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Grundwasser: Nürnberg misst an mehr als 1.000 Stellen gleichzeitig

vor 6 Stunden
3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Vom 19. bis 23. Oktober 2026 werden in Nürnberg und der Städteachse Erlangen–Fürth–Schwabach an mehr als 1.000 Messstellen Grundwasserstand und Grundwassertemperatur erfasst.

  • Die zeitgleiche Messung soll ein detailliertes Bild der regionalen Grundwassersituation liefern, etwa für Grundwasserschutz, Stadtplanung und Wärmeplanung.

  • Einige Messstellen liegen auf privaten, landwirtschaftlichen oder gewerblichen Grundstücken; die Stadt bittet Eigentümer, den Messteams Zugang zu gewähren.

  • Die Messungen gehören zum Forschungsprojekt GeoMaN von TU München und Universität Erlangen-Nürnberg, finanziert vom Bayerischen Umweltministerium.


Grundwasser in Nürnberg wird in der kommenden Woche flächendeckend vermessen: Vom 19. bis 23. Oktober 2026 erfassen Messtrupps an mehr als 1.000 Messstellen in Nürnberg sowie in Erlangen, Fürth und Schwabach gleichzeitig, wie hoch das Grundwasser steht und wie warm es ist. Das teilt die Stadt Nürnberg mit. Weil alle Werte im selben Zeitraum erhoben werden, sollen sie ein detailliertes Bild der Lage in der Region ergeben.


Wer in diesen Tagen Menschen mit Messgeräten an Brunnen oder Messrohren sieht, muss sich also nicht wundern. Die Teams sind nach Angaben der Stadt mit dem Auto oder dem Fahrrad unterwegs.


Wie läuft die Grundwassermessung in Nürnberg ab?

An jeder Messstelle senken die Mitarbeitenden ein sogenanntes Kabellichtlot ab, ein Messgerät an einem Kabel, mit dem sich der Abstand bis zur Wasseroberfläche bestimmen lässt. So ermitteln sie den Grundwasserstand. Zusätzlich wird die Temperatur des Grundwassers erfasst.


Die Stadt Nürnberg beteiligt sich im Rahmen ihres langjährigen Grundwasser-Monitorings an der Kampagne, also der regelmäßigen Beobachtung des Grundwassers im Stadtgebiet.


Was müssen Grundstückseigentümer wissen?

Einige Messstellen und Brunnen liegen auf privaten, landwirtschaftlichen oder gewerblichen Grundstücken. Die Stadt Nürnberg bittet Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Betreiber, den Messteams Zugang zu ermöglichen. Die Mitarbeitenden haben nach Angaben der Stadt ein offizielles Begleitschreiben dabei. Die erhobenen Angaben werden laut Stadt vertraulich behandelt und nicht veröffentlicht.


Wofür werden die Daten gebraucht?

Die Ergebnisse sollen beim Grundwasserschutz, bei der Stadt- und Infrastrukturplanung sowie bei der Wärmeplanung helfen. Auch Gutachter, Bauherren und Eigentümer können die Daten nach Angaben der Stadt nutzen. Sie sollen außerdem zeigen, wie gut sich der Untergrund für die Nutzung von Wärme und Kälte eignet, und helfen, verschiedene Nutzungen aufeinander abzustimmen.


Einordnung: Die kommunale Wärmeplanung legt fest, wie Gebäude in einer Stadt künftig beheizt werden sollen. Wo Grundwasser für Wärmepumpen oder Kühlung genutzt werden kann, hängt unter anderem von Temperatur und Wasserstand im Untergrund ab. Welche konkreten Schlüsse Nürnberg aus der Messung ziehen will, geht aus der Mitteilung nicht hervor.


Das Forschungsprojekt GeoMaN

Die Messkampagne ist Teil des Forschungsprojekts GeoMaN. Die Technische Universität München (TUM) und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) erfassen dabei gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt, dem Wasserwirtschaftsamt Nürnberg und den vier Städten Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach den aktuellen Zustand des Grundwassers.


Ziel des Projekts ist es laut Stadt, Grundlagen für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem geologischen Untergrund in der Metropolregion Nürnberg zu schaffen. Beauftragt hat das Projekt das Bayerische Landesamt für Umwelt, finanziert wird es vom Bayerischen Umweltministerium. Weitere Informationen bietet die Projektseite der TU München.


Was offen ist

Wann und in welcher Form die Ergebnisse der Stichtagsmessung veröffentlicht werden, nennt die Stadt nicht. Offen ist auch, was die Kampagne kostet und wie viele der mehr als 1.000 Messstellen auf Nürnberger Stadtgebiet liegen. Weitere Umweltthemen finden Sie unter nbtimes.de/gesellschaft.


Grundlage: Mitteilung der Stadt Nürnberg „Messkampagne zum Grundwasser“ (Pressemitteilung Nr. 1136), abgerufen am 17. Oktober 2026. Eigene Einordnung.


Titelbild: Mitarbeitende der Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg und des Umweltamts bei einer Grundwassermessung – Stefan Schuster / Umweltamt Stadt Nürnberg

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