top of page

Generalstreik Frankreich: Hunderttausende zu Protesten erwartet

vor 4 Stunden
3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • In Frankreich haben die Gewerkschaften für Donnerstag, 5. November 2026, zu einem Generalstreik und zu landesweiten Demonstrationen aufgerufen.

  • Der Gewerkschaftsbund CGT fordert unter anderem einen um zehn Prozent höheren Mindestlohn und die Rücknahme von Kürzungen bei den Sozialausgaben.

  • Die Behörden rechnen nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur mit mehreren hunderttausend Teilnehmenden, ein großes Polizeiaufgebot ist im Einsatz.

  • Wirtschaftsminister Roland Lescure sagt, die Regierung prüfe einen stärkeren Anstieg des Mindestlohns.


Frankreich erlebt am Donnerstag, 5. November 2026, einen landesweiten Streik- und Protesttag. Die Gewerkschaften haben zu einem Generalstreik aufgerufen und fordern höhere Löhne sowie ein Ende von Sozialkürzungen. Die Behörden rechnen laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur vom Donnerstagmorgen mit mehreren hunderttausend Teilnehmenden. Ein großes Polizeiaufgebot soll Ausschreitungen wie Mitte Oktober verhindern.


Unterstützt wird der Protest nach diesen Angaben auch von der Gelbwestenbewegung sowie von Schüler- und Studentenorganisationen. Sie hatten an den drei vorangegangenen Samstagen gegen hohe Lebenshaltungskosten und für bessere Bildung demonstriert.


Was fordern die Gewerkschaften beim Generalstreik in Frankreich?

Den Generalstreik für den 5. November hatte der Gewerkschaftsbund CGT am 21. Oktober 2026 ausgerufen, die Gewerkschaft CFDT kündigte an, für diesen Tag ebenfalls zu mobilisieren. CGT-Generalsekretärin Sophie Binet begründete den Aufruf damit, dass sich die soziale Lage für eine Mehrheit der Menschen verschlechtert habe. Die CGT fordert unter anderem:


  • eine Anhebung des Mindestlohns um zehn Prozent,

  • das Einfrieren der Preise für Sprit und lebensnotwendige Güter,

  • mehr Hilfen für Unternehmen, denen Entlassungen drohen,

  • die Rücknahme von Kürzungen bei den Sozialausgaben im Haushalt für das kommende Jahr.


In ihrem Aufruf vom 30. Oktober nennt die CGT außerdem höhere Löhne und Renten, mehr Mittel für die öffentlichen Dienste und die Finanzierung der Sozialversicherung als Ziele. Ein vorheriges Treffen von Binet mit Premierminister Sébastien Lecornu hatten die Gewerkschaften als erfolglos bezeichnet.


Streik in Frankreich: Was Reisende wissen müssen

Dem Streikaufruf dürften nach dpa-Angaben vor allem Beschäftigte im öffentlichen Dienst folgen. Die Staatsbahn SNCF erwartet im Fernverkehr nur geringe Beeinträchtigungen, die Pariser Metro soll wie gewohnt fahren. Ob ein Streikaufruf der Fluglotsen den Flugverkehr nennenswert behindert, war am Morgen noch unklar.


Wer heute nach oder durch Frankreich reist, sollte sich daher bei Bahn- und Fluggesellschaften über mögliche Ausfälle informieren. Deutschland hatte seine Reisehinweise für Frankreich nach den Ausschreitungen im Oktober bereits angepasst.


Wie die Regierung von Premierminister Lecornu reagiert

Die Regierung versucht, den Protestierenden entgegenzukommen. Wirtschaftsminister Roland Lescure sagte dem Sender BFMTV, die Regierung prüfe, ob der Mindestlohn über die für Januar 2027 ohnehin geplante Erhöhung hinaus steigen kann. Es gehe um „Höhe und Zeitpunkt“. Eine Entscheidung wolle die Regierung „in den kommenden Tagen“ bekanntgeben.


Vorgeschichte: Proteste und Ausschreitungen seit Oktober

Die Sozialproteste in Frankreich dauern seit Wochen an. Bei landesweiten Kundgebungen Mitte Oktober kam es zu massiven Ausschreitungen, Brandstiftungen und Plünderungen. Hintergrund sind hohe Lebenshaltungskosten, stagnierende Löhne, prekäre Lebensbedingungen und fehlende Perspektiven für junge Menschen.


Weitere Berichte zu den Protesten in Frankreich finden Sie in der Rubrik Welt.


Was offen ist

Wie viele Menschen sich tatsächlich am Generalstreik beteiligen und ob die Proteste friedlich bleiben, zeigt sich erst im Laufe des Tages. Offen ist auch, wie stark die Regierung den Mindestlohn anheben will und ob das die Gewerkschaften zufriedenstellt.


Titelbild: Demonstration mit CGT-Fahnen in Paris am 6. April 2023, Symbolbild – Sébastien Ramage / Unsplash, Unsplash-Lizenz

Kommentare


Nürnberg, eingeordnet – in Ihrem Postfach

Die wichtigsten Geschichten aus Nürnberg, neue Podcast-Folgen und Hinweise auf Plus-Analysen.

bottom of page