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Servus USA: Midterms 2026 – Musks Millionen und der Cheesecake-Streit

vor 3 Stunden
11 Min. Lesezeit

Vier Tage vor der US-Wahl am 3. November: Rekordtief für Trump, ein Diktator-Vergleich, das teuerste Senatsrennen der Geschichte und eine Senatskarte, die bis nach Kansas reicht


Das Wichtigste in Kürze

  • Die US-Zwischenwahlen (Midterms) finden am Dienstag, 3. November 2026, statt; in Deutschland schließen die ersten Wahllokale um 0 Uhr MEZ in der Nacht auf Mittwoch.

  • In nationalen Umfragen von New York Times/Siena, CNN und Fox News liegen die Demokraten 9 bis 11 Prozentpunkte vorn; Trumps Zustimmung erreicht mit 32 bis 36 Prozent Rekordtiefs.

  • Barack Obama verglich das von Donald Trump umgebaute Weiße Haus am 24. Oktober in Cleveland mit einer „Cheesecake Factory“, die Saddam Hussein eröffnet habe – das Weiße Haus reagierte tagelang.

  • Im Senatsrennen in Texas liegt der Demokrat James Talarico in den meisten Umfragen knapp vor Ken Paxton; Elon Musk gab im September 158 Millionen Dollar, die an den Paxton-Super-PAC Texas PAC flossen.

  • Die Demokraten brauchen netto vier Senatssitze; umkämpft sind inzwischen auch Kansas, Iowa und South Carolina.


Vier Tage vor den Midterms 2026 liegen die Demokraten in den USA national klar vorn, der Kampf um den Senat aber bleibt offen. Präsident Donald Trump erreicht in den letzten Umfragen von New York Times, CNN und Fox News Rekordtiefs, getrieben von Benzinpreisen, Inflation und dem Iran-Krieg. Zugleich dominieren zwei Geschichten den Schlussspurt: ein Restaurant-Witz von Barack Obama und das Geld von Elon Musk in Texas. In der letzten Folge von Servus USA vor der Wahl ordnen Kevin Kienle und Romy Singh von The Nuremberg Times beides ein; dieser Beitrag ergänzt das Gespräch um die aktuelle Datenlage.



Wer liegt bei den Midterms 2026 in den Umfragen vorn?

Die Demokraten führen in allen großen nationalen Umfragen bei der Frage, welche Partei die Wählerinnen und Wähler im eigenen Wahlkreis fürs Repräsentantenhaus wählen wollen (der sogenannte Generic Ballot).


Balkendiagramm: Demokraten liegen bei NYT/Siena, CNN und Fox News 9 bis 11 Prozentpunkte vor den Republikanern
Nationale Umfragen fürs Repräsentantenhaus, Oktober 2026. Grafik: The Nuremberg Times

  • New York Times/Siena (3.494 wahrscheinliche Wähler, 12. bis 19. Oktober 2026): Demokraten 52, Republikaner 41 Prozent. Trumps Zustimmung liegt bei 36 Prozent unter wahrscheinlichen und 34 Prozent unter allen registrierten Wählern – laut New York Times der schlechteste Wert, den Times/Siena je für ihn gemessen hat. 69 Prozent lehnen seinen Umgang mit den Lebenshaltungskosten ab, 65 Prozent seinen Umgang mit dem Iran-Krieg.

  • CNN/SSRS (15. bis 18. Oktober): Demokraten 49, Republikaner 39 Prozent; Trumps Zustimmung unter allen Erwachsenen 32 Prozent.

  • Fox News (9. bis 12. Oktober): Demokraten 54, Republikaner 45 Prozent. Trumps Zustimmung liegt bei 36 Prozent, laut Fox der niedrigste Wert in beiden Amtszeiten; vor dem Iran-Krieg waren es 44 Prozent. Nur 22 Prozent finden seinen Umgang mit der Inflation gut, rund 70 Prozent wollen mit ihrer Stimme ein Signal an Trump senden.


Laut CNN hat zuletzt 1986 eine Partei in einer Zwischenwahl die bundesweite Stimme fürs Repräsentantenhaus mit zehn Punkten oder mehr gewonnen. Ein zentraler Treiber ist der Spritpreis: Laut Automobilclub AAA lag der Durchschnittspreis für eine Gallone Benzin am 27. Oktober bei rund 4,27 Dollar, Ende Oktober 2025 bei rund 3,03 Dollar.


Die Daten haben auch eine zweite Seite. Trump hält seine Basis: 82 Prozent der Republikaner unterstützen ihn laut Times/Siena, unter selbst ernannten MAGA-Republikanern sind es laut Fox 95 Prozent. Die Demokraten profitieren vor allem von der Ablehnung des Präsidenten – nur 28 Prozent der Befragten sind laut Times/Siena mit der Demokratischen Partei zufrieden. Republikanisch orientierte Institute messen kleinere Abstände, etwa Echelon Insights mit plus 5 Punkten.


Die Hosts mahnen zur Vorsicht. „Bei den letzten zwei Wahlen waren wir immer falsch gelegen“, sagt Kevin Kienle mit Blick auf eigene Prognosen. Romy Singh verweist auf die gespaltene Gesellschaft: „Die Gräben sind so tief und das merkt man auch wie festgefahren teilweise die Umfragen sind.“


Was hat Obama über die Cheesecake Factory gesagt?

Barack Obama trat am Samstag, 24. Oktober 2026, erstmals in diesem Wahlkampf auf großer Bühne auf: in Cleveland, Ohio, für den Senatskandidaten Sherrod Brown und die Gouverneurskandidatin Amy Acton, am selben Tag in Detroit für Michigans Senatskandidaten Abdul El-Sayed. In Cleveland spottete er über Trumps Umbauten am Weißen Haus – den Ballsaal, für den der Ostflügel abgerissen wurde, den gepflasterten Rosengarten, die Goldverzierungen im Oval Office – und meinte, Trump gehöre eigentlich zum Renovierungssender HGTV. Dann der Satz, um den sich seitdem alles dreht: Trump habe das Weiße Haus so aussehen lassen, als hätte Saddam Hussein eine Cheesecake Factory eröffnet, überall Gold. The Hill beziffert die Renovierungen auf gemeldete 900 Millionen Dollar.


Saddam Hussein war Iraks Diktator, 2003 gestürzt und 2006 hingerichtet; seine Paläste waren für vergoldete Ausstattung bekannt. Die Cheesecake Factory ist eine US-Restaurantkette der gehobenen Mittelklasse mit goldlastiger Einrichtung, Säulen und mehr als 200 Gerichten auf der Karte. Obamas politischer Punkt: Trump kümmere sich mehr um Dekoration als um die Preise.


Wie reagierte das Weiße Haus?

Die Reaktion zielte auf das Restaurant, nicht auf den Diktator-Vergleich. Der offizielle X-Account des Weißen Hauses postete eine Fake-Speisekarte mit der Botschaft, größer als die Karte der Cheesecake Factory sei nur die Liste von Trumps Erfolgen. Finanzminister Scott Bessent ging am 26. Oktober demonstrativ in eine Cheesecake Factory in Washington essen und spottete, Obama habe ein Museum gebaut, das wie Darth Vaders Grab aussehe – gemeint ist das im Juni eröffnete Obama Presidential Center in Chicago. Trump sagte am selben Tag, wer das Weiße Haus eine Cheesecake Factory nenne, zeige, warum er ein mieser Präsident gewesen sei. Konservative Kommentatoren warfen Obama Herablassung gegenüber normalen Amerikanern vor.


Obama konterte am 28. Oktober in Morrow, Georgia: Die Regierung habe auf seinen Witz mit einer Mobilisierung der gesamten Regierung reagiert, nicht auf die Inflation. Er selbst sei mit seinen kleinen Töchtern ein Jahrzehnt lang regelmäßig in der Cheesecake Factory gewesen. Kevin Kienle sieht darin ein bekanntes Muster: Die Debatte verschiebe sich von Korruption, Lebensmittel- und Spritpreisen zu einem Kulturkampf-Thema.


In Detroit hatte Obama einen ernsteren Ton angeschlagen: Man werde Lügen, Angst und Spaltung einsetzen und womöglich sogar Namen oder Glauben, um Menschen als weniger amerikanisch darzustellen. CNN las das als Bezug auf die Angriffe auf den muslimischen Kandidaten El-Sayed. Romy Singh nennt es im Podcast eine Verkehrung der Geschichte eines Landes, das als Zuflucht für religiös Verfolgte entstanden sei. In derselben Woche versprach Trump auf Truth Social eine Million Dollar für Hinweise auf Wahlbetrug, zahlbar nach Festnahme und Verurteilung.


Wer liegt im Senatsrennen in Texas vorn?

Im Senatsrennen in Texas liegt der Demokrat James Talarico in den meisten Umfragen der letzten zwei Wochen knapp vor dem Republikaner Ken Paxton. Fox News misst ein Patt, eine aktuelle Umfrage von Quantus Insights sieht Paxton einen Punkt vorn.


Balkendiagramm: Vorsprung von James Talarico gegenüber Ken Paxton in sechs Texas-Umfragen
Senatsrennen Texas: Talarico in vier von sechs Umfragen vorn. Grafik: The Nuremberg Times

Bemerkenswert ist die Geschlossenheit der Lager: Laut University of Houston stehen 98 Prozent der Demokraten hinter Talarico, aber nur 88 Prozent der Republikaner hinter Paxton. Im Umfrageschnitt von Silver Bulletin liegt Talarico 2,4 Punkte vorn, also innerhalb eines normalen Umfragefehlers. Auf dem Prognosemarkt Kalshi entsprach der Preis am 26. Oktober einer Siegwahrscheinlichkeit von 65 Prozent für Talarico. Texas hat seit Jahrzehnten keinen Demokraten in den US-Senat geschickt.


James Talarico ist Abgeordneter im texanischen Landesparlament aus dem Raum Austin, früher Lehrer und studierter presbyterianischer Theologe; die demokratische Vorwahl gewann er mit 52,4 Prozent gegen die Kongressabgeordnete Jasmine Crockett. Ken Paxton ist seit 2015 Generalstaatsanwalt von Texas und setzte sich in der Vorwahl gegen Senator John Cornyn durch. 2023 wurde er vom texanischen Repräsentantenhaus im Amtsenthebungsverfahren angeklagt und vom Landessenat freigesprochen; ein Verfahren wegen Wertpapierbetrugs von 2015 endete nach fast einem Jahrzehnt mit einer Vereinbarung vor dem Prozess. Seine Frau, Landessenatorin Angela Paxton, reichte im Juli 2025 nach 38 Jahren Ehe die Scheidung ein. Im Oktober rief sie in einem TV-Spot dennoch dazu auf, das republikanische Ticket zu wählen, ohne den Namen ihres Mannes zu nennen.


Im Podcast tippt Romy Singh auf einen Sieg Talaricos, Kevin Kienle auf Paxton: „Mit dieser Menge an Geld von Elon Musk glaube ich, dass Paxton leider gewinnt.“


Welche Rolle spielt Elon Musk im Texas-Wahlkampf?

Elon Musk ist der mit Abstand größte Geldgeber hinter Ken Paxton – nicht über dessen Kampagne, sondern über Super PACs. Laut Unterlagen der Bundeswahlbehörde FEC nahm Talarico bis zum 14. Oktober 146,3 Millionen Dollar ein, Paxton 22,3 Millionen.


Balkendiagramm: Einnahmen der Kampagnen von Talarico und Paxton sowie Musks 158-Millionen-Dollar-Spende
Kampagnen und Super PACs im Texas-Senatsrennen, Millionen US-Dollar. Grafik: The Nuremberg Times

Ein Super PAC ist eine US-Organisation, die seit Gerichtsentscheidungen von 2010 unbegrenzt Geld von Einzelpersonen, Unternehmen und Verbänden sammeln und im Wahlkampf ausgeben darf, sich aber nicht mit der Kampagne des Kandidaten absprechen darf. Die Spender müssen offengelegt werden; über gemeinnützige Umwege bleibt die Herkunft jedoch oft unklar – das sogenannte Dark Money.


Der Weg von Musks Geld laut FEC:


  • 9. September: 75 Millionen Dollar an den Senate Leadership Fund, den Super PAC der republikanischen Senatsführung um Mehrheitsführer John Thune; am Folgetag 75 Millionen weiter an die neu gegründete Gruppe Texas PAC.

  • 23. September: 83 Millionen an den Senate Leadership Fund, am 24. September exakt 83 Millionen weiter an Texas PAC.


Zusammen sind das 158 Millionen Dollar. Laut The Hill war Musk im dritten Quartal der einzige Spender von Texas PAC, laut CBS machten seine beiden Schecks mehr als die Hälfte der Quartalseinnahmen des Senate Leadership Fund aus. „Da finanziert ein Mann den Wahlkampf“, sagt Kevin Kienle. Laut CNN gingen weitere zehn Millionen an Lone Star Liberty PAC, der KI-generierte Robocalls gegen Talarico finanzierte; insgesamt hat Musk in diesem Wahlzyklus laut CNN rund 445 Millionen Dollar für Republikaner ausgegeben. CBS spricht von einer entschlossenen Rückkehr Musks zu großen politischen Spenden; 2025 hatte er sich zwischenzeitlich öffentlich mit Trump überworfen.


Texas PAC hat laut Dallas Morning News rund 178 Millionen Dollar ausgegeben, unter anderem für Spots gegen Talaricos Aussagen zu Transgender-Themen und für den Auftritt von Angela Paxton. Der größte demokratische Super PAC, Lone Star Rising, kommt auf rund 21 Millionen Dollar. Laut Daily Signal flossen bis Mitte Oktober über 500 Millionen Dollar in das Rennen – das teuerste Senatsrennen der US-Geschichte.


Warum investiert Musk ausgerechnet in Texas?

Musk ist wirtschaftlich eng mit Texas verbunden: Tesla, SpaceX und X haben dort ihren Hauptsitz, die Boring Company sitzt in San Antonio, im Grimes County entsteht ein Halbleiter- und KI-Rechenzentrum. Gouverneur Greg Abbott erhielt fünf Millionen Dollar von ihm. Ein konkretes Gegengeschäft mit Paxton ist nicht belegt; Kritiker verweisen darauf, dass Paxton als Generalstaatsanwalt die Behörde führt, die Unternehmen in Texas verklagen kann. Republikaner halten dagegen, die Senatsführung habe Anfang September andere Staaten priorisiert – ohne Musks Geld wäre Paxton gegen Talaricos Spendenvorsprung kaum konkurrenzfähig gewesen.


Wie hoch ist die Wahlbeteiligung in Texas?

Bis Donnerstag, 29. Oktober, haben laut Houston Chronicle rund 5,7 Millionen Texanerinnen und Texaner gewählt, etwa 30 Prozent der 19 Millionen Registrierten. Zum gleichen Zeitpunkt lag die Quote laut Sender KERA 2022 bei rund 21 und 2018 bei rund 24 Prozent. Da Texas keine Parteizugehörigkeit registriert, lässt sich daraus kein Trend ableiten. Auch Georgia meldet einen Rekord bei der persönlichen Frühwahl für eine Zwischenwahl.


Die Republikaner mobilisieren ihr Spitzenpersonal: Vizepräsident JD Vance trat am 29. Oktober in Weatherford für Paxton auf, Senats-Whip John Barrasso tourte durch Westtexas, Trump war am 27. Oktober in Lubbock. Kevin Kienle sieht darin ein Risiko für die Partei: Ressourcen, die in Texas gebunden sind, fehlen in anderen Staaten.


Welche Senatsrennen entscheiden über die Mehrheit?

Der US-Senat steht derzeit bei 53 Republikanern zu 47 Demokraten einschließlich zweier Unabhängiger. Die Demokraten brauchen netto vier Sitze, weil bei einem Patt von 50 zu 50 Vizepräsident JD Vance entscheidet. Der Cook Political Report stuft Alaska, Iowa, Kansas, Maine, Ohio und Texas – alle republikanisch gehalten – sowie das demokratisch gehaltene Michigan als offen (Toss-up) ein (Stand 20. Oktober 2026). In den Umfragedurchschnitten liegen die Demokraten in den meisten dieser Rennen um zwei bis vier Punkte vorn; einzelne Umfragen fallen teils deutlicher aus.


Balkendiagramm: Umfragevorsprung in acht umkämpften Senatsrennen von Alaska bis Iowa
Die Senatsrennen, die über die Mehrheit entscheiden. Grafik: The Nuremberg Times

  • North Carolina: Ex-Gouverneur Roy Cooper (D) gegen Ex-Parteichef Michael Whatley um den Sitz des nicht mehr antretenden Thom Tillis; Cook stuft das Rennen als wahrscheinlich demokratisch ein.

  • Ohio: Sherrod Brown (D) liegt laut Fox News mit 52 zu 47 vor Amtsinhaber Jon Husted, im Schnitt von Silver Bulletin mit 3,2 Punkten; Fox verschob das Rennen auf „Lean Democrat“.

  • Michigan: Abdul El-Sayed (D) führt gegen Mike Rogers laut Mitchell Research mit 51 zu 44, im Umfrageschnitt von Pollsmax mit 2,9 Punkten. Im August hatte eine Fox-Umfrage noch Rogers vorn gesehen.

  • Maine: Amtsinhaberin Susan Collins gegen Troy Jackson – Fox misst 49 zu 49, Marist sieht Jackson mit 49 zu 47 vorn; Silver Bulletin im Schnitt mit 2 Punkten.

  • Alaska: Mary Peltola (D) liegt laut New York Times/Siena mit 50 zu 43 vor Amtsinhaber Dan Sullivan; andere Umfragen sind deutlich enger, der Schnitt von Silver Bulletin liegt bei 3,7 Punkten.

  • Kansas: Adam Hamilton (D), Gründer einer methodistischen Megakirche, führt laut CNN mit 49 zu 45 gegen Senator Roger Marshall, im Schnitt von RealClearPolitics mit 2,6 Punkten. Kansas hat seit fast 100 Jahren keinen Demokraten in den Senat gewählt.

  • Iowa: Ashley Hinson (R) und Josh Turek (D) liegen laut Times/Siena bei 48 zu 47.

  • South Carolina: Nach dem Tod von Senator Lindsey Graham im Juli 2026 ernannte Gouverneur Henry McMaster dessen Schwester Darline Graham. Times/Siena sieht sie mit der Demokratin Annie Andrews gleichauf, 48 zu 48 – in einem Staat, den Trump 2024 mit 18 Punkten gewann.


Prognosemodelle sehen die Demokraten vorn: Nate Silvers Silver Bulletin gibt ihnen rund 77,7 Prozent Chance auf die Senatsmehrheit und lag fürs Repräsentantenhaus zuletzt bei 95 Prozent. Die Fox News Power Rankings sehen die Demokraten im Haus bei mindestens 223 Sitzen; 218 braucht es für die Mehrheit.


Die Gegenrechnung liefert Fox News selbst: Sieben der zehn Senats-Schlachtfelder gewann Trump 2024, sechs davon zweistellig. In Alaska, Iowa und Kansas sind im Schnitt rund zehn Prozent der Befragten unentschieden. Silver Bulletin warnt, die Vorsprünge in Texas, Ohio, Alaska und Maine lägen im Bereich eines normalen Umfragefehlers. Romy Singh erwartet dennoch, dass die Demokraten beide Kammern gewinnen: „Das Immunsystem einer Demokratie sind Wahlen.“


Wann gibt es Ergebnisse der Midterms in Deutschland?

Die USA stellen am 1. November auf Winterzeit um; in der Wahlnacht gilt US-Ostküstenzeit plus sechs Stunden. Die Schließzeiten der Wahllokale in MEZ, Nacht vom 3. auf den 4. November 2026:


  • 0:00 Uhr: Teile von Indiana und Kentucky

  • 1:00 Uhr: Georgia, Virginia, South Carolina, Vermont, Großteil Floridas

  • 1:30 Uhr: North Carolina, Ohio

  • 2:00 Uhr: Pennsylvania, Maine, Mississippi, Großteil von Texas, Michigan, Kansas

  • 3:00 Uhr: Iowa, Minnesota, Nebraska, New York, Wisconsin, Arizona

  • 5:00 Uhr: Kalifornien, Oregon, Washington

  • 6:00–7:00 Uhr: Alaska, Hawaii


Endergebnisse können Tage dauern. Der Supreme Court entschied im Juni 2026 im Fall Watson gegen RNC, dass Briefstimmen, die bis zum Wahltag abgestempelt sind, auch nach dem Wahltag eintreffen dürfen, sofern ein Bundesstaat das erlaubt. Alaska zählt nach einem Ranglisten-Verfahren aus. Trumps Erlass zur Einschränkung der Briefwahl greift bei dieser Wahl nicht: Nach einem Zwischensieg der Regierung im August stoppte der Supreme Court Mitte September die Umsetzung für 2026. Kevin Kienle erwartet bei knappen Ergebnissen Versuche, die Wahl anzufechten; bei einem klaren Ergebnis hält er das für weniger wahrscheinlich.


Was bedeutet die US-Wahl für Bayern?

Die USA sind Bayerns größtes einzelnes Abnehmerland, der wichtigste Markt bleibt aber die Europäische Union. Laut Außenhandelsreport des Bayerischen Wirtschaftsministeriums exportierte Bayern 2025 Waren für 227,0 Milliarden Euro; 53,6 Prozent davon gingen in die EU-27, 11,5 Prozent in die USA.


Balkendiagramm: Bayerische Exporte 2025 in die EU und die wichtigsten Einzelländer, USA vorn
Bayerische Ausfuhren 2025. Grafik: The Nuremberg Times

Im August 2026 stiegen die bayerischen Ausfuhren in die USA laut Landesamt für Statistik um 39,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – allerdings gemessen an einem schwachen August 2025 mitten im Zollschock. Im ersten Halbjahr 2026 sanken die Exporte in die USA laut Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) weiter, die Pkw-Exporte gingen um fast zwölf Prozent zurück. Seit 1. Juli 2026 gilt der EU-US-Rahmen mit einer Zollobergrenze von 15 Prozent für die meisten Sektoren; die Stahl- und Aluminiumzölle sollen bis Ende 2026 angeglichen werden. Ein demokratisch kontrolliertes Repräsentantenhaus kann Zölle allein nicht aufheben, aber Anhörungen erzwingen und Haushaltsmittel kontrollieren. Der neue Kongress tritt am 3. Januar 2027 zusammen.


Häufige Fragen

Wann sind die Midterms 2026?

Die US-Zwischenwahlen finden am Dienstag, 3. November 2026, statt. Gewählt werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus, 35 der 100 Senatssitze und 36 Gouverneursämter.


Wann gibt es Ergebnisse der Midterms in Deutschland?

Die ersten Wahllokale schließen um 0 Uhr MEZ in der Nacht auf Mittwoch, 4. November 2026. Erste Trends aus North Carolina und Ohio sind ab 1:30 Uhr MEZ möglich, die größte Welle folgt um 2 Uhr. Endergebnisse in knappen Rennen können Tage dauern.


Wer liegt bei den Midterms 2026 in den Umfragen vorn?

National die Demokraten: New York Times/Siena misst 52 zu 41, CNN 49 zu 39, Fox News 54 zu 45 Prozent (Mitte Oktober 2026). Im Senat liegen viele Rennen innerhalb der Fehlermarge; die Demokraten brauchen netto vier Sitze.


Was ist die Prognose für die Midterms 2026?

Das Prognosemodell Silver Bulletin gibt den Demokraten rund 95 Prozent Chance auf das Repräsentantenhaus und rund 77,7 Prozent auf den Senat. Die Fox News Power Rankings sehen die Demokraten im Haus bei mindestens 223 Sitzen.


Wie viel hat Elon Musk im Texas-Senatsrennen gespendet?

Laut Bundeswahlbehörde FEC spendete Elon Musk im September 158 Millionen Dollar an den Senate Leadership Fund, der das Geld an den Paxton-Super-PAC Texas PAC weiterleitete. Hinzu kommen laut CNN zehn Millionen an Lone Star Liberty PAC.


Quellen

New York Times/Siena (via Honolulu Star-Advertiser, 21.10.2026) · CNN Polling (Stand 27.10.2026) · CNN, 24., 28. und 29.10.2026 · Fox News, 24. und 27.10.2026; Fox-Umfrage via The Hill, 15.10.2026 · Axios, 26.10.2026 · The Hill, 16. und 29.10.2026 · CBS News, Oktober 2026 · Newsweek, 23., 29. und 30.10.2026 · Dallas Morning News · Daily Signal, 16.10.2026 · Houston Chronicle, 29.10.2026 · KERA, 27.10.2026 · WABE, 29.10.2026 · Cook Political Report (Stand 20.10.2026) · Marist Poll · CBS Detroit, 28.10.2026 · Votebeat, 15.09.2026 · AAA · Bayerisches Wirtschaftsministerium, Außenhandelsreport 2025 · Bayerisches Landesamt für Statistik, PM 285/2026 · vbw · Europäische Kommission.


Hinweis der Redaktion: Umfragen und Prognosen sind Momentaufnahmen, Stand 30. Oktober 2026. Aussagen von Kevin Kienle und Romy Singh stammen aus der Podcastfolge; alle weiteren Angaben aus den genannten Quellen. Titelbild: Westfront des US-Kapitols in Washington, Foto: Noclip/Wikimedia Commons (gemeinfrei). Grafiken: The Nuremberg Times.

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