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American Football Nürnberg: Aufsteiger zieht Halbzeitbilanz

Nürnberger Regionalliga-Team steht bei 3:4 — Headcoach Basti Göss über knappe Niederlagen, Verletzungspech und einen geplanten Wechsel im Coaching-Staff

Der American-Football-Aufsteiger aus Nürnberg geht mit positiver Grundstimmung in die zweite Saisonhälfte. Nach drei Siegen und vier Niederlagen belegt das Team von Headcoach Basti Göss den fünften Tabellenplatz der Regionalliga — und hält damit das Saisonziel einer ausgeglichenen Bilanz weiter in Reichweite. „Also 5:5 wäre eine positive Bilanz am Ende des Jahres", sagt Göss im Podcast Hawks Nest von The Nuremberg Times. Aus den letzten drei Spielen bräuchte es dafür zwei Siege.


Zwei Niederlagen in den letzten Sekunden

Die Bilanz könnte besser ausfallen. Zwei Spiele verlor das Team in der Schlussphase: das Heimspiel gegen die Fursty Razorbacks sowie das Auswärtsspiel in Landsberg. „Wir haben zwei Spiele verloren, die wir nicht hätten verlieren müssen", sagt Göss.


Gegen Fursty stand es kurz vor Schluss 20:21. In der entscheidenden Situation lief die Zeit ab, bevor die Mannschaft ein Field Goal zum Sieg versuchen konnte — nach eigener Darstellung, weil in der Hektik an der Seitenlinie der Countdown der Schiedsrichter überhört wurde. In Landsberg reichten dem Gegner sieben Sekunden Restspielzeit für einen Touchdown in die Endzone. „Vielleicht waren wir schon mit dem Kopf einfach zu sehr im Siegmodus", räumt der Coach ein.


Warum steht das Team nicht weiter oben?

Neben den knappen Ergebnissen nennt Göss zwei strukturelle Faktoren. Zum einen ein hohes Verletzungspech: Ausgefallene Leistungsträger ließen sich im Kader zwar zahlenmäßig, aber nicht in gleicher Qualität ersetzen. Das Team setze hier auf eine „Next Man Up"-Mentalität.

Zum anderen ein früh geballter Spielplan. Weil die Heimspiele auf dem Nürnberger Zeppelinfeld ausgetragen werden und Veranstaltungen wie Rock im Park und die DTM den Platz belegten, absolvierte die Mannschaft nach eigenen Angaben sechs Spiele in sieben Wochen, während die Konkurrenz nun nachzieht. Die aktuelle Pause bis zum 25. Juli ist Folge dieser Terminlage.


Umbruch im Coaching-Staff geplant

Getragen habe der Aufstieg aus der Bayernliga vor allem ein über Jahre eingespielter Coaching-Staff. Genau dieses System stoße auf semi-professionellem Regionalliga-Niveau jedoch an Grenzen. „Es braucht auf jeden Fall einen Umbruch im Coaching", sagt Göss und kündigt Veränderungen nach der Saison an — bei gleichzeitig stabilem Spielerkader. Die Herausforderung liege dabei weniger auf dem Feld als hinter den Kulissen, etwa bei der Organisation von Importspielern.


Den Abstand zur höherklassigen GFL 2 hält Göss aktuell noch für „sehr groß". Der Fokus liegt auf dem Klassenerhalt und einer positiven Bilanz; für kommende Saison plant der Verein bereits den Verbleib in der Regionalliga.


Drei Heimspiele zum Abschluss

Die letzten drei Partien bestreitet das Team allesamt in Nürnberg. Den Auftakt macht am Samstag, 25. Juli, Kickoff 14 Uhr auf dem Zeppelinfeld das Duell gegen die Kirchdorf Wildcats, gefolgt von Neu-Ulm. Zum Saisonabschluss am 15. August kommt es zum Rückspiel gegen den Tabellenführer, die Nürnberg Rams — das Hinspiel ging mit 27:56 verloren. Diesem Gegner widmet sich Göss aber bewusst noch nicht: „Da bin ich vom Kopf her noch gar nicht da."


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