreis am 10. Dezember 2026, dem Todestag Alfred Nobels, im Rathaus von Oslo. Ob Pillay vorher erneut in Nürnberg auftritt, ist bislang nicht bekannt. Häufige Fragen Wer erhält den Friedensnobelpreis 2026? Den Friedensnobelpreis 2026 erhält die südafrikanische Juristin Navanethem „Navi“ Pillay. Das norwegische Nobelkomitee gab die Entscheidung am 9. Oktober 2026 in Oslo bekannt. Geehrt wird sie für ihren Einsatz für Frieden und Völkerrecht. Wer ist Navi Pillay? Navanethem „Navi“ Pillay ist eine südafrikanische Juristin, geboren in Durban. Sie verteidigte Gegner der Apartheid, darunter Nelson Mandela, und war Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda. Von 2003 bis 2008 war sie Richterin am Internationalen Strafgerichtshof, von 2008 bis 2014 UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. Wie viele Nominierungen gab es für den Friedensnobelpreis 2026? Für den Friedensnobelpreis 2026 lagen dem norwegischen Nobelkomitee 287 Nominierungen vor. Darunter waren 208 Einzelpersonen und 79 Organisationen. Die Namen der Nominierten hält das Komitee traditionell geheim. Was ist die Akademie Nürnberger Prinzipien? Die Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien ist eine Stiftung mit Sitz in Nürnberg, gegründet 2014 von Bund, Freistaat Bayern und Stadt Nürnberg. Sie fördert das Völkerstrafrecht und die Menschenrechte und bewahrt das Erbe der Nürnberger Prozesse. Friedensnobelpreisträgerin Navi Pillay war von 2017 bis 2025 Präsidentin ihres Kuratoriums. Grundlage: Bekanntgabe des norwegischen Nobelkomitees vom 9. Oktober 2026 nach Berichten von dpa, epd, taz, SRF und Vatican News; Pressemitteilung der Stadt Nürnberg vom 9. Oktober 2026; Angaben der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien und der FAU Erlangen-Nürnberg. Eigene Einordnung. Bildnachweis: Stadt Nürnberg

  • Glasfaser: Nürnberg liegt unter dem Bundesschnitt

    Das Wichtigste in Kürze In Nürnberg können 41,23 Prozent der Privathaushalte und 42,75 Prozent der Unternehmen einen Glasfaseranschluss bis ins Gebäude oder in die Wohnung bekommen (Stand Dezember 2025). Bundesweit liegt dieser Wert bei 48,91 Prozent der Haushalte, in Bayern bei 39,98 Prozent. Die Zahlen stammen aus dem Breitbandatlas der Bundesnetzagentur; die Stadt Nürnberg hat sie auf Anfrage von The Nuremberg Times genannt, eigene Daten hat sie nicht. Den Ausbau übernehmen private Unternehmen nach eigenen Wirtschaftlichkeitsrechnungen, öffentliche Förderung kommt erst danach in Betracht. Glasfaser in Nürnberg erreicht bislang 41,23 Prozent der Privathaushalte: So viele können einen Anschluss bis ins Gebäude oder in die Wohnung bekommen. Das geht aus Zahlen des Breitbandatlas der Bundesnetzagentur mit Stand Dezember 2025 hervor, die die Stadt Nürnberg am 8. Oktober 2026 auf Anfrage von The Nuremberg Times genannt hat. Bundesweit liegt der Wert bei 48,91 Prozent. Nürnberg liegt damit rund 7,7 Prozentpunkte darunter. Bei Unternehmen ist das Bild ähnlich: In Nürnberg ist Glasfaser für 42,75 Prozent verfügbar, bundesweit für 51,32 Prozent. Die Anfrage stand im Zusammenhang mit unserer Einordnung zum Smart City Index 2026, in dem Nürnberg insgesamt Platz 4 erreicht, in der Kategorie IT und Kommunikation aber nur Rang 14. Glasfaser in Nürnberg: die Zahlen im Vergleich Gebiet Privathaushalte Unternehmen Nürnberg 41,23 % 42,75 % Bayern 39,98 % 43,69 % Deutschland 48,91 % 51,32 % Quelle: Breitbandatlas der Bundesnetzagentur, Stand Dezember 2025, laut Angaben der Stadt Nürnberg. Bei den Haushalten liegt Nürnberg damit leicht über dem bayerischen Wert, bei den Unternehmen leicht darunter. Gezählt werden Anschlüsse nach FTTB und FTTH. Bei FTTB („Fiber to the Building“) reicht die Glasfaser bis in den Gebäudekeller, im Haus läuft die Verbindung dann etwa über Kupferleitungen, Netzwerkkabel oder Funk. Bei FTTH („Fiber to the Home“) liegt die Glasfaser bis in die Wohnung oder die Betriebsräume. Beides gilt laut Stadt allgemein als Glasfaseranschluss. Warum die Stadt den Glasfaserausbau kaum steuern kann Der Glasfaserausbau ist keine Aufgabe der Stadt. „Da es sich beim Glasfaserausbau nicht um eine kommunale Aufgabe handelt, liegen der Stadt Nürnberg auch keine eigenen Daten über den Versorgungsgrad vor“, schreibt das Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation der Stadt Nürnberg. Den Ausbau treiben nach Angaben der Stadt mehrere Unternehmen voran. Wie schnell sie bauen und welche Stadtteile sie zuerst erschließen, richtet sich nach ihren eigenen Wirtschaftlichkeitsrechnungen. Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum der Stadt nennt auf seiner Internetseite unter anderem die Deutsche Telekom, Vodafone, OXG, 1&1 Versatel und Gasline sowie kleinere Unternehmen. Die Stadt unterstützt die Unternehmen nach eigener Darstellung im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten, vor allem bei Genehmigungsverfahren. Öffentliche Fördermittel spielen vorerst keine Rolle. Nach dem Subsidiaritätsprinzip haben privates Engagement und Eigenmittel im Haushalts- und Zuwendungsrecht Vorrang. Förderung kann laut Stadt erst geprüft werden, wenn der eigenwirtschaftliche Ausbau abgeschlossen ist, und nur für Gebiete, die dann noch nicht mit Glasfaser erschlossen sind. Die Wirtschaftsförderung im Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat stehe dazu in Austausch mit den Telekommunikationsunternehmen und prüfe regelmäßig Förderoptionen. Was der Smart City Index zur Glasfaser zeigt Im Smart City Index 2026 des Digitalverbands Bitkom hat sich Nürnberg in der Kategorie IT und Kommunikation um 23 Plätze auf Rang 14 verbessert. Als einen Grund nennt die Stadt bessere Werte bei Glasfaser. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist Hamburg, vor allem wegen einer Glasfaserverfügbarkeit von 80 Prozent; der Durchschnitt der Großstädte liegt laut Bitkom bei 46 Prozent. Ob Bitkom dieselbe Abgrenzung und denselben Stand verwendet wie der Breitbandatlas, geht aus den veröffentlichten Unterlagen nicht hervor. Die Werte lassen sich deshalb nicht direkt gegenüberstellen. Auch Digitalprojekte der Stadt stehen auf dem Prüfstand In ihrer Antwort äußert sich die Stadt auch zur Haushaltslage. Bei der Konsolidierung für 2027 werden grundsätzlich alle Ausgaben und Vorhaben geprüft, auch Digitalisierungsprojekte. „Eine generelle Ausnahme für Digitalisierungsvorhaben gibt es daher nicht. Die Bewertung erfolgt im jeweiligen Einzelfall“, schreibt das Amt. Vorrang sollen Projekte haben, die Prozesse vereinfachen, Beschäftigte entlasten oder Leistungen effizienter machen, etwa Prozessautomatisierung und der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Sachbearbeitung. Eine pauschale Einsparvorgabe für die Digitalisierung gibt es laut Stadt nicht. Welche Vorhaben konkret betroffen sind, nannte das Amt nicht. Haushalt und Konsolidierungskonzept sollen im November beschlossen werden. Wo es Informationen zur Glasfaserversorgung gibt Als zentrale Informationsquelle zur Breitbandversorgung nennt die Stadt den Breitbandatlas der Bundesnetzagentur. Er wird nach Angaben der Stadt regelmäßig aktualisiert und steht kostenfrei zur Verfügung. Ob in der eigenen Straße gerade Glasfaser verlegt wird, lässt sich laut Servicebetrieb Öffentlicher Raum an der städtischen Baustellenliste erkennen: Der Vermerk „Fernmeldekabel“ deutet in vielen Fällen auf Glasfaserarbeiten hin. Grundlage: Antwort des Amts für Digitalisierung und Prozessorganisation der Stadt Nürnberg vom 8. Oktober 2026 auf eine Presseanfrage der Redaktion vom 5. Oktober 2026 (Glasfaserwerte laut Breitbandatlas der Bundesnetzagentur, Stand Dezember 2025); Internetseite „Glasfaser-Ausbau in Nürnberg“ des Servicebetriebs Öffentlicher Raum; Presseinformation und Präsentation des Bitkom e. V. zum Smart City Index 2026 vom 8. September 2026; Pressemitteilung der Stadt Nürnberg Nr. 956 vom 8. September 2026. Stand: 8. Oktober 2026. Titelbild: Denny Müller / Unsplash

  • Smart City Index: Was Nürnbergs Platz 4 im Weltvergleich bedeutet

    Aktualisiert am 8. Oktober 2026: ergänzt um die Antwort der Stadt Nürnberg auf unsere Presseanfrage zu Digitalisierung, Haushalt und Glasfaser. Das Wichtigste in Kürze Nürnberg liegt im Smart City Index 2026 des Digitalverbands Bitkom mit 91,3 von 100 Punkten auf Platz 4 unter 83 deutschen Großstädten, vier Plätze besser als im Vorjahr. Die Platzierung stützt sich vor allem auf die Verwaltung, in der Nürnberg gemeinsam mit Krefeld die volle Punktzahl erreicht. Der Index bewertet vorhandene digitale Angebote und Infrastruktur; rund 75 Prozent der Daten stammen aus quellenbelegten Selbstauskünften der Städte, Angaben zur Nutzung enthält das Ranking nicht. Das Niveau steigt bundesweit: Für die Top 10 waren 2026 mindestens 85,5 Punkte nötig, 2023 reichten 76,6. Im weltweiten Ranking des IMD, das Einwohner von 148 Städten befragt, ist Nürnberg nicht vertreten; beste deutsche Stadt ist Hamburg auf Platz 15, an der Spitze stehen Zürich, Oslo und Genf. Auch Digitalisierungsvorhaben stehen bei der Haushaltskonsolidierung auf dem Prüfstand, die im November beschlossen werden soll; Vorrang sollen laut Stadt Projekte haben, die Prozesse automatisieren und die Verwaltung entlasten. Nürnbergs Platz 4 im Smart City Index 2026 ist vor allem eine Auszeichnung für die Stadtverwaltung. Dort erreicht die Stadt die volle Punktzahl, in den übrigen Kategorien liegt sie zwischen Rang 4 und Rang 14. Wie häufig Bürgerinnen und Bürger die digitalen Angebote tatsächlich nutzen, bildet das Ranking dagegen nicht ab. Der Digitalverband Bitkom hat den Index am 8. September veröffentlicht. Nürnberg kam auf 91,3 von 100 Punkten und liegt damit hinter Stuttgart (92,8), München (92,0) und Hamburg (91,5). Laut Stadt Nürnberg steht sie zum fünften Mal in Folge in den Top 10. Vier Wochen später lohnt ein zweiter Blick, aus zwei Gründen. Ein internationaler Vergleich zeigt, dass „smart“ je nach Ranking etwas anderes bedeutet. Und mit dem Haushaltsentwurf 2027 steht in Nürnberg inzwischen jede Ausgabe auf dem Prüfstand. Digitalisierungsvorhaben sind davon nicht ausgenommen, wie die Stadt auf Anfrage mitteilte. Was Platz 4 im Smart City Index bedeutet An der Spitze liegen die Städte eng beieinander. Zwischen Nürnberg und dem Erstplatzierten Stuttgart liegen 1,5 Punkte, zwischen Platz 1 und Platz 3 nach Bitkom-Angaben 1,3 Punkte. Kleine Veränderungen in einzelnen Indikatoren können die Reihenfolge deshalb bereits verschieben. Zugleich steigt das Niveau insgesamt. Für einen Platz unter den besten zehn waren 2026 mindestens 85,5 Punkte nötig, im Vorjahr 84,7 und 2023 noch 76,6. Der Durchschnitt aller Großstädte stieg von 70,8 auf 73,8 Punkte. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst beschreibt die Folge so: „Wer ein Jahr nur ein bisschen auf die Bremse tritt, verliert.“ Städte, die zurückfielen, seien in der Regel nicht weniger digital als vorher, die anderen seien an ihnen vorbeigezogen. Einordnend heißt das: Eine gute Platzierung beschreibt nach dieser Logik einen relativen Vorsprung, keinen erreichten Endzustand. Nürnberg in allen fünf Kategorien Kategorie Punkte Rang Veränderung Gesamt 91,3 4 +4 Verwaltung 100 1 (mit Krefeld) Spitze gehalten IT und Kommunikation 85,8 14 +23 Energie und Umwelt 83,5 4 +14 Mobilität 93,0 10 +10 Gesellschaft und Bildung 94,4 11 nicht ausgewiesen Den Sprung bei IT und Kommunikation führt die Stadt auf bessere Werte bei Glasfaser, LPWAN und Geoportal zurück. LPWAN steht für energiesparende Funknetze, über die sich viele Sensoren vernetzen lassen. Bei Energie und Umwelt nennt die Stadt intelligente Straßenbeleuchtung, digitale Wärmeplanung und digitale Energielösungen, bei der Mobilität Lösungen für die Logistik auf der letzten Meile, Multimodalität und Sharing-Angebote. Die Verwaltung als Nürnbergs Stärke Für die volle Punktzahl in der Verwaltung nennt Bitkom unter anderem einen KI-Chatbot, das digitale Angebot aller abgefragten Verwaltungsleistungen sowie intern die elektronische Akte und einen KI-Assistenten. Die Stadt hatte im Januar bilanziert, dass sie mehr als 1.700 digitale Verwaltungsangebote bereithält und seit 2020 mehr als 3,4 Millionen Anträge online eingegangen sind. Zu den KI-Anwendungen zählt sie den Chatbot „Nurbis“ für Fragen zu Sozialleistungen und das Assistenzsystem „Wohni“, das Wohngeldanträge automatisiert prüft. Olaf Kuch (CSU), Referent für Personal, Organisation, Sicherheit und Bürgerservice, sieht darin eine Bestätigung: „Der erneut erreichte 1. Platz in der Kategorie ‚Verwaltung‘ bestätigt unseren Weg, die Stadtverwaltung leistungsfähig und zukunftssicher aufzustellen“, erklärte er in der Mitteilung der Stadt vom 8. September. Die Höchstwertung heißt allerdings nicht, dass jeder Behördengang online möglich ist. Kuch hatte im Januar laut t-online darauf verwiesen, dass etwa für Personalausweis und Reisepass weiterhin ein persönlicher Termin nötig ist und die Stadt technisch oft mehr könnte, als gesetzlich erlaubt sei. Was das Bitkom-Ranking nicht misst Bitkom hat für den Index alle 83 deutschen Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern untersucht. Fünf Kategorien fächern sich in 39 Indikatoren und 174 Parameter auf, insgesamt wurden 14.442 Datenpunkte ausgewertet. Rund 75 Prozent der Daten stammen laut Bitkom aus Selbstauskünften der Städte, die mit Quellen belegt und vom Verband anschließend überprüft und validiert wurden. Bewertet wird damit, welche digitalen Angebote, Infrastrukturen und Projekte eine Stadt vorweisen kann. Wie oft die Angebote genutzt werden, wie lange Bearbeitungen dauern oder wie zufrieden Nutzerinnen und Nutzer sind, geht aus dem veröffentlichten Ranking nicht hervor. Unterstützt wird der Index von Visa, Bentley Systems und PwC Deutschland. Das Beispiel Krefeld zeigt außerdem, dass eine Spitzenverwaltung allein für eine vordere Gesamtplatzierung nicht reicht. Krefeld erreicht in der Verwaltung ebenfalls 100 Punkte, landet insgesamt aber auf Rang 45. Spitzenreiter Stuttgart liegt dagegen als einzige der 83 Städte in allen fünf Kategorien unter den besten zehn. Wo Nürnberg Abstand zur Spitze hat Am schwächsten schneidet Nürnberg bei IT und Kommunikation ab, mit Rang 14 trotz des Sprungs um 23 Plätze. Diese Kategorie führt Hamburg mit 96,0 Punkten an, vor allem wegen einer Glasfaserverfügbarkeit von 80 Prozent, wie Bitkom angibt; der Durchschnitt der Großstädte liegt bei 46 Prozent. Eigene Daten zur Glasfaserversorgung hat die Stadt Nürnberg nach eigener Auskunft nicht, weil der Ausbau keine kommunale Aufgabe ist. Auf Anfrage verweist sie auf den Breitbandatlas der Bundesnetzagentur: Danach sind Glasfaseranschlüsse bis ins Gebäude oder in die Wohnung (FTTB/H) in Nürnberg für 41,23 Prozent der Privathaushalte und 42,75 Prozent der Unternehmen verfügbar (Stand Dezember 2025). In Bayern liegen die Werte bei 39,98 und 43,69 Prozent, bundesweit bei 48,91 und 51,32 Prozent. Bei den Haushalten liegt Nürnberg damit knapp über dem bayerischen und deutlich unter dem bundesweiten Wert. Ob diese Zahlen mit den von Bitkom genannten Werten vergleichbar sind, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Den Ausbau treiben laut Stadt mehrere Unternehmen voran; Tempo und Auswahl der Stadtteile richten sich nach deren Wirtschaftlichkeitsrechnungen. Die Stadt unterstütze sie im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten vor allem bei Genehmigungsverfahren. Öffentliche Fördermittel könnten erst nach Abschluss des eigenwirtschaftlichen Ausbaus für Gebiete geprüft werden, die dann noch nicht erschlossen sind. Auch bei Mobilität (Rang 10) und Gesellschaft und Bildung (Rang 11) liegt Nürnberg außerhalb der Spitzengruppe. In der Kategorie Gesellschaft und Bildung bewertet Bitkom unter anderem die Digitalisierung von Schulen und Angebote zur Digitalkompetenz. Der Blick nach außen: Wie Smart Cities weltweit gemessen werden Ein internationales Gegenstück zum Bitkom-Ranking ist der Smart City Index des IMD World Competitiveness Center, eines Instituts der Schweizer Wirtschaftshochschule IMD. Die Ausgabe 2026, im März veröffentlicht, vergleicht 148 Städte weltweit. Der Ansatz unterscheidet sich grundlegend: Das IMD befragt laut Methodik rund 120 Einwohnerinnen und Einwohner je Stadt, wie sie Infrastruktur und digitale Dienste in den Bereichen Gesundheit und Sicherheit, Mobilität, Aktivitäten, Chancen und Governance erleben. Gewertet wird ein gleitender Durchschnitt über drei Jahre, die Antworten werden zudem am regionalen Entwicklungsstand kalibriert. An der Spitze stehen Zürich, Oslo und Genf, dahinter London, Kopenhagen und Dubai; Singapur liegt auf Platz 9. Keine deutsche Stadt erreicht die Top 10: Stadt IMD-Rang 2026 (Vorjahr) Bitkom-Rang 2026 Hamburg 15 (20) 3 München 19 (24) 2 Berlin 29 (37) 33 Düsseldorf 43 (45) 5 Hannover 66 (59) 7 Kiel 88 (74) 40 Stuttgart und Nürnberg, im Bitkom-Ranking auf Platz 1 und 4, sind im IMD-Index nicht vertreten. Wie Nürnberg dort abschneiden würde, lässt sich deshalb nicht sagen. Der Vergleich zeigt vor allem, dass beide Rankings Verschiedenes messen. Bitkom zählt, welche digitalen Angebote eine Stadt vorweisen kann. Das IMD fragt, wie Einwohnerinnen und Einwohner ihre Stadt erleben. Die Reihenfolge der deutschen Städte unterscheidet sich entsprechend: Berlin liegt bei Bitkom auf Rang 33, beim IMD vor Düsseldorf und Hannover. Das IMD folgert aus seinen Daten, dass Städte mit starken Institutionen und guter Infrastruktur höheres Vertrauen der Bürger berichten und Technologie allein keine besseren Ergebnisse hervorbringt. Die fortschrittlichsten Städte zeichneten sich nicht durch sichtbare Sensornetze aus, sondern dadurch, wie gut sie Verwaltung, Nachhaltigkeit, Investitionen und das Vertrauen der Bürger aufeinander abstimmen, heißt es im Bericht. Einordnend lässt sich für Nürnberg festhalten: Platz 4 beschreibt eine Spitzenposition unter deutschen Großstädten, gemessen am digitalen Angebot. Ob dieses Angebot die Wahrnehmung der Stadt bei ihren Bewohnern prägt, wie es der IMD-Ansatz misst, ist für Nürnberg nicht erhoben. Die eigentliche Frage ist die Finanzierung Kuch hatte die Platzierung bereits im September mit der Finanzlage verbunden. „Deshalb werden wir – gerade in Zeiten knapper Kassen – weiter Prozesse kritisch hinterfragen, optimieren, Ressourcen und smarte Lösungen gezielt dort einsetzen, wo sie echte Mehrwerte schaffen“, heißt es in der städtischen Mitteilung. Seither hat sich die Haushaltslage zugespitzt. Stadtkämmerer Thorsten Brehm bezeichnete den Entwurf für 2027 bei der Einbringung am 30. September als weder dauerhaft tragfähig noch genehmigungsfähig. Neue Projekte soll es nur noch geben, wenn an anderer Stelle entlastet wird oder die Finanzierung zusätzlich gesichert ist; für Projekte auf der Warteliste ist im Oktober ein „Project Freeze“ vorgesehen. Auf Anfrage von The Nuremberg Times teilte das Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation der Stadt Nürnberg am 8. Oktober mit, dass bei der Haushaltskonsolidierung grundsätzlich alle Ausgaben und Vorhaben geprüft werden, auch Digitalisierungsvorhaben. „Eine generelle Ausnahme für Digitalisierungsvorhaben gibt es daher nicht. Die Bewertung erfolgt im jeweiligen Einzelfall“, schreibt das Amt. Welche Projekte konkret betroffen sind, nannte es nicht. Vorrang sollen nach Angaben der Stadt Vorhaben haben, die Prozesse vereinfachen, Beschäftigte entlasten oder die Leistungserbringung effizienter machen. Als Beispiele nennt das Amt Prozessautomatisierung, darunter robotergestützte Prozessautomatisierung, also Software, die wiederkehrende Arbeitsschritte am Computer selbstständig erledigt, den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Unterstützung der Sachbearbeitung sowie Maßnahmen für eine effiziente und bürgerorientierte Kommunikation. Eine pauschale Einsparvorgabe für die Digitalisierung gibt es laut Stadt nicht; Wirtschaftlichkeit und mögliche Entlastungseffekte würden für jedes Vorhaben einzeln betrachtet. Bitkom selbst warnt vor dem Auslaufen befristeter Förderung. Viele gute Beispiele seien in zeitlich begrenzten Programmen entstanden, allen voran den Modellprojekten Smart Cities des Bundesbauministeriums, die nun ausliefen. Der Verband fordert eine bundesweit einheitlich definierte digitale Basisinfrastruktur mit dauerhafter Finanzierung, eine Anbindung an den geplanten Deutschland-Stack und ein innovationsfreundlicheres Vergaberecht. Einordnend lassen sich zwei Lesarten festhalten, die beide in den Quellen angelegt sind. Die Stadt sieht Digitalisierung als Mittel, mit knappen Mitteln effizienter zu arbeiten, und will sie dort fortführen, wo sie die Verwaltung messbar entlastet. Bitkom betont, dass Städte im Ranking zurückfallen, sobald sie das Tempo drosseln. Welche Lesart sich im Nürnberger Haushalt durchsetzt, entscheidet sich mit dem Konsolidierungskonzept. Bayern vorn, Erlangen mit großem Sprung Im Ländervergleich löst Bayern 2026 Baden-Württemberg ab. Die bayerischen Großstädte kommen im Mittel auf 79,9 Punkte, die baden-württembergischen auf 78,9. Aus der Metropolregion fällt Erlangen auf: Die Stadt verbessert sich um 19 Plätze auf Rang 56 mit 69,7 Punkten, vor allem durch einen Sprung um 43 Plätze in der Verwaltung. Dort sind laut Bitkom inzwischen alle abgefragten Leistungen nach dem Onlinezugangsgesetz digital verfügbar. Was als Nächstes kommt Vom 13. bis 15. Oktober richtet Bitkom in Berlin die Smart Country Convention zur Digitalisierung des öffentlichen Sektors aus. In Nürnberg sollen Haushalt und Konsolidierungskonzept im November beraten und beschlossen werden. Bitkom legt den Index jährlich vor; 2026 erschien er zum achten Mal. Häufige Fragen Was ist der Smart City Index? Der Smart City Index ist ein Ranking des Digitalverbands Bitkom, das jährlich die Digitalisierung aller deutschen Großstädte mit mindestens 100.000 Einwohnern vergleicht. 2026 erschien es zum achten Mal und umfasst 83 Städte. Bewertet wird auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. Was ist die digitalste Stadt Deutschlands? Laut Smart City Index 2026 ist Stuttgart mit 92,8 von 100 Punkten die digitalste Großstadt Deutschlands, vor München (92,0) und Hamburg (91,5). Nürnberg folgt mit 91,3 Punkten auf Platz 4. In der Verwaltung teilen sich Nürnberg und Krefeld mit je 100 Punkten den ersten Platz. Was ist die digitalste Stadt der Welt? Im Ranking 2026 des IMD World Competitiveness Center, das 148 Städte weltweit vergleicht, liegt Zürich vorn, vor Oslo und Genf. Dieses Ranking beruht auf Befragungen von Einwohnerinnen und Einwohnern und misst, wie sie Infrastruktur und digitale Dienste ihrer Stadt erleben. Beste deutsche Stadt ist Hamburg auf Platz 15, Nürnberg ist nicht vertreten. Welche Indikatoren misst der Smart City Index? Der Bitkom-Index 2026 bewertet fünf Kategorien: Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. Sie umfassen 39 Indikatoren und 174 Parameter, etwa Online-Verwaltungsleistungen, Glasfaser- und 5G-Versorgung, digitale Wärmeplanung, Sharing-Angebote und die Digitalisierung von Schulen. Rund 75 Prozent der Daten liefern die Städte selbst, Bitkom prüft sie anschließend. Grundlage: Presseinformation und Präsentation des Bitkom e. V. zum Smart City Index 2026 vom 8. September 2026; Pressemitteilung der Stadt Nürnberg Nr. 956 vom 8. September 2026; Mitteilung der Stadt Nürnberg zur Digitalisierungsbilanz vom Januar 2026; t-online Nürnberg vom 9. September 2026 (Aussagen Kuchs vom Januar); IMD World Competitiveness Center, Smart City Index 2026 (Bericht vom März 2026, Ranking-Tabellen und Methodik); Presseanfrage der Redaktion an die Stadt Nürnberg vom 5. Oktober 2026 und Antwort des Amts für Digitalisierung und Prozessorganisation vom 8. Oktober 2026 (Glasfaserwerte laut Breitbandatlas der Bundesnetzagentur, Stand Dezember 2025); eigene Berichterstattung zum Haushaltsentwurf 2027 nach der Rede von Stadtkämmerer Thorsten Brehm vom 30. September 2026. Stand: 8. Oktober 2026. Titelbild: Sven Heublein / Stadt Nürnberg

  • Gesundheitsamt: Woche der seelischen Gesundheit mit 121 Angeboten

    Das Wichtigste in Kürze Die Nürnberger Woche der seelischen Gesundheit 2026 findet vom 10. bis 20. Oktober statt; das Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg organisiert sie zum dritten Mal. Im Online-Veranstaltungskalender sind nach Angaben des Gesundheitsamts 121 Veranstaltungen an 112 Terminen eingetragen; viele sind kostenlos, einige kosten einen kleinen Beitrag. Die Auftaktveranstaltung findet am Freitag, 9. Oktober 2026, von 17 bis 19 Uhr im Schönen Saal des Nürnberger Rathauses statt; Schirmherr ist Oberbürgermeister Marcus König. Eine stadtweite Kampagne erklärt sechs Fachbegriffe aus Psychotherapie und Psychiatrie: Rumination, Kongruenz, Prokrastination, Validierung, Dissoziation und Resilienz. Hilfe in akuten seelischen Krisen bietet der Krisendienst Mittelfranken unter der kostenlosen Rufnummer 0800 655 3000. In Nürnberg beginnt am Samstag, 10. Oktober 2026, die dritte Nürnberger Woche der seelischen Gesundheit. Bis zum 20. Oktober bieten Kliniken, Beratungsstellen, Vereine, Selbsthilfegruppen und städtische Dienststellen Vorträge, Workshops, Ausstellungen und Tage der offenen Tür an. Im Online-Veranstaltungskalender waren nach Angaben des Gesundheitsamts zum 2. Oktober 121 Veranstaltungen an 112 Terminen eingetragen. Eröffnet wird die Aktionswoche am Vorabend, Freitag, 9. Oktober, von 17 bis 19 Uhr im Schönen Saal des Rathauses am Rathausplatz 2. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten. Schirmherr ist Oberbürgermeister Marcus König, eröffnen wird Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit. Ziel der Woche ist nach Darstellung der Stadt Nürnberg ein vorurteilsfreier und gleichberechtigter Umgang mit Menschen, die psychisch erkrankt sind. Die Aktionswoche ist Teil des städtischen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Woche der seelischen Gesundheit 2026: Was auf dem Programm steht Das Programm der Woche der seelischen Gesundheit richtet sich laut Gesundheitsamt an Kinder, Jugendliche, Familien, Erwachsene, Angehörige und Fachkräfte. Neben Vorträgen und Ausstellungen gibt es Mitmach- und Beratungsangebote, kreative Formate und trialogische Angebote, also Gesprächsrunden, in denen Betroffene, Angehörige und Fachleute zusammenkommen. Die Stadt hatte die Veranstalter gebeten, ihre Angebote möglichst niedrigschwellig und kostenfrei zu gestalten. Eine Auswahl aus dem Programm, das das Gesundheitsamt mit Stand 1. Oktober als PDF veröffentlicht hat: Samstag, 10. Oktober, 11 Uhr: Fachvortrag „ADHS verstehen“ im Medizinischen Versorgungszentrum Pommes mit Marmelade, Frankenstraße 160; kostenlos, ohne Anmeldung. Sonntag, 11. Oktober, 14.30 Uhr: „Gemeinsam gegen Einsamkeit“ des Nürnberger Bündnisses gegen Depression im Café Marie 15, Marienstraße 15. Montag, 12. Oktober, 13 bis 19 Uhr: Präventionstag des Gesundheitsamts im ehemaligen Tabakladen im Kaufhof, Pfannenschmiedsgasse. Dienstag, 13. Oktober, 17.30 Uhr: Das Klinikum Nürnberg stellt im Haus eckstein seine Versorgung vor und gibt einen Ausblick auf das neue Zentrum für seelische Gesundheit. Mittwoch, 14. Oktober, 17 Uhr: Psychose-Trialog im Klinikum Nürnberg, Campus Nord, veranstaltet von Pandora Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener und den Selbsthilfekontaktstellen Kiss Mittelfranken. Freitag, 16. Oktober, 15 Uhr: Rundgang um die Baustelle des Zentrums für seelische Gesundheit am Campus Nord; entfällt bei Regen. Dienstag, 20. Oktober, 17 Uhr: Forum Selbsthilfe bei Kiss Nürnberg-Fürth, Am Plärrer 15. Mehrere Angebote zielen auf das Berufsleben, etwa Online-Kurzberatungen des Integrationsfachdienstes Mittelfranken, ein Tag der seelischen Gesundheit der AOK in der Direktion Nürnberg am 13. Oktober und Tage der offenen Tür bei Einrichtungen zur beruflichen Rehabilitation. Das Gesundheitsamt bietet zudem Bewegungsangebote im Freien an, darunter Qi Gong auf dem Veit-Stoß-Platz und im Lochnerpark. Junge Menschen im Mittelpunkt mehrerer Angebote Ein Schwerpunkt liegt auf der psychischen Gesundheit junger Menschen. Im Gesundheitsstudio des Gesundheitsamts in der Burgstraße 4 zeigt der Verein Mutmachleute die Ausstellung „YOUth Mental Health Matters“: Menschen mit psychischen Erkrankungen erzählen dort auf großformatigen Aufstellern ihre Geschichten. Das Gesundheitsamt begründet die Ausstellung damit, dass gut die Hälfte der psychischen Erkrankungen bereits in der Jugend beginne und Stigma häufig als belastender beschrieben werde als die Erkrankung selbst. Daneben stellt das städtische Projekt GROW HAPPY NBG in einer Posterausstellung vor, was Jugendliche und junge Erwachsene aus Nürnberg belastet und was ihnen Halt gibt, in ihren eigenen Worten. Am 14. Oktober werden die Ergebnisse dieser Jugendbeteiligung in einer eigenen Veranstaltung vorgestellt. Am selben Tag präsentiert das Klinikum Nürnberg seine Adoleszentenstation, eine Station für Jugendliche und junge Erwachsene. Sechs Fachbegriffe auf Plakaten und in der U-Bahn Neu in diesem Jahr ist eine Informationskampagne, die sechs Begriffe aus Psychotherapie und Psychiatrie erklärt. Sie bilden zugleich die thematischen Schwerpunkte der Woche. Die Stadt Nürnberg erläutert sie so: Rumination: andauerndes, kreisendes Grübeln über belastende Gedanken, ohne zu einer Lösung zu kommen. Kongruenz: Übereinstimmung zwischen Denken, Fühlen und Handeln. Prokrastination: wiederholtes Aufschieben wichtiger Aufgaben trotz negativer Folgen. Validierung: Gefühle eines Menschen ernst nehmen, ohne sie zu bewerten. Dissoziation: ein Schutzmechanismus, bei dem Wahrnehmung, Bewusstsein oder Erinnerungen zeitweise voneinander getrennt werden. Resilienz: die Fähigkeit, Krisen und Rückschläge zu bewältigen. Beworben wird die Woche nach Angaben der Stadt auf digitalen City Lights, auf Plakaten, mit Videos in U-Bahn, Bus und Straßenbahn sowie mit Flyern und Postkarten in Arztpraxen, Apotheken, Kulturläden und städtischen Dienststellen. Was die Kampagne kostet, geht aus den veröffentlichten Unterlagen nicht hervor. Der Auftakt im Rathaus Den Auftaktabend am 9. Oktober eröffnen nach dem Programm des Gesundheitsamts Menschen mit eigener Erfahrung psychischer Belastungen mit kurzen Erfahrungsberichten. Den fachlichen Teil übernimmt Dr. med. Dominika Mahr, Oberärztin für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Nürnberg, Campus Nord. Ihre Leitfrage lautet, was Menschen durch die Zeit einer psychischen Erkrankung trägt. Zum Abschluss sprechen Britta Walthelm und Andrea Sitzmann von der Koordinierungsstelle des Aktionsplans zur UN-Behindertenrechtskonvention im Referat für Jugend, Familie, Senioren und Soziales darüber, welche Verantwortung die Stadtgesellschaft für die seelische Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger trägt. Oberbürgermeister König begleitet die Woche erneut als Schirmherr, unterstützt von den Referentinnen Britta Walthelm und Elisabeth Ries. „Seelische Gesundheit ist eine grundlegende Voraussetzung für ein gutes und selbstbestimmtes Leben“, erklärt König auf der Seite des Gesundheitsamts. Gerade in Krisenzeiten sei es wichtig, offen über psychische Gesundheit zu sprechen. Was die Stadt nicht beziffert Das Gesundheitsamt schreibt, psychische Gesundheit habe angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen; das zeige sich auch in der täglichen Arbeit des Amts. Konkrete Zahlen nennt die Stadt in ihren Unterlagen zur Aktionswoche nicht, weder zur Zahl psychisch erkrankter Menschen in Nürnberg noch zu Wartezeiten auf einen Therapieplatz. Auch die Entwicklung der Woche selbst lässt sich nur eingeschränkt vergleichen. Anfang Oktober 2024, zehn Tage vor Beginn der zweiten Ausgabe, meldete das Gesundheitsamt 76 Veranstaltungen an 103 Terminen. Die Zahlen für 2026 sind ebenfalls ein Stand vor Beginn; wie viele Menschen die Angebote nutzen, wird erst eine Bilanz zeigen. Hilfe in akuten Krisen: Krisendienst Mittelfranken Wer sich in einer akuten seelischen Krise befindet, findet beim Krisendienst Mittelfranken rund um die Uhr Unterstützung. Er ist über die bayernweit einheitliche, kostenlose Rufnummer 0800 655 3000 erreichbar, regional unter 0911 424855-0. Der Krisendienst berät auch Angehörige und bietet Online-Beratung an. Bei unmittelbarer Gefahr gilt der Notruf 112. Häufige Fragen Wann ist die Woche der seelischen Gesundheit 2026? Die Nürnberger Woche der seelischen Gesundheit findet vom 10. bis 20. Oktober 2026 statt. Die Auftaktveranstaltung ist am Freitag, 9. Oktober 2026, von 17 bis 19 Uhr im Schönen Saal des Rathauses Nürnberg, Rathausplatz 2. Organisiert wird die Aktionswoche vom Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg. Was bietet die Woche der seelischen Gesundheit in Nürnberg? Laut Gesundheitsamt Nürnberg sind 121 Veranstaltungen an 112 Terminen eingetragen (Stand: 2. Oktober 2026). Dazu gehören Vorträge, Ausstellungen, Workshops, Selbsthilfe- und Beratungsangebote sowie Tage der offenen Tür, etwa im Klinikum Nürnberg. Viele Angebote sind kostenlos; das Programm steht im Online-Veranstaltungskalender und als PDF auf nuernberg.de. Wie erreiche ich den Krisendienst Mittelfranken? Der Krisendienst Mittelfranken ist rund um die Uhr unter der kostenlosen, bayernweit einheitlichen Rufnummer 0800 655 3000 erreichbar, regional unter 0911 424855-0. Er hilft Menschen in seelischen Krisen und ihren Angehörigen, auch online. Bei unmittelbarer Lebensgefahr gilt der Notruf 112. Was ist das Zentrum für seelische Gesundheit in Nürnberg? Das Zentrum für seelische Gesundheit ist ein Neubau des Klinikums Nürnberg am Campus Nord, der sich derzeit im Bau befindet. Während der Woche der seelischen Gesundheit gibt das Klinikum am 13. Oktober 2026 im Haus eckstein einen Ausblick auf das Zentrum, am 16. Oktober führt ein Rundgang um die Baustelle. Foto: Nadine Riedel, Psychiatriekoordination für Kinder und Jugendliche / Gesundheitsamt Stadt Nürnberg

  • In eigener Sache: The Nuremberg Times gibt es jetzt als App

    Das Wichtigste in Kürze The Nuremberg Times ist seit dem 6. Oktober 2026 als kostenlose App für iPhone und iPad im App Store erhältlich. Die App zeigt alle Beiträge von nbtimes.de in acht Rubriken, dazu Podcasts, Videos und den Shop. Wer ein kostenloses Konto anlegt, kann sich bei neuen Beiträgen benachrichtigen lassen; Plus-Abonnenten lesen mit ihrem bestehenden Zugang auch die Plus-Beiträge. Die Android-Version wird derzeit von Google geprüft; für den Testbetrieb sucht die Redaktion Nutzerinnen und Nutzer mit Android-Handy. The Nuremberg Times, das unabhängige Nachrichtenportal aus Nürnberg, gibt es seit dem 6. Oktober 2026 als App für iPhone und iPad. Die App heißt „The Nuremberg Times“, ist kostenlos und steht im App Store bereit. Eine Version für Android-Smartphones befindet sich in der Prüfung bei Google Play. Mit der App erscheinen die Nachrichten aus Nürnberg, die bisher auf nbtimes.de zu lesen waren, in einer eigenen Anwendung für das Smartphone. Die Inhalte sind dieselben wie auf der Website; neue Beiträge werden alle 30 Minuten übernommen. Wo finde ich aktuelle Nachrichten aus Nürnberg? Aktuelle Nachrichten aus Nürnberg veröffentlicht The Nuremberg Times auf nbtimes.de und jetzt auch in der App für iPhone und iPad. Die Beiträge sind in acht Rubriken geordnet: Nürnberg, Politik, Welt, Wirtschaft, Kultur, Sport, Gesellschaft und Technik. Auf der Startseite der App steht der jeweils wichtigste Beitrag oben, darunter folgen die übrigen in zeitlicher Reihenfolge. Was die App bietet Die App der Nuremberg Times ist in fünf Bereiche gegliedert, die über eine Leiste am unteren Bildschirmrand erreichbar sind: Start: die neuesten Beiträge aus allen Rubriken Rubriken: die acht Rubriken einzeln Watch: Videos und Kurzvideos der Redaktion Podcasts: die Podcast-Reihen von The Nuremberg Times Shop: die Produkte aus dem Shop auf nbtimes.de Beiträge lassen sich auf eine Merkliste setzen und später lesen. Zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang schaltet die App automatisch in eine dunkle Darstellung. Mitteilungen bei neuen Beiträgen Die App kann bei neuen Beiträgen eine Mitteilung auf das Smartphone schicken. Dafür ist ein kostenloses Konto nötig, das sich in der App mit E-Mail-Adresse und Passwort anlegen lässt. Die Mitteilungen lassen sich im Bereich „Mein Bereich“ jederzeit ein- und ausschalten. Dort lässt sich das Konto auch löschen. Plus-Beiträge in der App Abonnentinnen und Abonnenten von Plus melden sich in der App mit der E-Mail-Adresse ihres bestehenden Abonnements an und lesen dort auch die Plus-Beiträge. Ein Abonnement lässt sich in der App selbst nicht abschließen; das ist weiterhin auf nbtimes.de möglich. Android-Version: Testerinnen und Tester gesucht Die Android-Version der App wird derzeit von Google geprüft. Bevor sie öffentlich im Google Play Store erscheinen kann, verlangt Google einen geschlossenen Testbetrieb. Dafür sucht die Redaktion Nutzerinnen und Nutzer mit einem Android-Smartphone und einem Google-Konto. Wer mittesten möchte, schickt seine Gmail-Adresse per Direktnachricht an den Instagram-Account von The Nuremberg Times oder per E-Mail an kontakt@nbtimes.de. Die Testerinnen und Tester erhalten anschließend eine Einladung von Google Play, mit der sie die App installieren können. Wann die Android-Version für alle verfügbar sein wird, steht noch nicht fest. Rückmeldungen zur App Fragen, Hinweise und Fehlerberichte zur App nimmt die Redaktion unter kontakt@nbtimes.de entgegen. Die Kontaktdaten und das Impressum sind in der App über „Mein Bereich“ und unter jedem Beitrag erreichbar.

  • Schultheiß Projektentwicklung: Was auf Käufer und Handwerker zukommt

    Das Wichtigste in Kürze Die Schultheiß Projektentwicklung AG aus Nürnberg hat Insolvenz beantragt; das Insolvenzgericht Nürnberg hat Rechtsanwalt Dr. Jochen Zaremba zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt (Az. IN 1530/26). Nach Informationen der Nürnberger Nachrichten sind rund 90 Beschäftigte und mehr als 150 Wohnungen betroffen, die in Nürnberg und Röthenbach an der Pegnitz im Bau oder in Planung sind. Auf allen Baustellen des Unternehmens ruhen die Arbeiten seit dem 2. Oktober 2026. Die ähnlich benannte Schultheiss Wohnbau AG ist ein eigenständiges Unternehmen und nach eigener Aussage nicht betroffen. Die Insolvenz der Schultheiß Projektentwicklung AG trifft drei Gruppen zugleich: Käuferinnen und Käufer von Wohnungen, die noch nicht fertig sind, Handwerksbetriebe mit offenen Rechnungen und rund 90 Beschäftigte. Der Nürnberger Bauträger hat den Antrag am 2. Oktober 2026 beim Amtsgericht Nürnberg gestellt. Seitdem stehen die Baustellen still. Wie es für die einzelnen Projekte weitergeht, ist offen. Was sich schon sagen lässt: welche Regeln jetzt greifen, wer welche Risiken trägt und was der Fall für die Region bedeutet. Was über die Schultheiß-Insolvenz bekannt ist Das Insolvenzgericht Nürnberg hat die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und am 5. Oktober 2026 bekannt gemacht (Aktenzeichen IN 1530/26). Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Nürnberger Rechtsanwalt Dr. Jochen Zaremba. Die Gesellschaft kann damit nicht mehr frei über ihr Vermögen verfügen: Zahlungen und Verkäufe sind nur noch mit Zustimmung des Verwalters wirksam. Eröffnet ist das Insolvenzverfahren damit noch nicht; darüber entscheidet das Gericht später. Ein Unternehmenssprecher bestätigte die Insolvenz gegenüber der Immobilien Zeitung. Als Grund wird eine drohende Zahlungsunfähigkeit genannt. Der designierte Insolvenzverwalter hat für alle laufenden Baustellen einen Baustopp verhängt und rät Kunden wie Handwerkern, Ruhe zu bewahren. Welche Bauprojekte betroffen sind Betroffen sind mehr als 150 Wohnungen in Nürnberg und Röthenbach an der Pegnitz, die im Bau oder in Planung sind. Auf ihrer Website führt die Schultheiß Projektentwicklung unter anderem die Projekte „Der Sailersberg“, „Parklife Gebersdorf“, „Schwabacher Straße“ und „Gründlacher Gärten“. Für ein Vorhaben mit 20 Wohnungen in Nürnberg hatte das Unternehmen zuletzt Richtfest gefeiert. Am Sailersberg in Röthenbach an der Pegnitz entstehen 16 Eigentumswohnungen, die im Januar 2027 fertig sein sollten. Auch diese Baustelle ist stillgelegt. Wie viele Wohnungen bereits verkauft sind und wie viele Käufer betroffen sind, ist bislang nicht öffentlich. Was Käufer jetzt wissen sollten Wer eine Wohnung vom Bauträger kauft, zahlt in Deutschland nicht im Voraus, sondern in Raten nach Baufortschritt; so schreibt es die Makler- und Bauträgerverordnung vor, höchstens in sieben Teilbeträgen. Abgesichert wird der Anspruch auf das Eigentum in der Regel über eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch. Beides begrenzt das Risiko, beseitigt es aber nicht. Denn im Insolvenzfall entscheidet der Insolvenzverwalter, ob ein Projekt weitergebaut wird. Wird es nicht fortgeführt, bleibt Käufern nach Darstellung von Verbraucherratgebern meist nur, den Rohbau zu übernehmen und mit einem anderen Unternehmen fertigzustellen. Mehrkosten können sie dann in der Regel nur als Forderung im Insolvenzverfahren anmelden. Ratgeber empfehlen in dieser Lage, keine weiteren Raten zu zahlen, bevor die Lage geklärt ist, den Baustand dokumentieren zu lassen und rechtlichen Rat einzuholen. Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Handwerker und Beschäftigte Für Handwerksbetriebe, die für Schultheiß gearbeitet haben, werden offene Rechnungen aus der Zeit vor dem Antrag zu Insolvenzforderungen. Wie viel davon am Ende bezahlt wird, zeigt sich erst im Lauf des Verfahrens. Branchenberichte weisen darauf hin, dass solche Ausfälle vor allem kleinere Betriebe am Ende der Lieferkette treffen. Die rund 90 Beschäftigten der Schultheiß Projektentwicklung haben nach geltendem Recht für bis zu drei Monate Anspruch auf Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit. Ob und in welchem Umfang Arbeitsplätze erhalten bleiben, hängt davon ab, ob der Geschäftsbetrieb fortgeführt wird. Einordnung: ein Bauträger mit langer Vorgeschichte Die Schultheiß Projektentwicklung AG ist seit 2009 am Markt und baut in der Metropolregion Nürnberg Mehrfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser, nach eigener Darstellung auch im geförderten Wohnungsbau. Die Schwierigkeiten reichen weiter zurück. Im Mai 2024 hatte das Unternehmen nach einem Bericht von NUE-NEWS Kurzarbeit für 147 Beschäftigte angemeldet. Der Umsatz war demnach von fast 72 Millionen Euro auf knapp 53 Millionen Euro im Jahr 2021 gesunken. Die Insolvenz fällt in eine Phase, in der die Statistik für den Wohnungsbau wieder freundlicher aussieht. Laut Bayerischem Landesamt für Statistik wurden im ersten Quartal 2026 in Mittelfranken 42,6 Prozent mehr Wohnungen genehmigt als ein Jahr zuvor, bayernweit 12,1 Prozent mehr. Ob diese Belebung Unternehmen hilft, die bereits in Schieflage geraten sind, lässt sich daraus nicht ablesen. Für die Region bedeutet der Fall zunächst, dass mehr als 150 geplante Wohnungen später oder womöglich gar nicht fertig werden. Nicht zu verwechseln: Schultheiss Wohnbau AG In Nürnberg gibt es mit der Schultheiss Wohnbau AG ein weiteres Unternehmen mit ähnlichem Namen. Nach eigener Aussage ist es eigenständig und vom Insolvenzantrag nicht betroffen. Wie es weitergeht Der vorläufige Insolvenzverwalter prüft nun die wirtschaftliche Lage und die einzelnen Projekte. Danach entscheidet das Insolvenzgericht Nürnberg, ob das Verfahren eröffnet wird. Welche Baustellen fortgeführt werden, wie viele Käufer betroffen sind und ob es Interessenten für einzelne Projekte gibt, ist noch offen. Eine ausführliche Stellungnahme des Unternehmens oder des Verwalters lag bis zum 6. Oktober 2026 nicht vor. Titelbild: Symbolbild, keine Baustelle der Schultheiß Projektentwicklung. Foto: annawaldl/Pixabay

  • Times Podcast: AfD bei 30 Prozent – Streit um ein AfD-Verbot

    Die Union fällt in der INSA-Umfrage auf ein Rekordtief. Im Times Podcast ringen drei Hosts um die Frage, ob ein Verbotsverfahren jetzt noch hilft. Das Wichtigste in Kürze In der INSA-Sonntagsfrage für „Bild“ vom 3. Oktober 2026 liegt die AfD bundesweit erstmals bei 30 Prozent, CDU und CSU fallen auf 18 Prozent. In Hamburg käme die CDU laut Trend Research für Radio Hamburg (veröffentlicht am 30. September 2026) nur noch auf 12 Prozent und wäre damit kleinste Fraktion der Bürgerschaft. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) sucht im Bundesrat eine Mehrheit für ein AfD-Verbotsverfahren; nötig sind 35 Stimmen. Im Times Podcast von The Nuremberg Times halten Paul Arzten und Kevin Kienle ein AfD-Verbot für zu spät, Romy Singh verteidigt es als Gebot der wehrhaften Demokratie. Die AfD erreicht in der INSA-Sonntagsfrage vom 3. Oktober 2026 erstmals 30 Prozent, die Union fällt mit 18 Prozent auf ihren niedrigsten INSA-Wert. Im Times Podcast von The Nuremberg Times diskutieren Romy Singh, Paul Arzten und Kevin Kienle, was diese Zahlen bedeuten und ob ein AfD-Verbot noch der richtige Weg ist. Zwei der drei Hosts halten den Zeitpunkt für verpasst, einer hält das Verfahren für zwingend. Was zeigen die aktuellen Umfragen? Die INSA-Erhebung für „Bild“ wurde vom 28. September bis 2. Oktober 2026 unter 1.202 Personen durchgeführt, die Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,9 Prozentpunkten. Das Ergebnis im Überblick: AfD: 30 % (INSA Bund, 3.10.2026) · 14 % (Trend Research Hamburg, 30.9.2026) CDU/CSU bzw. CDU: 18 % (INSA Bund, 3.10.2026) · 12 % (Trend Research Hamburg, 30.9.2026) SPD: 14 % (INSA Bund, 3.10.2026) · 29 % (Trend Research Hamburg, 30.9.2026) Grüne: 14 % (INSA Bund, 3.10.2026) · 18 % (Trend Research Hamburg, 30.9.2026) Linke: 10 % (INSA Bund, 3.10.2026) · 15 % (Trend Research Hamburg, 30.9.2026) BSW und FDP liegen in beiden Erhebungen unter fünf Prozent. Andere Institute messen bundesweit etwas andere Werte: Im ARD-DeutschlandTrend kurz zuvor lag die AfD bei 27 und die Union bei 20 Prozent. Umfragen bilden eine Stimmung ab, kein Wahlergebnis. Merz wollte die AfD halbieren Kevin Kienle eröffnet die Folge mit einem Satz, den Friedrich Merz im November 2018 veröffentlichte, als er sich um den CDU-Vorsitz bewarb: Die Union könne wieder bis zu 40 Prozent erreichen und die AfD halbieren. Kienle spitzt zu, man könne heute böswillig sagen, Merz habe die AfD verdoppelt und die Union halbiert. Paul Arzten wertet das Ergebnis als Armutszeugnis für den Kanzler. Der Versuch, Themen der AfD zu übernehmen, etwa bei Abschiebungen oder beim Verbrennungsmotor, habe nichts gebracht. Seine These: „CDU, CSU hat kein Profil mehr.“ Romy Singh kritisiert die „brutale Naivität“ der Union, die AfD „klein regieren“ zu wollen. Als Beispiel für Glaubwürdigkeitsverluste nennt er die gescheiterte Wahl von Richterinnen zum Bundesverfassungsgericht im Sommer 2025. Ist ein AfD-Verbot noch realistisch? Über ein AfD-Verbotsverfahren gehen die Positionen im Podcast deutlich auseinander. Den politischen Anlass liefern mehrere Ministerpräsidenten: Cem Özdemir (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, führt nach eigenen Angaben permanent Gespräche im Bundesrat und hält einen Antrag erst für sinnvoll, wenn die nötigen 35 Stimmen absehbar sind. Gemeinsam mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte er sich zuvor für ein Verfahren ausgesprochen. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) fordert eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die ein Verbot ergebnisoffen prüft. Kevin Kienle hält das für zu spät. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 kam die AfD auf 43,8 Prozent. „Ich glaube der Zug ist da abgefahren“, sagt Kienle. Paul Arzten ergänzt, ein Verbot würde rund ein Drittel der Wählerschaft ausschließen, und fragt: „warum hat man das dann nicht früher gemacht“. Er befürchtet, dass viele Menschen über TikTok und Instagram nie erfahren würden, warum die Partei verboten wurde. Romy Singh widerspricht. Er komme zu dem Schluss, „dass eine Demokratie wehrhaft sein muss gegen Feinde von außen und innen“. Als Gründe für ein Verbotsverfahren nennt er die Einteilung von Menschen in sogenannte Pass- und Biodeutsche, die er für grundgesetzwidrig hält, sowie den Vorwurf, AfD-Politiker gäben Informationen an Russland weiter. Kienle räumt ein, ein Verbot würde die Strukturen der Partei zumindest auf Eis legen, die Wählerinnen und Wähler aber nicht zurückgewinnen. Protest oder Überzeugung? Singh widerspricht der These, AfD-Wähler seien vor allem Protestwähler: „Die AfD, das ist kein Protest. Das ist eine tiefe Überzeugung.“ Paul Arzten hält Deutschland dagegen für ein grundsätzlich konservatives Land, nicht für ein rechtsextremes. Als Gegenbeispiele nennt er Berlin, wo die Linke bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 mit 25,7 Prozent erstmals stärkste Kraft wurde, und die stabile SPD in Hamburg. Parteien gewännen dort, wo sie eine klare Zielgruppe ansprechen. Kienle sieht ein Vakuum, wo früher Union und SPD standen, und bringt neue Parteien mit den Urwerten beider ins Spiel: Die AfD habe es seit ihrer Gründung 2013 in 13 Jahren geschafft. Singh hält das für Wunschdenken, weil Strukturen vom Bund bis in die Ortsvereine Jahrzehnte bräuchten, und kritisiert eine „Konsumentenhaltung“ gegenüber Parteien. Was Nürnberg damit zu tun hat Den lokalen Bezug liefert die Nürnberger Politbande. Arzten führt sie als Beispiel einer jungen Gruppe an, die bei der Kommunalwahl 2026 erfolgreich war. Singh nennt sie eine Bubble, die mit dem Bürgerentscheid zum Frankenschnellweg nicht über ihr Milieu hinaus mehrheitsfähig gewesen sei; beim Entscheid am 28. Juni 2026 stimmten 53,1 Prozent für den Ausbau. Für ein bundesweites Problem wie die AfD tauge dieser Ansatz nicht. Zur CSU sind sich die Hosts näher. Singh hält die Partei für fest auf demokratischem Boden: „Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließt Markus Söder aus und das finde ich auch richtig.“ Arzten fragt, was nach Söder kommt. Die Folge endet mit einer Einladung an den bayerischen Ministerpräsidenten in den Times Podcast. Häufige Fragen Wie steht die AfD in der aktuellen INSA-Umfrage? In der INSA-Sonntagsfrage für „Bild“ vom 3. Oktober 2026 liegt die AfD bundesweit bei 30 Prozent, CDU und CSU kommen auf 18 Prozent. Für beide Parteien sind das innerhalb der INSA-Reihe ein Höchst- beziehungsweise Tiefstwert. SPD und Grüne liegen bei je 14 Prozent, die Linke bei 10 Prozent (Stand: 3. Oktober 2026). Wollte Friedrich Merz die AfD halbieren? Ja. Friedrich Merz (CDU) erklärte im November 2018, als er sich um den CDU-Vorsitz bewarb, die Union könne wieder bis zu 40 Prozent erreichen und die AfD halbieren. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte die AfD 20,8 Prozent, in der INSA-Umfrage vom 3. Oktober 2026 liegt sie bei 30 Prozent. Ist ein AfD-Verbot möglich? Ein Parteiverbot kann nur das Bundesverfassungsgericht aussprechen; beantragen können es Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) sucht dafür eine Mehrheit von 35 Stimmen im Bundesrat, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) will ein Verbot zunächst in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe prüfen lassen. Bundeskanzler Friedrich Merz sieht nach eigenen Worten eine sehr hohe Hürde (Stand: 4. Oktober 2026). Warum wird ein AfD-Verbot gefordert? Befürworter wie Cem Özdemir halten die AfD für eine rechtsextreme Partei, die die demokratische Grundordnung beseitigen wolle. Im Times Podcast von The Nuremberg Times begründet Romy Singh seine Unterstützung mit der Einteilung von Menschen in sogenannte Pass- und Biodeutsche und dem Vorwurf der Zusammenarbeit mit Russland. Paul Arzten und Kevin Kienle halten ein Verbot dagegen für zu spät, weil die AfD bundesweit rund 30 Prozent erreicht. Quellenhinweis: Dieser Beitrag basiert auf einer Folge des Times Podcast von The Nuremberg Times. Umfrage- und Wahlergebnisse wurden anhand von INSA/„Bild“, Trend Research/Radio Hamburg, der Landeswahlleitung Berlin, der Stadt Nürnberg sowie dpa-Berichten geprüft. Einschätzungen der Hosts sind als solche gekennzeichnet.

  • Südwesttangente: Sperrungen wegen Brückenprüfung vom 5. bis 7. Oktober

    Das Wichtigste in Kürze Auf der Südwesttangente am Knoten Frankenschnellweg/Südwesttangente in Nürnberg werden von Montag, 5. Oktober, bis Mittwoch, 7. Oktober 2026, zeitweise einzelne Fahrspuren gesperrt. Grund ist die halbjährliche Prüfung der Frankenschnellwegbrücke am Kreuz Nürnberg-Hafen, die seit März 2026 wegen Schäden am Tragwerk für den Verkehr gesperrt ist. Während der Sperrungen steht in der betroffenen Fahrtrichtung nur eine Fahrspur zur Verfügung. Am Dienstag, 6. Oktober 2026, ist von 20 bis 23 Uhr zusätzlich die Auffahrt von der Hafenstraße auf die Südwesttangente in Richtung Fürth gesperrt. Wer in der kommenden Woche über die Südwesttangente fährt, muss am Kreuz Nürnberg-Hafen mit Spursperrungen rechnen. Von Montag, 5. Oktober, bis Mittwoch, 7. Oktober 2026, werden am Knoten Frankenschnellweg/Südwesttangente zeitweise einzelne Fahrspuren gesperrt. Das teilt die Stadt Nürnberg mit. Anlass sind Prüfungsarbeiten an der Frankenschnellwegbrücke über den Main-Donau-Kanal. Die Brücke selbst ist seit März wegen festgestellter Schäden am Tragwerk nicht mehr befahrbar. Unter ihr fließt der Verkehr auf der Südwesttangente und auf dem Kanal jedoch weiter, und dafür muss ihr Zustand regelmäßig kontrolliert werden. Wann die Südwesttangente gesperrt ist Die Stadt Nürnberg nennt drei Zeitfenster: Montag, 5. Oktober, 20 Uhr, bis Dienstag, 6. Oktober, 5 Uhr: Ort: Südwesttangente, Abschnitt der Brücke Hafenstraße; Einschränkung: je Fahrtrichtung eine Spur gesperrt, für rund viereinhalb Stunden Dienstag, 6. Oktober, 20 bis 23 Uhr: Ort: Auffahrt Hafenstraße auf die Südwesttangente Richtung Fürth; Einschränkung: Auffahrt gesperrt Mittwoch, 7. Oktober, 9 bis 15 Uhr: Ort: Südwesttangente, Abschnitt der Frankenschnellwegbrücke; Einschränkung: je Fahrtrichtung eine Spur gesperrt, für rund drei Stunden Die angegebenen Zeiträume sind Rahmen, keine festen Sperrzeiten. Wann genau innerhalb dieser Fenster gesperrt wird, hängt nach Angaben der Stadt vom Fortschritt der Untersuchungen ab. Soweit möglich, sollen die Arbeiten in verkehrsärmeren Zeiten stattfinden. Umleitung am Dienstagabend Für die Sperrung der Auffahrt am 6. Oktober empfiehlt die Stadt einen Umweg: Wer von der Hafenstraße in Richtung Fürth will, fährt zunächst in Richtung Feucht auf die A73, wendet an der nächsten Anschlussstelle Nürnberg-Hafen-Süd und fährt anschließend Richtung Fürth. Für die beiden Spursperrungen nennt die Stadt keine Umleitung; je Fahrtrichtung bleibt eine Spur befahrbar. Warum die Frankenschnellwegbrücke geprüft wird Die Frankenschnellwegbrücke am Kreuz Nürnberg-Hafen wurde am 18. März 2026 nach einer Brückenprüfung für den Verkehr gesperrt. Nach dem endgültigen Prüfergebnis bleibt sie aus Gründen der Verkehrssicherheit bis zu ihrem Abbruch vollständig gesperrt. Wieder freigegeben werden soll die Strecke nach früheren Angaben der Stadt erst, wenn ein Teil der neuen Brücke steht; genannt war dafür August 2027. Damit der Verkehr unter der Brücke sicher bleibt, überwacht der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) das Bauwerk mit einem Monitoringsystem. Zusätzlich untersuchen Fachleute regelmäßig ausgewählte Bereiche genauer. Diese halbjährlichen Kontrollen stehen jetzt an. Sie sollen Veränderungen am Bauwerk früh erkennen. Ergebnisse früherer Kontrollen hat die Stadt in ihrer aktuellen Mitteilung nicht veröffentlicht. Zusätzliche Belastung an einem angespannten Knoten Die Spursperrungen treffen einen Verkehrsknoten, der ohnehin umgebaut wird. Seit dem 21. September 2026 gilt am Kreuz Nürnberg-Hafen eine neue Verkehrsführung für den Neubau der Hafenstraßen-Brücke; unter anderem ist die Abfahrt an der Anschlussstelle Nürnberg-Hafen-Ost in Fahrtrichtung Feucht entfallen. Für Anfang November hat Sör die nächste Umstellung angekündigt. Die Frankenschnellwegbrücke ist Teil desselben Erneuerungsprojekts der Hafenbrücken. Wie stark die Prüfarbeiten den Verkehr tatsächlich bremsen, lässt sich vorab nicht beziffern. Sör bittet um Verständnis und verweist darauf, dass die Untersuchungen unmittelbar der Verkehrssicherheit dienen. Häufige Fragen Wann ist die Südwesttangente gesperrt? Die Südwesttangente in Nürnberg ist von Montag, 5. Oktober, bis Mittwoch, 7. Oktober 2026, am Knoten Frankenschnellweg/Südwesttangente zeitweise eingeschränkt: in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober zwischen 20 und 5 Uhr und am 7. Oktober zwischen 9 und 15 Uhr. Gesperrt ist dann jeweils eine Spur pro Richtung; eine Spur bleibt offen. Am 6. Oktober ist von 20 bis 23 Uhr die Auffahrt Hafenstraße Richtung Fürth zu. Warum ist die Frankenschnellwegbrücke gesperrt? Die Frankenschnellwegbrücke am Kreuz Nürnberg-Hafen ist seit dem 18. März 2026 gesperrt, weil eine Brückenprüfung Schäden am Tragwerk ergeben hat. Laut Stadt Nürnberg bleibt sie bis zu ihrem Abbruch vollständig gesperrt. Der Verkehr auf der Südwesttangente und dem Main-Donau-Kanal darunter läuft weiter. Wie komme ich am 6. Oktober von der Hafenstraße Richtung Fürth? Während die Auffahrt am Dienstag, 6. Oktober 2026, von 20 bis 23 Uhr gesperrt ist, empfiehlt die Stadt Nürnberg, zunächst Richtung Feucht auf die A73 zu fahren. An der Anschlussstelle Nürnberg-Hafen-Süd können Autofahrer wenden und dann Richtung Fürth weiterfahren. Quelle Bild: Stadt Nürnberg

  • Grüne Nürnberg: Achim Mletzko will zurück in die Parteispitze

    Der frühere Fraktionschef bietet sich für die Parteispitze an. Im U12-Podcast reagiert ein Ex-Fraktionskollege mit offener Ablehnung. Das Wichtigste in Kürze Achim Mletzko, bis April 2026 Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Nürnberger Stadtrat, hat laut Nürnberger Nachrichten vom 2. Oktober 2026 angeboten, in der Spitze der Nürnberger Grünen mitzuarbeiten. Mletzko verließ am 8. April 2026 mit weiteren Stadträten die Grünen-Fraktion und führt heute die Ökologische Fraktion aus drei Grünliberalen und einem ÖDP-Mitglied. Die Grünen haben seither sieben Sitze im Stadtrat und bilden mit Volt eine Fraktion mit acht Sitzen – so viele, wie die AfD-Fraktion hat. Grünen-Stadtrat Paul Arzten rechnet im U12-Podcast von The Nuremberg Times nicht damit, dass Mletzko tatsächlich antritt, und spricht von einem „maximalen Vertrauensverlust“. Achim Mletzko will zurück an die Spitze der Grünen in Nürnberg – und stößt bei seiner früheren Fraktion auf Ablehnung. Nach einem Bericht der Nürnberger Nachrichten vom 2. Oktober 2026 hat der langjährige Fraktionsvorsitzende, der im April mit der Grünen-Stadtratsfraktion gebrochen hatte, seiner Partei angeboten, in der Parteispitze mitzuwirken; im Podcast ist von einer Kandidatur als Kreisvorsitzender die Rede. In der aktuellen Folge des U12-Podcasts von The Nuremberg Times nennt Grünen-Stadtrat Paul Arzten das Angebot „heiße Luft“. Arzten ist in diesem Konflikt selbst Partei: Er sitzt für die Grünen im Stadtrat, in der Fraktion, die Mletzko verlassen hat. Was ist bei den Grünen im Nürnberger Stadtrat passiert? Die Grünen holten bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 zehn Sitze im Nürnberger Stadtrat. Am 8. April kündigten mehrere Gewählte um Mletzko an, eine eigene „Grünliberale Fraktion“ zu bilden. Mletzko, seit 2008 Stadtrat und seit 2012 Fraktionsvorsitzender, verortete sich und seine Mitstreiter in der „ökologisch bürgerlichen Mitte“. Die Partei sieht den Auslöser woanders: Mletzko war nicht in das Team gewählt worden, das eine mögliche Kooperation im Rathaus verhandeln sollte. Übrig blieben drei Wechsler – Mletzko, Marc Schüller und Gabriele Klaßen –, die gemeinsam mit einer ÖDP-Stadträtin die Ökologische Fraktion bilden. Mletzko ist weiterhin Mitglied der Grünen. Die Grünen holten Volt-Stadträtin Isaura Süssner in ihre Fraktion. Für Arzten war das auch eine Frage der Rangfolge im Rat: Mit sieben Sitzen allein hätten die Grünen hinter der AfD gelegen, die dann als drittstärkste Kraft mehr Plätze in Ausschüssen erhalten hätte – „katastrophal“ etwa für den Jugendhilfeausschuss, wo es um Demokratieförderung gehe. Zusammensetzung des Nürnberger Stadtrats (70 Sitze, Stand: 1. Oktober 2026, laut Stadt Nürnberg) Fraktion / Gruppe Sitze CSU mit FDP 25 SPD 13 Bündnis 90/Die Grünen – Volt 8 AfD 8 Die Linke 5 Ökologische Fraktion (Grünliberale/ÖDP) 4 Freie Wähler 2 Politbande 2 Einzelstadträte (Linke Liste, Tierschutzpartei, Piraten & Humanisten) 3 Dazu kommt der stimmberechtigte Oberbürgermeister Marcus König (CSU). Arzten: „Maximaler Vertrauensverlust“ Arzten wirft den drei Wechslern vor, mit Grünen-Stimmen in den Stadtrat gekommen zu sein und das Mandat anschließend gegen die Partei zu nutzen. Wählerinnen und Wähler hätten ihm gesagt, sie fühlten sich um ihre Stimme betrogen. „Maximaler Vertrauensverlust, maximal“, sagt er. Weil auf kommunaler Ebene persönliche Beziehungen zählten, wiege der Schaden dort schwerer als bei Vertrauenskrisen in der Bundespolitik. Nach seiner Darstellung kosteten die Wechsel drei Nachrücker der Grünen-Liste, darunter Mike Bock, den Einzug in den Stadtrat. Seine Konsequenz ist persönlich: „Ich rede mit keinem von den drei.“ Auch innerparteilich wird es nach Arztens Angaben ernst. Die drei hätten seit Mai keine Mandatsbeiträge mehr an die Partei abgeführt. Der Kreisverband arbeite an einer Satzungsänderung, nach der ein Mitglied beim dritten Ausbleiben dieser Abgaben ausgeschlossen werden kann. Ein Parteiausschluss sei sonst schwer durchzusetzen; Arzten verweist auf die langwierigen Verfahren gegen Boris Palmer und Thilo Sarrazin. Warum Arzten nicht an eine Kandidatur glaubt Arzten hält es für ausgeschlossen, dass Mletzko sich tatsächlich einer Mitgliederversammlung stellt. Er sagt ihm eine deutliche Niederlage voraus und bietet eine Wette an: Für jede Stimme, die Mletzko bekäme, will er fünf Euro an einen Verein spenden, der in Schweinau und St. Leonhard Nachhilfe für Kinder und Jugendliche anbietet. Mletzko sei im vergangenen halben Jahr weder bei Arbeitskreisen noch bei Mitgliederversammlungen erschienen, so Arzten. Von dem Angebot hätten er und die Fraktion aus der Zeitung erfahren; Kontakt zu den drei Wechslern gebe es nicht. Moderator Kevin Kienle merkt an, dass auch der Podcast Mletzko damit Aufmerksamkeit verschafft – und lädt ihn ein, seine Sicht auf den Bruch selbst darzulegen. Häufige Fragen Wie ist der Nürnberger Stadtrat 2026 zusammengesetzt? Der Nürnberger Stadtrat hat 70 Mitglieder plus den stimmberechtigten Oberbürgermeister Marcus König (CSU). Stärkste Kraft ist die CSU mit 24 Sitzen, die mit der FDP (1 Sitz) eine Fraktion bildet; es folgen SPD (13), Grüne-Volt und AfD (je 8), Linke (5) und die Ökologische Fraktion (4). Stand: 1. Oktober 2026, laut Stadt Nürnberg. Welche Parteien arbeiten im Nürnberger Rathaus zusammen? Im Nürnberger Stadtrat bildet die CSU eine Fraktion mit der FDP, die Grünen eine Fraktion mit Volt und die Grünliberalen um Achim Mletzko die Ökologische Fraktion mit der ÖDP. Die Grünliberalen hatten sich im April 2026 von der Grünen-Fraktion abgespalten. Wer ist Achim Mletzko? Achim Mletzko ist Stadtrat in Nürnberg und führt die Ökologische Fraktion. Er gehört dem Stadtrat seit 2008 an und war von 2012 bis April 2026 Vorsitzender der Grünen-Fraktion; Mitglied der Grünen ist er weiterhin. Anfang Oktober 2026 bot er an, in der Spitze der Nürnberger Grünen mitzuarbeiten. Transparenzhinweis: Paul Arzten ist Stadtrat der Grünen und Mitglied der Fraktion, die Achim Mletzko verlassen hat.

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