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Ukraine-Verhandlungen: Kreml bereit zu Dreiergesprächen im November

vor 5 Stunden
3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Russlands Präsident Wladimir Putin hat am 21. Oktober 2026 den US-Sondergesandten Steve Witkoff fast drei Stunden lang im Konstantinpalast bei Sankt Petersburg empfangen.

  • Nach Angaben von Kreml-Berater Juri Uschakow ist Russland bereit, die Dreiergespräche mit der Ukraine und den USA um den 10. November wieder aufzunehmen.

  • Putin begnadigte den in Russland verurteilten US-Bürger Stephen Hubbard; er wurde Witkoff am Flughafen Pulkowo übergeben.

  • Ort und Ebene der neuen Gespräche sind noch nicht offiziell bestätigt.


Russland ist nach Angaben des Kremls bereit, die Ukraine-Verhandlungen im Dreierformat mit Kiew und Washington im November wieder aufzunehmen. Das teilte Juri Uschakow, außenpolitischer Berater von Präsident Wladimir Putin, nach einem Treffen Putins mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff am Mittwoch, 21. Oktober 2026, mit. Putin habe Witkoff gesagt, Moskau sei bereit, die Gespräche um den 10. November herum fortzusetzen. Im Mittelpunkt solle ein Sicherheitssystem für Russland und die Ukraine nach dem Ende des Konflikts stehen.


Das Treffen im Konstantinpalast in Strelna bei Sankt Petersburg dauerte nach Kreml-Angaben fast drei Stunden. Auf russischer Seite saßen neben Putin Uschakow und Kirill Dmitrijew am Tisch, Putins Sondergesandter für Investitionen und Wirtschaftszusammenarbeit. Der US-Unterhändler Jared Kushner war laut Uschakow aus gesundheitlichen Gründen nicht angereist und wurde per Video zugeschaltet.


Wann und wo sollen die Ukraine-Verhandlungen weitergehen?

Einen Ort nennt die offizielle Mitschrift von Uschakows Äußerungen auf der Internetseite des Kremls nicht. Nach Agenturberichten unter Berufung auf die russische Agentur Interfax brachte Uschakow Abu Dhabi ins Gespräch, wo bereits zwei frühere Runden stattgefunden hatten. Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre, der Witkoff nach dessen Rückkehr nach Oslo traf, rechnet mit einem Treffen Mitte November.


Unklar ist auch die Ebene. Støre sprach nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur von einem neuen trilateralen Treffen auf hoher Ebene. Das Weiße Haus bestätigte demnach, dass Kiew und Moskau einem weiteren Treffen auf technischer Ebene zugestimmt hätten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unterstützte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters den US-Vorschlag für Gespräche auf Ebene der Unterhändler, möglichst bis Anfang November.


Was Witkoff aus Oslo mitbrachte

Witkoff war am Vortag in Oslo mit Selenskyj, Støre, Finnlands Präsident Alexander Stubb sowie Vertretern europäischer Staaten, der NATO und der EU-Kommission zusammengekommen. Laut Kreml-Mitschrift sagte er zu Putin, die Gespräche in Oslo seien produktiv gewesen, es gebe ein gewisses Momentum. Er habe Papiere mit Elementen eines möglichen Friedensabkommens mitgebracht.


Uschakow zufolge erkannte Witkoff in den Positionen der Europäer und Kiews einige neue Ansätze. Darin finde sich aus russischer Sicht aber wenig, das zur Lösung der Ukraine-Krise beitragen könne. Zugleich warf Uschakow Kiew vor, eine früher geplante Fortsetzung der Gespräche nach der Wahl zur russischen Staatsduma durch Angriffe am Wahltag verhindert zu haben. Unabhängig überprüfen lässt sich diese Darstellung nicht.


Freilassung von Stephen Hubbard

Putin begnadigte während des Treffens den US-Bürger Stephen Hubbard aus humanitären Gründen, wie der Kreml mitteilte. Hubbard wurde Witkoff am Flughafen Pulkowo übergeben. Der 74-Jährige, ein pensionierter Lehrer aus dem US-Bundesstaat Michigan, war in Russland wegen angeblicher Söldnertätigkeit für die Ukraine verurteilt worden. Festgenommen worden war er 2022 in Isjum im Osten der Ukraine. Seine Familie und sein Anwalt bestreiten die Vorwürfe; das US-Außenministerium stufte ihn als zu Unrecht inhaftiert ein.


US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, für die Freilassung sei kein Austausch nötig gewesen. Er habe Putin in einem Telefonat in der Vorwoche darum gebeten.


Was sonst besprochen wurde

Nach Kreml-Angaben ging es auch um die Lieferung russischen Diesels in die USA und auf den Weltmarkt, die Putin und Trump am 9. Oktober vereinbart hatten, um weitere Wirtschaftsprojekte und um Iran. Zudem sei ein mögliches erstes Dreiertreffen der Staatschefs Russlands, Chinas und der USA am Rande des APEC-Gipfels im chinesischen Shenzhen im November besprochen worden. Eine offizielle Bestätigung aus Peking lag nach Agenturangaben zunächst nicht vor. Wenige Stunden nach dem Treffen griff Russland laut Reuters Kiew mit ballistischen Raketen an; dabei wurden Wohnhäuser beschädigt und Menschen verletzt.


Was offen ist

Ob die Gespräche tatsächlich Mitte November stattfinden, wo und auf welcher Ebene, ist nicht bestätigt. Russland verlangt als Bedingung für eine Waffenruhe weiterhin den Abzug der Ukraine aus dem Gebiet Donezk; Selenskyj lehnt das ab. Was die in Oslo besprochenen Vorschläge im Einzelnen enthalten, ist nicht öffentlich. Mehr zur internationalen Politik lesen Sie in der Rubrik Welt.

Stand: 22. Oktober 2026, Vormittag.


Grundlage: Kreml, Mitschrift des Treffens mit Steve Witkoff und Kommentar von Juri Uschakow, beide vom 21. Oktober 2026; Bericht der Deutschen Presse-Agentur in der WirtschaftsWoche vom 21. Oktober 2026; Reuters-Bericht in The Korea Times vom 22. Oktober 2026; Bericht des Kyiv Independent vom 21. Oktober 2026; newsinenglish.no vom 21. Oktober 2026. Eigene Einordnung.

Titelbild: Steve Witkoff und Wladimir Putin begrüßen sich am 21. Oktober 2026 im Konstantinpalast bei Sankt Petersburg – Kremlin.ru, Lizenz CC BY 4.0

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