Nürnberg wartet weiter: Volksbad öffnet frühestens im zweiten Halbjahr 2027
- Paul Arzten

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Die Sanierung des Jugendstilbads wird deutlich teurer – und das Eröffnungsdatum rückt erneut in die Ferne.
Die Wiedereröffnung des Volksbads in Nürnberg verschiebt sich erneut: Frühestens im zweiten Halbjahr 2027 soll das denkmalgeschützte Jugendstilbad öffnen – das gab die Stadt am Freitag, dem 17. Juli, bekannt. Zugleich steigen die Kosten: Von einst kalkulierten 56 Millionen Euro ist inzwischen von bis zu 100 Millionen die Rede. Die aktuelle Folge des U12-Podcasts von The Nuremberg Times ordnet die Hiobsbotschaft ein – mit der Innensicht von Host Paul Arzten, der nach eigenen Angaben der Sportkommission von NürnbergBad angehörte.
Warum verzögert sich die Wiedereröffnung des Volksbads?
Die Antwort beginnt beim Gebäude selbst: Bei der Sanierung des über 100 Jahre alten Baudenkmals kamen Schäden zum Vorschein, die niemand eingepreist hatte, und der Denkmalschutz meldete zusätzliche Anforderungen an. Im Podcast beschreibt Arzten, wie sich solche Verzögerungen verketten: Wer den Zeitplan reißt, verliert gebuchte Spezialfirmen, muss Fachkräfte zurückholen und neue Verträge schließen – in Zeiten des Fachkräftemangels ein teures Unterfangen. Hinzu kamen Zusatzprojekte, die der ursprüngliche Entwurf nicht enthielt: eine Straße, ein Park, der Turm.
Verschärft wurde die Lage durch personelle Wechsel im Projekt. „Eine Verantwortung für die Baustelle war letztendlich auch nicht mehr so gegeben", sagt Arzten. Sein zentraler Vorwurf zielt auf die Kommunikation: „Ich glaube, das ist der größte Kritikpunkt, dass eine gewisse Transparenz gefehlt hat."
Von 56 auf bis zu 100 Millionen Euro
Die Dimension macht Arzten mit aktuellen Zahlen greifbar: „Es wird deutlich teurer. Wir sind so bei 82 Millionen, Tendenz 10 bis 20 Prozent nochmal obendrauf." Das deckt sich mit Medienberichten, die von 90 bis 100 Millionen Euro ausgehen – 2022 war die Sanierung noch mit 56 Millionen kalkuliert. Auch der Baufortschritt hinkt: Statt der erhofften 100 stehe das Projekt bei weniger als 70 Prozent, heißt es im Podcast.
Für Arzten ist das eine persönliche Ernüchterung. In der Sportkommission sei das Projekt stets als gut finanziert dargestellt worden – Kostensteigerungen ja, „aber das hält sich alles im Rahmen", so die Berichte, die er erhielt. Zeitweise kursierten demnach Gerüchte, 2026 oder 2027 könnten erste Schwimmkurse stattfinden. Co-Host Kevin bleibt nüchtern: „Wir hatten es erst in verschiedensten Episoden, zuletzt über den Frankenschnellweg. Ich bin nicht überrascht."
Neuer Bürgermeister, geerbte Baustelle
Öffentlich wurde die Schieflage erst nach dem Wechsel an der Verwaltungsspitze: Andreas Krieglstein (CSU), seit Mai Zweiter Bürgermeister und Erster Werkleiter von NürnbergBad, übernahm das Dossier von seinem Vorgänger Christian Vogel – und ließ den Projektstand neu bewerten. Ein Schuldzuweisungsspiel beobachtet Arzten nicht: Krieglstein wälze die Probleme nicht auf Vogel ab. Den neuen Termin versteht der Podcast weniger als Versprechen denn als Orientierung: „In dem Prozess, wo wir jetzt sind, dauert es noch ein Jahr, es kann aber auch länger dauern, aber es gibt schon mal eine Richtschnur", sagt Arzten – und lobt, dass die Stadt die Lage nun offenlegt, samt Video, in dem Krieglstein die Situation erklärt.
Was wird aus dem rekonstruierten Turm?
Ein Teil des Projekts ist bereits fertig: der originalgetreu rekonstruierte Turm. Leer bleiben soll er nicht. Gedacht ist er laut Arzten als Veranstaltungsort – für Eröffnungsfeiern, kleine Hochzeiten, Fotoshootings oder Jubiläen. Dahinter steht die Hoffnung, dass sich das Volksbad über solche Events langfristig ein Stück weit refinanziert. Offen ließen die Hosts, ob ein einzelnes Bad reicht, um den Bedarf an Schwimmkursen im Nürnberger Westen zu decken – Stoff, so kündigen sie an, für eine eigene Folge.
Quelle Bild: Stadt Nürnberg / Christine Dierenbach




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