Stichwahl Nürnberg 2026: Marcus König gegen Nasser Ahmed – Termin, Briefwahl und Ablauf der OB‑Wahl
- Kevin Kienle

- vor 4 Tagen
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König gegen Ahmed: Nürnbergs OB wird in der Stichwahl bestimmt
Die Entscheidung über das Nürnberger Oberbürgermeisteramt fällt im zweiten Wahlgang. Nachdem im ersten Wahlgang der Kommunalwahl am 8. März 2026 kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hat, treten Amtsinhaber Marcus König (CSU) und SPD-Kandidat Nasser Ahmed in einer Stichwahl am 22. März 2026 gegeneinander an.
Im ersten Wahlgang lag König deutlich vorne: Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis erhielt er rund 46 Prozent der Stimmen, während Ahmed etwa 26,5 Prozent erreichte. Damit qualifizierten sich beide Kandidaten für die Stichwahl, in der nun die einfache Mehrheit entscheidet.
Die Wahl ist politisch bedeutsam: Nürnberg ist mit rund 540.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Bayerns. Der Oberbürgermeister prägt zentrale kommunale Entscheidungen – etwa zu Stadtentwicklung, Verkehr, Wohnungsbau oder Wirtschaftspolitik.
Ergebnis des ersten Wahlgangs der OB-Wahl in Nürnberg
Nach Auszählung der Stimmen ergab sich im ersten Wahlgang der Oberbürgermeisterwahl 2026 dieses Bild (vorläufiges amtliches Ergebnis, gerundete Werte):
Marcus König (CSU): ca. 46%
Nasser Ahmed (SPD): ca. 26,5%
Weitere Kandidierende von Grünen, AfD und kleineren Parteien lagen deutlich dahinter
Da keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit von über 50 Prozent erreichte, schreibt das bayerische Kommunalwahlrecht eine Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten vor. Diese zweite Abstimmung entscheidet endgültig über das Amt des Oberbürgermeisters.
Wann ist die Stichwahl in Nürnberg?
Die Stichwahl findet statt am:
Sonntag, 22. März 2026
Die Wahllokale sind – wie bei Kommunalwahlen üblich – von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
Wahlberechtigt sind alle Bürgerinnen und Bürger, die bereits im ersten Wahlgang wahlberechtigt waren und weiterhin in Nürnberg wahlberechtigt sind.
Briefwahl in Nürnberg: So funktioniert die Abstimmung per Post
Die Stadt Nürnberg ermöglicht auch bei der Stichwahl eine Briefwahl. Sie kann von allen Wahlberechtigten ohne besondere Begründung genutzt werden.
Muss Briefwahl für die Stichwahl extra beantragt werden?
Wer bereits für den ersten Wahlgang am 8. März 2026 Briefwahl beantragt und dabei Briefwahl für eine mögliche Stichwahl mit angekreuzt hat, erhält die Briefwahlunterlagen für den zweiten Wahlgang automatisch per Post. In diesen Fällen ist kein neuer Antrag nötig.
Wer im ersten Wahlgang im Wahllokal gewählt hat oder zwar Briefwahl genutzt, aber keine Briefwahl für die Stichwahl mitbeantragt hat, muss für die Stichwahl einen eigenen Briefwahlantrag stellen. Das ist möglich:
schriftlich, zum Beispiel mit der Wahlbenachrichtigung
persönlich beim Wahlamt (u.a. Unschlittplatz 7a)
Wann kommen die Briefwahlunterlagen?
Die Stadt Nürnberg verschickt die Briefwahlunterlagen für die Stichwahl frühestens ab dem 12. März 2026.
Online können sie nach Angaben der Stadt bis Dienstag, 17. März 2026, 12 Uhr beantragt werden; danach ist eine rechtzeitige Zustellung per Post nicht mehr gesichert.
Persönliche Beantragung und Abholung ist ab 12. März bis Freitag, 20. März 2026, 15 Uhr im Wahlamt und weiteren Ausgabestellen möglich; dort kann auch sofort gewählt und der Wahlbrief direkt abgegeben werden.
Wer Briefwahlunterlagen beantragt hat und sie bis etwa Mitte der Woche vor der Stichwahl nicht erhalten hat, soll sich laut Stadt umgehend an das Wahlamt wenden; Ersatz für nicht zugegangene Unterlagen ist bis Samstag, 21. März 2026, mittags möglich.
Frist für die Rücksendung
Der Wahlbrief muss spätestens am Wahltag, Sonntag, 22. März 2026, bis 18 Uhr beim Wahlamt eingegangen sein. Entscheidend ist der Eingang, nicht der Poststempel.
Die Stadt empfiehlt deshalb, ausgefüllte Unterlagen so früh wie möglich zurückzusenden oder direkt im Wahlamt bzw. an den angegebenen Stellen abzugeben.
Wahl im Wahllokal: Was Wähler mitbringen müssen
Wer am Wahltag im Wahllokal abstimmen möchte, sollte folgende Unterlagen mitbringen:
Wahlbenachrichtigung (empfohlen, aber nicht zwingend notwendig)
Personalausweis oder Reisepass
Die Wahlbenachrichtigung enthält unter anderem:
Adresse des Wahllokals
Wahlbezirk
Hinweise zur Barrierefreiheit
Im Wahllokal erhalten Wählerinnen und Wähler einen Stimmzettel mit den zwei Kandidaten der Stichwahl.
Die Kandidaten der Stichwahl
Marcus König (CSU)
Marcus König ist seit 2020 Oberbürgermeister von Nürnberg. Damals gewann er die Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Thorsten Brehm mit 52,17 Prozent der Stimmen.
Im ersten Wahlgang der Wahl 2026 erhielt er erneut die meisten Stimmen. Sein Ergebnis von rund 46 Prozent macht ihn ausgangspositionsmäßig zum klar führenden Kandidaten der Stichwahl – ohne dass das Ergebnis bereits sicher wäre.
Politisch steht König für eine bürgerlich‑konservative Linie in der Kommunalpolitik und setzt in Nürnberg unter anderem auf wirtschaftliche Entwicklung, Stadtmodernisierung und Infrastrukturprojekte.
Nasser Ahmed (SPD)
Der SPD-Politiker Dr. Nasser Ahmed ist Politikwissenschaftler, Nürnberger Stadtrat und Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Nürnberg.
Mit rund 26,5 Prozent der Stimmen erreichte er im ersten Wahlgang Platz zwei und zieht damit in die Stichwahl ein.
Ahmed spricht besonders jüngere Wählergruppen und Teile der urbanen Wählerschaft an und setzt im Wahlkampf auf Themen wie soziale Stadtentwicklung, Bildungspolitik und Integration.
Bedeutung der Wahl für die Nürnberger Stadtpolitik
Die Wahl des Oberbürgermeisters hat in Bayern eine besondere Bedeutung. Der OB ist gleichzeitig:
Leiter der Stadtverwaltung
Vorsitzender des Stadtrats
politischer Repräsentant der Stadt
Damit prägt der Oberbürgermeister maßgeblich die strategische Entwicklung der Kommune.
Gerade in Nürnberg stehen in den kommenden Jahren wichtige Themen auf der politischen Agenda:
Wohnungsbau und steigende Mieten
Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs
Stadtentwicklung und Klimaanpassung
wirtschaftliche Transformation der Region
Wer das Rathaus führt, hat daher erheblichen Einfluss auf die langfristige Entwicklung der Stadt.
Stadtratswahl 2026: Politische Kräfte im Rathaus
Parallel zur Oberbürgermeisterwahl wurde auch der Nürnberger Stadtrat neu gewählt.
Dabei blieb die CSU stärkste Kraft im Stadtrat und konnte ihre Position bei Stimmen und Sitzen ausbauen. Die SPD verlor Stimmen, während Grüne, AfD, Die Linke, Freie Wähler, politbande und weitere kleinere Listen oder Gruppierungen weiterhin oder neu vertreten sind.
Für die kommunale Politik bedeutet das: Viele Entscheidungen im Stadtrat erfordern weiterhin wechselnde Mehrheiten. Der Oberbürgermeister muss daher häufig politische Kompromisse zwischen verschiedenen Fraktionen moderieren.
Warum die Stichwahl keineswegs klar entschieden ist
Stichwahlen können anders verlaufen als der erste Wahlgang, weil Wählerinnen und Wähler, deren Kandidat ausgeschieden ist, sich neu entscheiden müssen. Stimmen werden dadurch oft neu gebündelt.
Zudem spielt die Wahlbeteiligung eine entscheidende Rolle. Erfahrungswerte aus vorherigen Kommunalwahlen zeigen, dass Stichwahlen häufig eine etwas geringere Beteiligung haben als der erste Wahlgang – was das Ergebnis beeinflussen kann.
Ob Amtsinhaber König seinen Vorsprung halten kann oder Herausforderer Ahmed zusätzliche Wähler mobilisieren kann, hängt von der Konstellation der letzten Tage vor dem 22. März ab. Ein klarer Ausgang ist daher nicht garantiert.
Fazit: Entscheidung über Nürnbergs politische Führung
Die Stichwahl am 22. März 2026 entscheidet darüber, wer Nürnberg in den kommenden Jahren politisch führen wird.
Mit Marcus König und Nasser Ahmed stehen zwei Kandidaten mit unterschiedlichen politischen Profilen zur Auswahl. Während der CSU-Amtsinhaber aus dem ersten Wahlgang eine deutliche Führungsposition hält, setzt der SPD‑Herausforderer auf die Mobilisierung zusätzlicher Wählerinnen und Wähler.
Die endgültige Entscheidung liegt nun bei den Nürnbergerinnen und Nürnbergern – im Wahllokal oder per Briefwahl.
Quick Facts
Wann ist die Stichwahl in Nürnberg 2026?
Die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt findet am 22. März 2026 statt; die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Wer steht in der Stichwahl?
Marcus König (CSU)Nasser Ahmed (SPD)
Warum gibt es eine Stichwahl?
Im ersten Wahlgang erreichte kein Kandidat die notwendige absolute Mehrheit von über 50 Prozent; deshalb schreibt das bayerische Kommunalwahlrecht eine Stichwahl der beiden Bestplatzierten vor.
Kann man per Briefwahl abstimmen?
Ja. Wahlberechtigte können Briefwahlunterlagen beantragen; wer bereits im ersten Wahlgang Briefwahl inklusive Stichwahl angekreuzt hat, bekommt die Unterlagen automatisch zugesandt. Der Wahlbrief muss spätestens am 22. März 2026 bis 18 Uhr beim Wahlamt eingehen.




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