WM 2026: Fußballfest der Superlative — Chancen, Gegner und ein neues Kapitel
- Theo Deinlein

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Erstmals 48 Nationen, drei Gastgeberländer, 104 Spiele: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada verspricht das größte Fußballfest der Geschichte — und Deutschland geht mit neuem Selbstvertrauen in das Turnier.
Am 11. Juni 2026 beginnt im legendären Aztekenstadion in Mexiko-Stadt eine neue Ära des Weltfußballs. Was diese WM von allen Vorgängerinnen unterscheidet, ist nicht nur die schiere Größe — sondern auch die Frage, ob das neue Format dem Fußball als
Völkerverbindungselement nutzt oder schadet. Im Nürnberger Sporttalk diskutieren Paul Arzten und Theo Deinlein Chancen, Risiken und die Aussichten der deutschen Mannschaft.
Wie verändert der neue Modus das Turnier?
Mit 48 statt bisher 32 Mannschaften und 104 statt 64 Spielen ist die WM 2026 in ihrer Dimension ohne historisches Vorbild. Die 48 Teams sind in zwölf Gruppen à vier Mannschaften aufgeteilt. Weiter kommen die Gruppen-Erst- und -Zweiten sowie die acht besten Gruppendritten — insgesamt 32 Teams, die in das neu eingeführte Sechzehntelfinale einziehen. Das Turnier erstreckt sich vom 11. Juni bis zum 19. Juli, mehr als fünf Wochen lang.
Theo Deinlein begrüßt das Format ausdrücklich: „Ich glaube, das wird dazu führen, dass die Nationen einfach noch mehr zusammenwachsen." Der erweiterte Teilnehmerkreis gebe kleineren Nationen, die noch nie die K.o.-Phase einer WM erlebt haben, erstmals echte Hoffnung auf das Weiterkommen. Paul Arzten sieht das differenzierter: Die Frage, warum ein Gruppendritter weiterkommen sollte, bleibt für ihn sportlich unbefriedigend — auch wenn er den übergeordneten Wert der globalen Begegnung anerkennt.
Deutschland in Gruppe E: Machbare Aufgaben, aber keine Selbstläufer
Die deutsche Nationalmannschaft trifft in der Gruppenphase auf Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador — eine auf dem Papier handhabbare Konstellation. Das Auftaktspiel gegen Curaçao am 14. Juni 2026 in Houston ist Pflicht. Die Karibikinsel ist WM-Debütant und hat viele Spieler mit niederländischer Ausbildung; dennoch bleibt der Qualitätsunterschied zur DFB-Auswahl erheblich.
„Gegen den ersten Gegner muss Deutschland gewinnen", sagt Arzten. Er erinnert daran, dass kleine Nationen mittlerweile professionell und schwerer zu besiegen sind als noch vor zwei Jahrzehnten — gleichzeitig sei die individuelle Qualität des deutschen Kaders in Breite und Tiefe klar überlegen. Das zweite Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste am 20. Juni in Toronto wird anspruchsvoller: Das Team aus Westafrika absolvierte die Qualifikation ungeschlagen, kassierte kein einziges Gegentor und schlug zuletzt auch Frankreich im Testspiel. Den Abschluss bildet die Partie gegen Ecuador am 25. Juni.
Favoriten und das Potenzial der DFB-Elf
Im Hinblick auf den WM-Titel sehen beide Gesprächspartner Frankreich und Spanien als stärkste Konkurrenten. „Frankreich ist mein klarer Favorit", so Arzten, „mit Paris Saint-Germain-Spielern, die zuletzt die Champions League gewonnen haben." Spanien nennt er als potenziellen „Angstgegner". England und Portugal werden ebenfalls als ernsthafte Titelkandidaten eingestuft.
Für Deutschland zeigen sich beide verhalten optimistisch. Deinlein sieht die Mannschaft gestärkt gegenüber 2018 und 2022: Eine junge Generation, die inzwischen zusammengewachsen sei, kombiniert mit erfahrenen Führungsspielern wie Manuel Neuer im Tor und Antonio Rüdiger in der Abwehr. „Ich glaube, wir haben auf jeden Fall die Chance, ins Finale zu kommen", sagt Deinlein. Arzten verweist auf die Breite des Kaders und die Qualität von Spielern wie Jamal Musiala und Joshua Kimmich als Belege dafür, dass Deutschland in entscheidenden Momenten gefestigter auftreten werde als in den vergangenen Turnieren.
Überraschungen, Afrika und die politische Dimension
Besonderes Potenzial für Überraschungen schreiben beide Analysten afrikanischen Teams zu. Deinlein hebt Senegal hervor, das den Afrika-Qualifikationswettbewerb gewann und über starke Einzelspieler verfüge. Arzten setzt Marokko noch höher an: Das nordafrikanische Königreich investiere massiv in Fußballinfrastruktur — bei Männern wie Frauen — und plane laut eigener Aussage für die WM 2030 ein neues Rekordstadion. Auch Japan und Südkorea dürften laut Arzten erneut für Überraschungen sorgen.
Neben sportlichen Fragen kommt im Gespräch auch die politische Dimension des Turniers zur Sprache. Die USA als Gastgeber stehen unter besonderer Beobachtung: Restriktive Einreiseregeln sorgten bereits im Vorfeld für Schlagzeilen — laut Angaben im Podcast konnte ein Schiedsrichter aus Somalia nicht in die USA einreisen. „Fußball wird genutzt, um trotzdem Politik zu machen", kommentiert Arzten — und hofft, dass das gemeinsame Feiern auf den Rängen in den Vordergrund rückt. Deinlein sieht die WM gleichzeitig als Chance für die USA: „Diese WM ist eine Chance für die USA, sich dementsprechend auch wieder zu öffnen."




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