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Straßenreinigung: Nürnberger Gebühren steigen um bis zu 27 Prozent

vor 16 Stunden
3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Straßenreinigungsgebühr in Nürnberg steigt zum 1. Januar 2027 in Reinigungsklasse A von 13 auf 16,55 Euro je Meter Straßenfront.

  • In Reinigungsklasse B steigt sie von 4,46 auf 5,57 Euro je Meter Straßenfront.

  • Der Nürnberger Stadtrat hat die Neukalkulation am 30. September 2026 beschlossen; die Sätze gelten unverändert bis einschließlich 2030.

  • Erstmals sind die Kosten für die Leerung der rund 3.300 öffentlichen Papierkörbe in die Gebühr eingerechnet.

  • Die Stadt Nürnberg trägt weiterhin einen Eigenanteil von zehn Prozent der Kosten.


Die Straßenreinigung in Nürnberg wird zum 1. Januar 2027 teurer. In der Reinigungsklasse A steigt die Gebühr von 13 Euro auf 16,55 Euro je Meter Straßenfront des Grundstücks, in der Reinigungsklasse B von 4,46 Euro auf 5,57 Euro. Das entspricht nach eigener Berechnung einem Anstieg von rund 27 beziehungsweise rund 25 Prozent.


Der Nürnberger Stadtrat stimmte der Neukalkulation in seiner Sitzung am Mittwoch, 30. September 2026, zu. Zuständig ist der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör), der städtische Eigenbetrieb, der die Straßenreinigung organisiert und die Gebühren veranlagt. Er ändert dafür sowohl die Straßenreinigungssatzung als auch die Gebührensatzung.


Die neuen Sätze gelten für vier Jahre. Von 2027 bis einschließlich 2030 bleiben sie nach Angaben der Stadt unverändert.


Wer die Straßenreinigungsgebühr zahlt

Gebühren fallen nur für Grundstücke an, die in einem der beiden sogenannten Zwangsreinigungsgebiete liegen. Das Stadtgebiet ist laut Stadt Nürnberg in drei Bereiche aufgeteilt:

  • Reinigungsgebiet A: Wer reinigt: Sör reinigt Fahrbahnen, Gehwege und Plätze; Anlieger sind von der Reinigungspflicht befreit; Gebühr ab 2027: 16,55 Euro je Meter (bisher 13 Euro)

  • Reinigungsgebiet B: Wer reinigt: Sör reinigt die Fahrbahnen maschinell; Anlieger bleiben unter anderem für die Gehwege zuständig; Gebühr ab 2027: 5,57 Euro je Meter (bisher 4,46 Euro)

  • Außerhalb der Gebiete: Wer reinigt: Anlieger reinigen Fahrbahnen, Plätze und Gehwege selbst; Gebühr ab 2027: keine Gebühr


Maßstab ist die Länge der Straßenfront des jeweiligen Grundstücks. Für ein Grundstück mit 20 Metern Straßenfront in Reinigungsklasse A ergibt sich damit rechnerisch ein Gebührenbetrag von 331 Euro statt bisher 260 Euro, in Klasse B von 111,40 Euro statt 89,20 Euro. Für welchen Abrechnungszeitraum der Meterbetrag gilt, nennt die städtische Mitteilung nicht ausdrücklich.


Einordnend gilt: Straßenreinigungsgebühren gehören zu den Grundabgaben, die die Stadt den Anliegern über den Grundabgabenbescheid in Rechnung stellt. Nach der Betriebskostenverordnung zählen die Kosten der Straßenreinigung zu den Betriebskosten, die Vermieter auf Mieterinnen und Mieter umlegen können. Wie sich die Erhöhung auf einzelne Nebenkostenabrechnungen auswirkt, hängt vom jeweiligen Mietvertrag ab.


Warum die Gebühren steigen

Die Neukalkulation war nach Angaben der Stadt Nürnberg zum Ende des bisherigen Kalkulationszeitraums 2023 bis 2026 erforderlich. Grundlage sind unter anderem die tatsächlichen Kosten des Jahres 2025, denen die bisherige Kalkulation nicht mehr gerecht wurde. Hinzu kommen gestiegene Personal- und Sachkosten sowie höhere Energie- und Kraftstoffkosten.


Neu ist ein Bestandteil der Rechnung: die Entleerung der öffentlichen Papierkörbe im Stadtgebiet. Die dafür anfallenden gebührenfähigen Kosten werden erstmals in die Straßenreinigungsgebühren einbezogen. Die Stadt begründet das damit, dass die regelmäßige Leerung zur Sauberkeit von Straßen und Plätzen beiträgt. Welcher Anteil der Erhöhung auf die Papierkörbe entfällt und welcher auf gestiegene Kosten, schlüsselt die Mitteilung nicht auf.


Vollständig über Gebühren finanziert wird die Straßenreinigung weiterhin nicht. Die Stadt übernimmt einen Eigenanteil von zehn Prozent, mit dem sie das öffentliche Interesse an einem sauberen Straßenbild abbildet. Dieser Anteil bleibt im neuen Kalkulationszeitraum gleich.


Die Straßenreinigung in Zahlen

Nach Angaben der Stadt Nürnberg reinigen rund 200 Sör-Beschäftigte rund 1.300 Kilometer Straßen und Gehwege, teilweise mehrmals pro Woche. Dazu kommen rund 3.300 öffentliche Papierkörbe, die regelmäßig geleert werden, einige davon mehrmals wöchentlich. Die jährliche Abfallmenge aus der Straßenreinigung gibt die Stadt in ihrer aktuellen Mitteilung mit rund 7.500 Tonnen an; auf der Sör-Themenseite zur Straßenreinigung stehen dagegen rund 6.500 Tonnen. Woher die Differenz rührt, ist nicht erläutert.


Was offen bleibt

Die Gebührenentscheidung fiel am selben Tag, an dem Stadtkämmerer Thorsten Brehm den Haushaltsentwurf 2027 in den Stadtrat einbrachte. Einen inhaltlichen Zusammenhang stellt die Stadt nicht her: Die Straßenreinigung ist als gebührenfinanzierte Einrichtung eigenständig kalkuliert.


Faktenkasten: Straßenreinigungsgebühren Nürnberg ab 2027

  • Klasse A: 16,55 Euro je Meter Straßenfront (bisher 13 Euro, rund +27 Prozent)

  • Klasse B: 5,57 Euro je Meter Straßenfront (bisher 4,46 Euro, rund +25 Prozent)

  • Gültig: 1. Januar 2027 bis 31. Dezember 2030, unverändert

  • Beschluss: Stadtrat Nürnberg, 30. September 2026

  • Städtischer Eigenanteil: 10 Prozent der Kosten

  • Neu einkalkuliert: Leerung der öffentlichen Papierkörbe

  • Zuständig: Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör)


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