Sabotage Nürnberg: Zwei Belarussen wegen Anschlagsplan in U-Haft
Das Wichtigste in Kürze
Zwei belarussische Staatsangehörige im Alter von 50 und 39 Jahren sitzen seit dem 7. Oktober 2026 in Bayern in Untersuchungshaft.
Die Generalstaatsanwaltschaft München wirft ihnen die Verabredung zu einer Brandstiftung und Agententätigkeit zu Sabotagezwecken vor.
Geplant gewesen sein soll ein Brandanschlag im Raum Nürnberg auf ein Gebäude oder eine Einrichtung der kritischen Infrastruktur, im Auftrag einer fremden Regierung oder Vereinigung.
Auch in Rumänien wird gegen die beiden Männer ermittelt; Rumänien hat ihre Auslieferung beantragt.
Im Raum Nürnberg soll ein Sabotageanschlag mit Brandbeschleunigern geplant gewesen sein. Zwei Männer aus Belarus, 50 und 39 Jahre alt, sitzen deshalb seit dem 7. Oktober 2026 in Untersuchungshaft. Das hat die Generalstaatsanwaltschaft München am Mittwoch, 28. Oktober 2026, mitgeteilt. Ermittelt wird wegen der Verabredung zu einem Verbrechen der Brandstiftung und wegen Agententätigkeit zu Sabotagezwecken. Für beide Männer gilt die Unschuldsvermutung.
Was wird den beiden Männern vorgeworfen?
Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft München sollen die Beschuldigten einen Brandanschlag im Raum Nürnberg geplant haben. Ziel sei ein noch nicht näher bekanntes Gebäude oder eine Einrichtung der kritischen Infrastruktur gewesen. Der Brand sollte demnach einen erheblichen Sachschaden verursachen, „um die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden“.
Die Tat sollte laut Behörde im Auftrag einer fremden Regierung oder Vereinigung und gegen Bezahlung erfolgen. Welcher Staat oder welche Organisation gemeint ist, sagt die Generalstaatsanwaltschaft nicht. Als kritische Infrastruktur gelten Einrichtungen, deren Ausfall die Versorgung der Bevölkerung erheblich beeinträchtigen würde, etwa in der Energie- oder Wasserversorgung.
Wer ermittelt im Fall des Sabotageplans?
Zuständig ist die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) bei der Generalstaatsanwaltschaft München. Sie hat das Verfahren von der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth übernommen. Wann und wo genau die Männer festgenommen wurden, hat die Behörde nicht mitgeteilt. Namen der Beschuldigten nennt sie nicht.
Welche Rolle spielt Rumänien?
Auch in Rumänien läuft ein Ermittlungsverfahren gegen die beiden Belarussen. Rumänien hat ihre Auslieferung beantragt; vorerst bleiben die Männer in Deutschland in Haft. Zum Inhalt des rumänischen Verfahrens äußerte sich die Generalstaatsanwaltschaft München nicht.
Nach Informationen des „Spiegel“, der zuerst über den Fall berichtet hatte, sollen die Männer in der Nacht zum 14. September 2026 an einem Brandanschlag auf einen Industriepark im rumänischen Brașov beteiligt gewesen sein. Dort befinden sich demnach auch Produktionsstätten eines Rüstungsunternehmens. Der rumänische Geheimdienst SRI ordne die beiden nach diesen Angaben einem von Russland gesteuerten Spionage- und Sabotagenetzwerk zu. Offiziell bestätigt ist das nicht. Die deutschen Ermittler nennen Russland nicht als Auftraggeber.
Einordnung: kein Einzelfall in diesem Herbst
Der Fall reiht sich in eine Serie von Ermittlungen wegen mutmaßlicher Sabotage in Deutschland ein. Mitte Oktober 2026 waren bereits zwei mutmaßliche Saboteure festgenommen worden, denen ein Brandanschlag auf eine Starlink-Station in Polen vorgeworfen wird. Ob es zwischen diesen Verfahren und dem Nürnberger Fall einen Zusammenhang gibt, ist nicht bekannt.
Kurz gefragt
Was bedeutet Agententätigkeit zu Sabotagezwecken?
Der Straftatbestand steht in Paragraf 87 des Strafgesetzbuchs. Er erfasst, wer sich im Auftrag einer fremden Regierung, Vereinigung oder Einrichtung bereithält, in Deutschland Sabotagehandlungen zu begehen. Strafbar ist damit schon die Vorbereitung, nicht erst der Anschlag.
Wurde in Nürnberg ein Anschlag verübt?
Nach den bisherigen Angaben der Generalstaatsanwaltschaft München nicht. Den Männern wird vorgeworfen, einen Brandanschlag im Raum Nürnberg verabredet zu haben. Von einer ausgeführten Tat in der Region ist nicht die Rede.
Was offen ist
Welches Gebäude oder welche Einrichtung im Raum Nürnberg Ziel gewesen sein soll, ist nicht bekannt.
Wer die Männer beauftragt und bezahlt haben soll, sagen die deutschen Behörden nicht.
Wann und wo die Festnahmen erfolgten und ob es weitere Beteiligte gibt, ist offen.
Ob Deutschland die beiden Männer an Rumänien ausliefert, ist noch nicht entschieden.
Weitere Meldungen aus Nürnberg und der Region finden Sie in der Rubrik Gesellschaft.
Grundlage: Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft München vom 28. Oktober 2026, wiedergegeben in einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur; Angaben zum Verfahren in Rumänien nach einem Bericht des „Spiegel“. Eigene Einordnung.
Titelbild: Blick durch einen Zaun auf ein Umspannwerk, Symbolbild für kritische Infrastruktur – Jose Manuel Esp / Unsplash, Unsplash-Lizenz





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