Südstadt Nürnberg: Mehr Bäume und kühle Plätze gegen die Hitze
Das Wichtigste in Kürze
Die Stadt Nürnberg erarbeitet für die Stadtteile Galgenhof und Hummelstein in der Südstadt ein Freiraumkonzept gegen Hitze und Trockenheit, das rund 135 Hektar umfasst.
Geplant sind unter anderem zusätzliche Straßenbäume, Anreize für begrünte Privatflächen, schattige „Cooling-Parks“ und „Coole Plätze“ sowie ein Umgang mit Regenwasser nach dem Schwammstadt-Prinzip.
Bürgerinnen und Bürger können ihre Ideen am Dienstag, 17. November 2026, von 18 bis 20 Uhr im Südpunkt einbringen; die Teilnahme ist kostenlos.
Das Konzept soll Anfang 2028 fertig sein, Maßnahmen sollen möglichst bis 2035 angestoßen werden. 80 Prozent der Kosten trägt die Städtebauförderung.
Die Nürnberger Südstadt soll grüner und kühler werden. Für die dicht bebauten Stadtteile Galgenhof und Hummelstein arbeitet die Stadt Nürnberg an einem Freiraumkonzept mit dem Titel Klima.Quartier „Cooler Süden“, das nach Angaben der Stadt rund 135 Hektar umfasst. Ziel ist es, die Quartiere besser gegen Hitze und Trockenheit zu wappnen. Das Umweltamt lädt die Bewohnerinnen und Bewohner ein, dafür eigene Ideen einzubringen.
Den Auftakt der Bürgerbeteiligung gibt es am Dienstag, 17. November 2026, von 18 bis 20 Uhr im Südpunkt an der Pillenreuther Straße 147. Dort stellt das Berliner Büro bgmr Landschaftsarchitekten GmbH den aktuellen Projektstand vor. Die Teilnahme ist kostenlos. So steht es in einer Pressemitteilung der Stadt vom 23. Oktober 2026.
Was plant die Stadt in Galgenhof und Hummelstein?
Das Freiraumkonzept für die Südstadt setzt auf drei Hebel: mehr Grün, weniger versiegelte Flächen und einen anderen Umgang mit Regenwasser. Konkret nennt die Stadt Nürnberg zusätzliche Straßenbäume, Anreize für die Begrünung privater Flächen sowie sogenannte „Cooling-Parks“ und „Coole Plätze“. Gemeint sind schattige Orte, an die sich Menschen an heißen Tagen zurückziehen können.
In die Planung einbezogen werden unter anderem diese bestehenden Grün- und Platzflächen:
der Hummelsteiner Park,
der Annapark,
der Budapester Platz,
der Abdurrahim-Özüdoğru-Park an der Sperberstraße.
Welche Straßen zusätzliche Bäume bekommen sollen und wie viele, nennt die Mitteilung nicht. Offen ist auch, wie die Anreize für private Eigentümerinnen und Eigentümer konkret aussehen sollen, etwa ob es Zuschüsse oder Beratung geben wird.
Was bedeutet Schwammstadt?
Das Schwammstadt-Prinzip beschreibt, wie Städte mit Regenwasser umgehen können. Statt Regen möglichst schnell in die Kanalisation abzuleiten, soll das Wasser dort versickern, gespeichert oder von Pflanzen aufgenommen werden, wo es fällt. Bei Hitze kann es dann verdunsten und die Umgebung kühlen. Die Stadt Nürnberg nennt das Prinzip ausdrücklich als Leitlinie für den „Cooler Süden“. Das ist eine Einordnung des Begriffs; welche baulichen Lösungen in der Südstadt zum Einsatz kommen, soll das Konzept erst zeigen.
Zeitplan und Finanzierung
Am Freiraumkonzept für Galgenhof und Hummelstein wird nach Angaben der Stadt seit dem Frühsommer 2026 gearbeitet. Fertig sein soll es voraussichtlich Anfang 2028. Die daraus abgeleiteten Maßnahmen sollen möglichst bis 2035 angestoßen werden.
Finanziert wird das Projekt zu 80 Prozent über die Städtebauförderung von Bund und Ländern, und zwar aus dem Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung – Förderinitiative Klima wandel(t) Innenstadt“. Wie hoch die Gesamtkosten für Konzept und Umsetzung sind, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Der „Cooler Süden“ ist Teil des Freiraumkonzepts Nürnberger Süden und des Masterplans Freiraum der Stadt. Er knüpft außerdem an die Landesgartenschau Nürnberg 2030 an. In welcher Form die Bausteine zusammenspielen, beschreibt die Pressemitteilung nicht im Detail.
Einordnung: Warum gerade die Südstadt?
Galgenhof und Hummelstein gehören zu den dicht bebauten Stadtteilen im Nürnberger Süden; die Stadt begründet das Projekt ausdrücklich mit dieser Dichte. In solchen Quartieren speichern Gebäude und versiegelte Flächen im Sommer Wärme, während Grünflächen knapp sind. Das Konzept ist damit ein Baustein der Klimaanpassung, also der Vorbereitung einer Stadt auf die Folgen des Klimawandels, nicht des Klimaschutzes im engeren Sinn.
Die Stadt Nürnberg verweist an anderer Stelle derzeit auf eine angespannte Haushaltslage. Ob und wie sich das auf den städtischen Eigenanteil von 20 Prozent auswirkt, sagt die Mitteilung zum „Cooler Süden“ nicht.
Häufige Fragen
Wann ist die Bürgerversammlung zum „Cooler Süden“?
Die Auftaktveranstaltung findet am Dienstag, 17. November 2026, von 18 bis 20 Uhr im Südpunkt an der Pillenreuther Straße 147 in Nürnberg statt. Die Teilnahme ist kostenlos.
Welche Stadtteile betrifft das Freiraumkonzept?
Das Konzept gilt für die Nürnberger Stadtteile Galgenhof und Hummelstein in der Südstadt und umfasst rund 135 Hektar.
Wann sollen die Maßnahmen umgesetzt werden?
Das Konzept soll voraussichtlich Anfang 2028 vorliegen. Die Maßnahmen sollen nach Angaben der Stadt Nürnberg möglichst bis 2035 angestoßen werden.
Was offen ist
Wie viele Straßenbäume wo gepflanzt werden sollen.
Wie die Anreize für die Begrünung privater Flächen aussehen.
Wie hoch die Gesamtkosten sind und wie die Stadt ihren Eigenanteil aufbringt.
Welche Flächen zu „Cooling-Parks“ oder „Coolen Plätzen“ werden.
Mehr aus der Stadtentwicklung lesen Sie auf der Nürnberg-Seite von The Nuremberg Times.
Grundlage: Pressemitteilung der Stadt Nürnberg Nr. 1189 vom 23. Oktober 2026 („Mehr Grün, weniger Hitze: Nürnbergs Südstadt soll klimaresilienter werden“), Pressemitteilung Nr. 1180 vom 22. Oktober 2026 (Haushaltslage). Eigene Einordnung.
Titelbild: Heckengarten im Hummelsteiner Schlosspark in der Nürnberger Südstadt (Archivbild) – Markus G. Klötzer / Wikimedia Commons.jpg), Lizenz CC BY-SA 4.0





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