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Mietspiegel Nürnberg 2026: 10,33 Euro pro Quadratmeter

Mietenspiegel 2026: Warum kleine Wohnungen in Nürnberg die Mieten treiben

Der Mietenspiegel Nürnberg 2026 ist da — und er zeigt: Wohnen in der Stadt ist in zwei Jahren spürbar teurer geworden, aber nicht für alle gleich. Die durchschnittliche Netto-Kaltmiete liegt bei rund 10,33 Euro pro Quadratmeter, nach 9,65 Euro im Jahr 2024. Das ist ein Plus von etwa 5,4 Prozent. Der Anstieg verteilt sich jedoch höchst ungleich: Bei Wohnungen bis 30 Quadratmeter kletterte die Miete um rund acht Prozent, während große Wohnungen ab 90 Quadratmetern mit weniger als zwei Prozent Zuwachs nahezu stabil blieben. Es sind also ausgerechnet die kleinen Einheiten — Studierenden-Apartments, Single-Wohnungen, Einstiegsmieten — die den Markt nach oben ziehen.


Warum trifft die Preissteigerung ausgerechnet kleine Wohnungen?

Weil dort die Nachfrage am stärksten wächst. Nürnberg ist durch den Zusammenschluss mit der Universität Erlangen-Nürnberg und die neue Technische Universität eine Studierendenstadt — und Studierende suchen genau jene Ein- bis Anderthalb-Zimmer-Wohnungen, deren Preise in den vergangenen Monaten und Jahren am stärksten gestiegen sind. Paul formuliert das im Podcast als Generationenbefund: Zu Beginn seines Studiums hätte er sich solche Wohnungen „wahrscheinlich eher nicht leisten können". Was als bezahlbares Segment gedacht war, ist zum teuersten geworden.


Hinzu kommt der Wachstumsdruck einer Stadt mit endlichen Flächen. Nach Angaben im Podcast zogen in den vergangenen sechs Jahren rund 40.000 Menschen nach Nürnberg — Zahlen, die im Gespräch nicht belegt wurden. Die Südstadt ist dicht bebaut, Gostenhof durchläuft seit Jahren einen Gentrifizierungsprozess, und die neuen Quartiere Lichtenreuth und Tiefes Feld müssen erst entstehen. Aufstockungen im Bestand scheitern häufig an der Statik älterer Gebäude. Pauls Fazit fällt entsprechend nüchtern aus: „Letztendlich müssen wir halt mehr und schneller bauen."


Eigentumsquote statt Mietpreisbremse: der blinde Fleck der Debatte

Die eigentliche Leerstelle der deutschen Wohnungsdebatte liegt für Romy woanders. Rund die Hälfte der Menschen in Deutschland lebt zur Miete — deutlich mehr als in fast allen Nachbarländern. „Irgendwas ist in Schieflage geraten am Wohnungsmarkt", sagt er. Seine Kritik zielt auf eine Konstellation, die sie für ökonomisch wie sozial unklug hält: „Wir leisten uns in Deutschland lieber so eine Handvoll riesiger Immobilienkonzerne, denen aber Hunderttausende Wohnungen gehören" — und reguliert dann jene privaten Kleinvermieter mit ein bis drei Wohnungen, die in der Regel die sozialeren Vermieter seien.


Der Hebel, den Romy dahinter sieht, ist Vermögensbildung. Wer ein Leben lang mietet und 30 bis 50 Prozent des Einkommens für Wohnen aufwendet, hat am Ende wenig zu vererben. Die Vermögenskonzentration verstärkt sich damit selbst. Eigentum sei „kein Heilmittel" gegen Altersarmut, betont er — aber: „Man ist den Marktgegebenheiten nicht so schonungslos ausgeliefert." Ein politisches Ziel könnte lauten, die Eigentumsquote von heute etwa 45 Prozent binnen zehn Jahren auf 55 Prozent zu heben.


Dass ausgerechnet Paul dieses Anliegen als „CSU-Thema" einordnet, quittiert Romy mit einem ungewöhnlich offenen Satz über die eigene Partei: „Meiner Partei fehlt einfach das Profil in solchen Fragen." Die SPD, sagt er, habe verlernt, wofür sie stehe — „für eine chancengerechte Aufstiegsgesellschaft".


Enteignung, Leerstand, Sozialbindung: was die Stadt Nürnberg tun könnte

Beim Reizwort Enteignung plädiert Romy für Entdramatisierung. Der Begriff sei „ein linker Kampfbegriff" geworden, dabei bedeute er keine Umverteilung nach Robin-Hood-Art: „Enteignen heißt ja nicht, ich nehme etwas weg." Die öffentliche Hand kaufe, die Eigentümer würden „in der Regel großzügig entschädigt", weil das Gemeinwohl über dem Einzelinteresse stehe. Sinnvoll sei das dort, wo Leerstand spekulativ provoziert werde oder Immobilien verwahrlosen. Die Objekte könnten anschließend an kommunale Träger gehen — in Nürnberg etwa an die WBG.


Strukturell gravierender ist aus Romys Sicht die Sozialbindung: Sozialwohnungen sind je nach Förderung 15 bis 25 Jahre gebunden. Es fielen jedoch mehr Wohnungen aus dieser Bindung, als Bund und Länder neu bauten. Den Verkauf bayerischer Sozialwohnungen an ein großes Wohnungskonsortium unter Markus Söder nennt er im Podcast einen „Sündenfall" — eine Bewertung, die im Gespräch nicht mit Zahlen unterlegt wurde.


Und dann ist da der Leerstand im Neubau. Kevin verweist auf fertiggestellte Bayernheim-Wohnungen an der Rauhäcker Straße im Nürnberger Westen, die seit Monaten leer stünden, weil die Ausschreibung fehle. Paul zieht die Linie weiter: „Es kann nicht sein, dass so viele Wohnungen frei sind oder dass Wohnungen für Airbnb genutzt werden, während Leute … nach einer Wohnung ein halbes Jahr suchen müssen."


Neubau in Nürnberg: Schulen, Nahversorgung und Hitzeschutz fehlen

Bauen allein genügt nicht. Im Nürnberger Westen fehlen Grundschulplätze — die Wandererschule ist nach Darstellung im Podcast fünf- bis sechszügig und schon heute zu klein; ohne neue Schule im Tiefen Feld verschärft sich das Problem mit jedem Quartier. Auch die Nahversorgung hinkt hinterher: Nach der Schließung des Real-Marktes soll dort laut Podcast erst 2027 Ersatz entstehen. Schwimmbäder im Westen: Fehlanzeige.


Den letzten blinden Fleck benennt Romy mit einem Beispiel vom ehemaligen Radloff-Gelände an der Schnieglinger Straße Ecke Nordwestring. Ein moderner Neubau, „Verkaufspreis über 8.000 Euro den Quadratmeter. Keine Klimaanlage." In den Schlafzimmern, berichtet ein Bekannter, seien es 28 bis 29 Grad. Die KfW-Standards optimieren den CO₂-Fußabdruck im Betrieb — Klimaresilienz gegen Tropennächte kommt darin kaum vor. Seine Frage an die Grünen: Muss nicht beides Hand in Hand gehen?


Über diese Schieflage und ihre politischen Ursachen diskutierten in der aktuellen Podcast-Folge von The Nuremberg Times der Sozialdemokrat Romy und der Grünen-Politiker Paul mit Host Kevin.




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