Ukraine-Verhandlungen: Trump trifft Dmitrijew und kündigt Abkommen an
Das Wichtigste in Kürze
US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben am Donnerstag, 5. November 2026, in Washington den Kreml-Unterhändler Kirill Dmitrijew getroffen.
Trump kündigte ein „großes Abkommen“ an, das mehr als die Ukraine und womöglich ganz Europa betreffen könne, nannte aber keine Details.
Für kommende Woche sind Dreiergespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA in Abu Dhabi geplant, die ersten seit Monaten.
Die ukrainische Delegation, die ebenfalls in Washington war, traf Trump nicht.
Donald Trump stellt eine baldige Einigung im Ukraine-Krieg in Aussicht. Der US-Präsident sagte, er habe am Donnerstag, 5. November 2026, in Washington Kirill Dmitrijew getroffen, den Sondergesandten des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Über den Inhalt des Gesprächs sagte Trump nichts. „Es wird ein großes Abkommen sein“, sagte er nach Angaben von dpa-AFX und Reuters. „Es wird mehr als nur die Ukraine betreffen, und ich könnte sogar sagen, dass es ganz Europa betreffen könnte.“
Die ukrainische Delegation, die zur selben Zeit in Washington war, traf Trump nach übereinstimmenden Berichten nicht. Der Sender Al Jazeera weist darauf hin, dass Trump schon mehrfach eine bevorstehende Einigung angekündigt hatte.
Ukraine-Friedensverhandlungen: Was ist für Abu Dhabi geplant?
Für kommende Woche sind nach Angaben von dpa-AFX Dreiergespräche zwischen Kiew, Moskau und Washington in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant. Es wären die ersten Verhandlungen in diesem Format seit Monaten. Die letzte Runde hatte im Februar in Genf stattgefunden, davor gab es zwei Runden in Abu Dhabi. Im Oktober hatte der Kreml seine Bereitschaft zu Dreiergesprächen im November signalisiert. Mehr dazu: Ukraine-Verhandlungen – Kreml bereit zu Dreiergesprächen im November.
Trumps Schwiegersohn Jared Kushner berichtete auf der Plattform X von Gesprächen, die die USA am Donnerstag in Brüssel mit Vertretern der Ukraine, der Nato und Europas geführt hätten. Als Grundlagen für einen dauerhaften Frieden nannte er laut dpa-AFX „Sicherheitsgarantien für die Ukraine und eine umfassendere europäische Sicherheitsarchitektur“. Einzelheiten nannte auch er nicht. Aus Brüssel gab es dazu zunächst keine offiziellen Angaben.
Welche Rolle spielt Melania Trump?
Ebenfalls am Donnerstag empfing First Lady Melania Trump im Weißen Haus Dmitrijew sowie zwei ukrainische Vertreter: David Arachamija, Fraktionschef der Präsidentenpartei im Parlament, und den Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez. Nach Angaben von Al Jazeera nahm auch die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa teil. Donald Trump war bei dem Treffen nicht dabei.
Thema war eine begrenzte Waffenruhe in der von Russland besetzten Frontstadt Oleschky im Gebiet Cherson, die Melania Trump nach Angaben des Weißen Hauses mit vermittelt hatte. Sie galt Ende Oktober für mehrere Tage. Al Jazeera zufolge konnten in dieser Zeit fast 800 Zivilisten die Stadt verlassen. Russland und die Ukraine hatten der First Lady dafür gedankt. Laut Al Jazeera übergab sie bei dem Treffen Briefe an Putin und an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Häufige Fragen
Wann finden die nächsten Ukraine-Friedensverhandlungen statt? Nach Angaben von dpa-AFX sollen kommende Woche in Abu Dhabi Dreiergespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA stattfinden. Ein genauer Termin ist noch nicht bekannt. Die letzte Runde in diesem Format gab es im Februar in Genf.
Was hat Trump über ein Abkommen gesagt? Nach seinem Treffen mit Kirill Dmitrijew sprach Donald Trump von einem „großen Abkommen“, das mehr als die Ukraine und möglicherweise ganz Europa betreffen könne. Einzelheiten nannte er nicht.
Was offen ist
Was Trump mit einem Abkommen meint, das „ganz Europa“ betreffen könnte, ist unklar. Offizielle Stellungnahmen aus Kiew und Moskau zum Treffen im Weißen Haus lagen bis Freitagmorgen nicht vor. Auch der genaue Termin und die Teilnehmer der Gespräche in Abu Dhabi sind noch nicht bekannt. Weitere internationale Nachrichten finden Sie in der Rubrik Welt.
Grundlage: Bericht von dpa-AFX und Reuters vom 6. November 2026, Al Jazeera vom 6. November 2026. Eigene Einordnung.
Titelbild: Kirill Dmitrijew (links) im Gespräch mit Jared Kushner und Steve Witkoff, Aufnahme vom 5. September 2026 – kremlin.ru / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY 4.0





Kommentare