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Zugunglück Spanien: Verkehrsminister Óscar Puente tritt zurück

vor 1 Stunde
3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente ist am 3. November 2026 nach dem schweren Zugunglück bei Urda in der Provinz Toledo zurückgetreten.

  • Bei dem Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge am 28. Oktober 2026 starben 69 Menschen, rund 200 wurden verletzt.

  • Puente verzichtet zudem auf eine Kandidatur bei der spanischen Parlamentswahl am 29. November.

  • Die Opposition sowie die Regionalparteien PNV und Junts, auf die die Regierung von Pedro Sánchez angewiesen ist, hatten seinen Rücktritt gefordert.


Sechs Tage nach dem Zugunglück in Spanien hat Verkehrsminister Óscar Puente sein Amt niedergelegt. Der Sozialist kündigte seinen Rücktritt am Dienstag, 3. November 2026, am Ende eines mehr als vierstündigen Auftritts vor dem Ständigen Ausschuss des spanischen Abgeordnetenhauses an. Dieser vertritt das Parlament, solange es nicht im Plenum tagt. Puente verzichtet außerdem auf einen Platz auf den Listen seiner Partei PSOE für die Parlamentswahl am 29. November.


Seinen Schritt nannte der Minister nach Berichten von Euronews und dem Technikportal Xataka eine notwendige Maßnahme, die gut für das Land und die Demokratie sei. Er habe den Entschluss bereits wenige Stunden nach dem Unglück gefasst, aber erste Ermittlungsergebnisse abwarten wollen.


Was geschah beim Zugunglück in Spanien?

Am 28. Oktober 2026 stieß nahe Urda in der Provinz Toledo auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Sevilla ein AVE-Zug der Staatsbahn mit einem stehenden Zug des privaten Anbieters Iryo zusammen. 69 Menschen kamen ums Leben, rund 200 wurden verletzt.


Puente schilderte vor den Abgeordneten den Ablauf so: Nach einem Ausfall des automatischen Zugsicherungssystems LZB ließ die Leitstelle des Netzbetreibers Adif den AVE-Zug weiterfahren. Der Lokführer des Iryo-Zuges meldete der Leitstelle, dass sein Zug noch stand; einen Haltebefehl für den AVE gab es nach Darstellung von Xataka dennoch nicht. Der AVE legte laut Euronews rund 25 Kilometer mit mehr als 160 Kilometern pro Stunde zurück, bevor er gegen 8.53 Uhr auf den stehenden Zug prallte. Die genauen Ursachen werden weiter untersucht.


Warum ist Óscar Puente zurückgetreten?

Puente betonte nach den Berichten, dass keine Entscheidung und kein Versäumnis von ihm direkt zu dem Unglück beigetragen habe. Das ist seine Darstellung, kein Ergebnis der Ermittlungen. Der politische Druck war zuletzt erheblich: Die konservative Volkspartei PP und die rechtspopulistische Vox verlangten seinen Rücktritt ebenso wie die baskische PNV und die katalanische Junts. Auf deren Stimmen hat sich die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez wiederholt gestützt.


Noch am Dienstagmorgen hatten Regierungskreise der Nachrichtenagentur EFE zufolge erklärt, Puente werde weder zurücktreten noch entlassen. Bereits kurz nach dem Unglück hatte er Sánchez sein Amt angeboten; der Regierungschef bat ihn damals zu bleiben.


Zweites schweres Unglück auf derselben Strecke

Das Unglück von Urda ist bereits das zweite schwere Zugunglück auf der Strecke Madrid–Sevilla in diesem Jahr. Im Januar 2026 waren bei einer Entgleisung nahe Adamuz in der Provinz Córdoba 46 Menschen ums Leben gekommen. Puente verteidigte vor dem Ausschuss die Zuverlässigkeit des LZB-Systems und verwies auf ein Erneuerungsprogramm für die Strecke über 780 Millionen Euro.


Die Regierung hat einen Sonderplan vorgelegt. Er sieht unter anderem eine Überprüfung der Systeme auf der Strecke vor und eine doppelte Freigabe von Fahranweisungen, wenn die automatische Zugsicherung ausfällt. Für Betroffene wurden 30 Millionen Euro an Hilfen und Vorschüssen auf Entschädigungen bewilligt. Der Betriebsrat von Adif will sich für einen Streik am 17. November einsetzen; formell ausgerufen ist er noch nicht.


Häufige Fragen

Wie viele Tote gab es beim Zugunglück in Spanien?

Beim Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge nahe Urda in der Provinz Toledo am 28. Oktober 2026 starben 69 Menschen, rund 200 wurden verletzt.


Wer folgt auf Óscar Puente?

Ein Nachfolger als spanischer Verkehrsminister war bis zum Mittwochmorgen, 4. November 2026, nicht benannt.


Was offen ist

Wer das Verkehrsministerium bis zur Wahl am 29. November führt, ist noch nicht bekannt. Offen sind auch die abschließenden Ergebnisse der Unfalluntersuchung und mögliche Konsequenzen bei Adif. Wann die Strecke Madrid–Sevilla wieder befahrbar ist, hängt nach Angaben des Ministeriums von einer gerichtlichen Genehmigung für den Wiederaufbau des beschädigten Abschnitts ab.


Grundlage: Berichte von Euronews und Xataka vom 3. November 2026 sowie ZDFheute; Unfalldatum laut Al Jazeera. Eigene Einordnung.


Titelbild: Óscar Puente kurz nach seinem Amtsantritt als Verkehrsminister im November 2023 – Pool Moncloa / José Manuel Álvarez, Wikimedia Commons, Nutzung mit Quellenangabe

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