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1. FC Nürnberg: Zoma, Traumstart und die Wolfsburg-Probe

vor 3 Stunden
3 Min. Lesezeit

Fünf Siege, ein Remis, ein Nationalspieler aus der zweiten Liga – im Sporttalk ordnen Paul Arzten und Theo Deinlein den Höhenflug des Clubs ein.


Der 1. FC Nürnberg ist nach sechs Spieltagen der 2. Bundesliga ungeschlagen: fünf Siege, ein Remis in Kiel, 16 Punkte und Platz zwei hinter Hertha BSC, das alle sechs Spiele gewonnen hat. Zuletzt setzte sich der Club am 19. September mit 1:0 beim Karlsruher SC durch. Im Sporttalk von The Nuremberg Times sprechen Moderator Paul Arzten und Sportexperte Theo Deinlein über die Gründe – und über Mohamed Ali Zoma, der als Zweitligaspieler in die italienische Nationalmannschaft berufen wurde.


Warum ist der 1. FC Nürnberg so stark in die Saison gestartet?

Deinlein nennt den Auftakt den besten, den der Club je hingelegt habe. Den Sieg in Karlsruhe, bei dem dem KSC laut Podcast ein Tor aberkannt wurde, wertet er als Reifezeichen: „So ein Spiel gewinnst du normalerweise als Aufsteiger." Die Mannschaft wachse „mit jedem Spiel".


Den wichtigsten Impuls sieht er bei Trainer Miroslav Klose, auf dem Platz bei Führungsspielern wie dem 28-jährigen Julian Justvan, der beim 2:1 gegen Hannover 96 schon nach fünf Minuten einen Abwehrfehler bestrafte. Ansonsten setzt Klose konsequent auf junge Spieler: „Der Trainer setzt darauf, dass die Jugend stark wird und die Ergebnisse geben ihm aktuell auf jeden Fall recht."

Dass Hertha vorn steht, halten beide eher für einen Vorteil. „Es ist für uns aber ganz gut psychologisch", heißt es im Gespräch: Als Zweiter bleibe die Mannschaft hungrig, ein Unentschieden fühle sich nicht wie eine Niederlage an, und der Druck auf die jungen Spieler sinke.


Zoma: 20 Millionen abgelehnt, jetzt Squadra Azzurra

Die Personalie der Saison ist Mohamed Ali Zoma. Der 22-Jährige kam im Sommer 2025 für rund 1,5 Millionen Euro vom italienischen Drittligisten AlbinoLeffe. Ende August lehnte der Club Medienberichten zufolge ein Angebot von rund 20 Millionen Euro inklusive Boni ab. Nun berief ihn Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini, seit Juli Nachfolger von Gennaro Gattuso, für die Nations-League-Spiele gegen Belgien, Frankreich und zweimal die Türkei – nach Angaben von t-online als ersten Spieler eines deutschen Zweitligisten überhaupt.


Für Deinlein ist die Entscheidung, Zoma zu halten, ein strategischer Einschnitt. Steige der Club auf, könne er seinen Topspieler halten oder später für 40 bis 50 Millionen Euro verkaufen – eine Summe, die es nach seiner Einschätzung braucht, um sich in der ersten Liga dauerhaft zu etablieren. Das Modell des Ausbildungsvereins, der Talente wie Finn Jeltsch an den VfB Stuttgart abgibt, würde damit erstmals in eigene Stärke umgemünzt.


Die Reaktion der Mitspieler – sie brachten Zoma laut Podcast eine Torte – deutet Deinlein als Zeichen intakter Kabine: „Da ist kein Neid oder so. Man unterstützt den anderen beim Erfolg, man gönnt es dem anderen." Die Nominierung zeige zudem, „dass unsere zweite Liga mittlerweile starkes Niveau hat".


Tradition gegen Geld: das Topspiel gegen Wolfsburg

Nach der Länderspielpause folgt am Samstag, 10. Oktober, um 20.30 Uhr das Flutlicht-Heimspiel gegen Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg, derzeit Vierter mit fünf Punkten Rückstand auf den Club. Mit einem Sieg wüchse der Abstand auf acht Punkte. Im Sporttalk wird daraus eine Grundsatzfrage – Werksklub gegen Traditionsverein: „Ihr könnt so viel Geld ausgeben, wie ihr wollt, wir entwickeln gute Spieler, wir haben Team Spirit."


Dass Fans von Erstligisten dem Club und Hertha in Kommentarspalten die Rückkehr nach oben wünschen, freut beide. Als Beleg für die Stärke der eigenen Anhängerschaft verweisen sie auf die Auswärtsfahrten: In Karlsruhe seien nach ihren Angaben 4.000 bis 4.500 Nürnberger im Stadion gewesen. „Auf sowas kann ein Wolfsburg nicht hoffen."


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