Breite Gasse Nürnberg: Erster Bauabschnitt eröffnet
- Kevin Kienle

- vor 57 Minuten
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Die Stadt Nürnberg hat den ersten Bauabschnitt der umgestalteten Breite Gasse am 31. Juli 2026 offiziell eröffnet. Der fertiggestellte Abschnitt liegt zwischen Ludwigsplatz und Färberstraße. Er kostete rund 2,36 Millionen Euro, von denen etwa 1,37 Millionen Euro aus Fördermitteln stammen.
Damit ist der erste Teil eines Vorhabens abgeschlossen, das die zentrale Einkaufsstraße nach dem Willen der Stadt zu mehr machen soll als einer Ladenzeile. Der zweite Bauabschnitt hat bereits am 15. Juni 2026 begonnen – früher als ursprünglich geplant. Abgeschlossen sein soll er nach Angaben der Stadt gegen Ende Juli 2027.
Was im ersten Abschnitt entstanden ist
Auf dem Stück zwischen Ludwigsplatz und Färberstraße wurde der Straßenbelag vollständig erneuert. Verlegt wurde ein hochwertiges Granitpflaster. Hinzu kamen neue Sitzbänke, Drehstühle und eine moderne Beleuchtung.
Der Belag folgt einem Gestaltungsprinzip, das die Stadt für die gesamte Straße vorsieht: ein einheitliches Erscheinungsbild wie bei den Flächen am Weißen Turm – barrierefrei und langlebig. Ein spezieller Pflasterbelag soll Wasser länger speichern können. Das verbessere das Mikroklima und entlaste die Kanalisation, heißt es in der Projektbeschreibung.
Der Beschluss und die Förderung
Grundlage des Umbaus ist ein Beschluss des Stadtplanungsausschusses vom 13. Juni 2024. Finanziert wird das Vorhaben über das Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren", getragen von der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Bayern.
Das Programm zielt allgemein auf die Aufwertung innerstädtischer Bereiche. Im Fall der Breite Gasse übernimmt die Förderung einen erheblichen Teil der Kosten des ersten Bauabschnitts – rund 1,37 der 2,36 Millionen Euro.
Was die Straße künftig bieten soll
Nach den Plänen der Stadt soll die Breite Gasse über den reinen Einkauf hinaus zum Aufenthaltsort werden. Vorgesehen sind Bereiche mit Sitzbänken unter Bäumen, Spiel- und Bewegungsangebote, erweiterte Gastronomieflächen sowie ein neues Beleuchtungskonzept. Aktionsflächen sollen Raum für Veranstaltungen und Aktionen des Handels schaffen.
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Anpassung an das Klima. Geplant sind neue Bäume, verbesserte Baumstandorte, entsiegelte und versickerungsfähige Flächen für Regenwasser sowie Trinkbrunnen. Vorhandene Bäume sollen erhalten und eingebunden werden; neue Bäume erhalten nach Angaben der Stadt besonders widerstandsfähige Standorte.
Kernstück ist ein durchgehender Aufenthaltsbereich zwischen Ludwigsplatz und Pfannenschmiedsgasse. Die Straße wird dabei funktional geteilt: Nördlich soll Platz zum Flanieren bleiben, südlich verläuft die Hauptwegeverbindung für Feuerwehr, Müllabfuhr und Lieferverkehr.
Wie der zweite Bauabschnitt abläuft
Der vorgezogene Start des zweiten Abschnitts hängt mit den laufenden Arbeiten am ehemaligen Schuh-Leiser-Gebäude zusammen. Zunächst wird die südliche Straßenseite bearbeitet, bis zur Winterpause. Im Frühjahr folgt die Nordseite, dort entstehen dann die neuen Baumstandorte.
Zu den Kosten des zweiten Bauabschnitts und zu einer möglichen Förderhöhe für diesen Teil liegen in den öffentlich verfügbaren Projektinformationen bislang keine Angaben vor. Auch eine Gesamtsumme für das komplette Vorhaben wird dort nicht genannt.
Sperrung der Färberstraße und Folgen für Anlieger
Während der Bauphase kommt es zu Einschränkungen. Die Färberstraße wird zwischen Frauengasse und Brunnengasse ab Ende August 2026 voraussichtlich für sechs Wochen vollständig gesperrt.
Betroffen sind auch die Anlieger entlang der Baubereiche: Außenmöbel, Warenauslagen und Mülltonnen müssen aus den Baufeldern entfernt werden. Wie die betroffenen Geschäfte in dieser Zeit erreichbar bleiben und welche Umleitungen im Detail gelten, geht aus den vorliegenden Projektinformationen nicht hervor.
Einordnung: Umbau bei laufendem Betrieb
Der Umbau der Breite Gasse fügt sich in eine Entwicklung, die viele Innenstädte durchlaufen: die Umgestaltung klassischer Einkaufsstraßen zu Flächen, die Aufenthalt, Gastronomie und Klimaanpassung stärker gewichten. Die Kombination aus entsiegelten Flächen, wasserspeicherndem Pflaster und zusätzlichen Bäumen ist dabei eine bei vergleichbaren Vorhaben verbreitete Antwort auf Hitze und Starkregen in dicht bebauten Zentren.
Für Nürnberg bleibt der Umbau bis Sommer 2027 ein Vorhaben unter laufendem Betrieb: Der eröffnete erste Abschnitt ist bereits nutzbar, während im zweiten Abschnitt weitergearbeitet wird und die Färberstraße zeitweise gesperrt ist. Offen bleibt aus den bisher veröffentlichten Unterlagen, wie sich die Bauphase auf Umsätze und Frequenz im betroffenen Handel auswirkt.
Quelle Bild: Stadt Nürnberg




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