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Patriot-Raketen: USA genehmigen 500 Abfangraketen für die Ukraine

vor 20 Stunden
3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Das US-Außenministerium hat am 30. Oktober 2026 den möglichen Verkauf von 500 Patriot-Abfangraketen vom Typ PAC-3 MSE an die Ukraine genehmigt.

  • Der geschätzte Wert des Pakets einschließlich Ersatzteilen und Logistik liegt bei 2,1 Milliarden US-Dollar.

  • Bezahlt wird das Paket vollständig von Verbündeten, darunter Deutschland, Kanada und Norwegen, sowie über einen EU-Kredit für die Ukraine.

  • Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte, warnte aber, die Lieferungen könnten erst in einigen Jahren beginnen.


Die USA haben den Weg für ein großes Paket an Patriot-Raketen für die Ukraine frei gemacht. Das US-Außenministerium genehmigte am Freitag, 30. Oktober 2026, den möglichen Verkauf von 500 Abfangraketen vom Typ PAC-3 MSE. Der geschätzte Gesamtwert liegt bei 2,1 Milliarden US-Dollar; darin enthalten sind auch Ersatzteile sowie Logistik- und Programmunterstützung.


Für die Ukraine ist das ein wichtiges Signal vor dem Winter, in dem Russland nach Angaben von Euronews wiederholt das ukrainische Stromnetz angreift. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dämpfte allerdings die Erwartungen an eine schnelle Wirkung.


Wer bezahlt die Patriot-Raketen für die Ukraine?

Die US-Regierung bringt für das Paket kein eigenes Geld auf. Nach Angaben des Fachportals Army Recognition, das sich auf die Mitteilung des Außenministeriums stützt, wird der Kauf vollständig von Verbündeten und Partnern finanziert. Kanada, Deutschland und Norwegen beteiligen sich demnach über eine Initiative namens JUMPSTART, hinzu kommen nationale Mittel, die über den Unterstützungskredit der Europäischen Union finanziert werden. Hauptauftragnehmer ist der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin.


Den größten Teil ihrer Patriot-Systeme erhält die Ukraine nach Angaben von Euronews ohnehin über die NATO-Initiative PURL, über die Verbündete Ausrüstung und Munition aus den USA kaufen. Laut NATO hatten die Verbündeten bis Juni 2026 Zusagen von mehr als 6 Milliarden US-Dollar für diese Initiative gemacht.


Wann kommen die Patriot-Raketen?

Einen Lieferplan nennt die US-Mitteilung nicht. Selenskyj bezeichnete 500 PAC-3-Abfangraketen als beachtliche Zahl, warnte aber, die Lieferungen könnten „erst in einigen Jahren" beginnen. Er bat die amerikanischen Partner, eine Lösung zu finden: Die USA und europäische Partner verfügten über ausreichende Bestände in ihren Lagern. Die Abfangraketen sollten daher bereits im Winter 2026/27 aus vorhandenen Beständen bereitgestellt und später nachproduziert werden.


Bereits zuvor hatte Selenskyj nach Angaben von Euronews kritisiert, dass US-Verteidigungsminister Pete Hegseth fast einen Monat gebraucht habe, um eine Charge für Patriot- und NASAMS-Systeme freizugeben.


Warum braucht die Ukraine Abfangraketen?

Patriot ist ein Flugabwehrsystem, das anfliegende Raketen und Flugzeuge mit Abfangraketen bekämpft; PAC-3 MSE ist eine Variante dieser Abfangraketen. Die Ukraine wehrt sich seit Langem gegen russische Raketen- und Drohnenangriffe. Laut Euronews haben sinkende Bestände an Abfangraketen dazu beigetragen, dass Russland seine Raketenangriffe in den vergangenen Monaten verstärkt hat. Befürchtet wird ein besonders harter Winter.


Was bedeutet das für Deutschland?

Deutschland gehört nach den vorliegenden Angaben zu den Geldgebern des Pakets. Wie hoch der deutsche Anteil ist, geht aus den Berichten nicht hervor. Bereits Ende Oktober hatten Verteidigungsminister Boris Pistorius und Partner der „Group of Five" angekündigt, die Luftabwehr der Ukraine zu stärken.


Was offen ist

  • Wie sich die 2,1 Milliarden US-Dollar auf Deutschland, Kanada, Norwegen und den EU-Kredit verteilen, ist nicht bekannt.

  • Ob die USA oder europäische Partner Abfangraketen aus eigenen Beständen vorziehen, wie Selenskyj fordert, ist offen.

  • Einen Zeitplan für Produktion und Lieferung hat bislang keine Seite genannt.

Mehr internationale Berichte finden Sie in der Rubrik Welt.


Grundlage: Berichte von Euronews und Army Recognition vom 31. Oktober 2026 zur Genehmigung des US-Außenministeriums vom 30. Oktober 2026. Zitate Selenskyjs aus dem Englischen übersetzt. Eigene Einordnung.

Titelbild: Patriot-Startgeräte der US-Streitkräfte, Archivaufnahme (2009) – U.S. Air Force / Tech. Sgt. Denise Johnson, via Wikimedia Commons, gemeinfrei

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