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Kindergartenzuschuss: Nürnberg will die 100 Euro nicht ersetzen

vor 23 Stunden
4 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Kindergartenkinder in Bayern entfällt ab Januar 2027 die staatliche Beitragsentlastung von 100 Euro im Monat.

  • Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Nürnberg sprach sich am 29. Oktober 2026 dagegen aus, den Wegfall mit städtischem Geld auszugleichen.

  • Die endgültige Entscheidung trifft der Nürnberger Stadtrat in seiner Sitzung Ende November 2026.

  • Die Stadt erhöht ihre eigenen Elternbeiträge nicht und verschiebt die nächste reguläre Anpassung von September 2027 auf Januar 2028.


Eltern von Kindergartenkindern in Nürnberg müssen ab Januar 2027 mehr für die Betreuung zahlen. Der bayerische Kindergartenzuschuss von 100 Euro pro Monat, der bisher automatisch vom Elternbeitrag abgezogen wurde, fällt mit der Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBiG) weg. Die Stadt Nürnberg will die Lücke nicht aus eigenen Mitteln schließen. Das geht aus einer Mitteilung der Stadt vom 3. November 2026 hervor.


Der Jugendhilfeausschuss hat sich am Donnerstag, 29. Oktober 2026, mit den Folgen der Reform für die städtischen Kitas und die Familien befasst. Auf Vorschlag der Verwaltung sprach er sich dafür aus, die wegfallende staatliche Förderung nicht durch kommunale Mittel zu ersetzen. Als Grund nennt die Stadt die stark angespannte Haushaltslage. Das letzte Wort hat der Stadtrat in seiner Sitzung Ende November 2026.


Warum fällt der Kindergartenzuschuss in Bayern weg?

Hintergrund ist eine Neuregelung der Kita-Finanzierung durch den Freistaat Bayern. Nach Angaben der Stadt Nürnberg fließen die Landesmittel, die bisher für die Beitragsentlastung der Eltern eingesetzt wurden, künftig direkt in die Finanzierung der Kindertageseinrichtungen. Ziel sei es, die Einrichtungen angesichts stark gestiegener Personal-, Energie- und Sachkosten besser auszustatten und ihre Finanzierung langfristig zu stabilisieren.


Der Bayerische Landtag hat die Reform des BayKiBiG am 22. Juli 2026 beschlossen, sie tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Das geht aus einer Elterninformation der Stadt Coburg hervor. Danach steigen die staatlichen Betriebskostenzuschüsse für Kitas um 25 Prozent. Die Stadt Nürnberg schreibt, die zusätzlichen Mittel würden gebraucht, um bisherige Finanzierungsdefizite zu verringern und den Betrieb der städtischen Kitas zu sichern.


Kita-Gebühren in Nürnberg: Was ändert sich für Eltern?

Für Eltern von Kindergartenkindern ist der bisher um 100 Euro reduzierte Elternbeitrag ab Januar 2027 wieder in voller Höhe zu zahlen. Die Stadt Nürnberg betont, dass sie ihre Elternbeiträge dabei nicht erhöht. Es fällt ausschließlich die staatliche Entlastung weg.


  • Kindergarten: Die Entlastung von 100 Euro im Monat entfällt ab Januar 2027.

  • Krippe: Auch die bisherige einkommensabhängige staatliche Entlastung von 100 Euro im Monat entfällt. Bereits laufende Bewilligungen gelten bis zum Ende der jeweiligen Krippenzeit weiter.

  • Hort: Hier ändert sich nichts, weil es bisher keine staatliche Beitragsentlastung gab.

  • Städtische Beiträge: Die für September 2027 vorgesehene Anpassung wird auf Januar 2028 verschoben, das Verpflegungsgeld bleibt im Kitajahr 2026/2027 unverändert.


Für Kitas freigemeinnütziger und sonstiger Träger gelten deren eigene Entscheidungen zu den Elternbeiträgen. Die Stadt bittet Eltern, sich dazu direkt an ihre Einrichtung zu wenden.


Was sagt die Stadt Nürnberg?

Jugend- und Sozialreferentin Elisabeth Ries erklärte laut Mitteilung: „Der Wegfall der staatlichen Beitragsentlastung trifft viele Familien in einer Zeit ohnehin steigender Lebenshaltungskosten. Das bedauern wir sehr. Gleichzeitig lässt unsere angespannte Haushaltslage derzeit nicht zu, die wegfallende Förderung aus kommunalen Mitteln freiwillig zu ersetzen.“ Die Mittel des Freistaats würden dringend gebraucht, um ein verlässliches Angebot der frühkindlichen Bildung in Nürnberg zu sichern, auch das der freien Träger.


Die Entscheidung fällt in eine Phase harter Sparvorgaben. Nach Angaben der Stadt muss der Haushalt bis 2030 jährlich um 120 Millionen Euro entlastet werden. Oberbürgermeister Marcus König und Stadtkämmerer Thorsten Brehm wollen am Montag, 9. November 2026, die Eckpunkte für die Haushaltsberatungen des Stadtrats am 19., 20. und 23. November vorstellen. Mehr zur Lage: Haushaltssperre in Nürnberg – welche Schulbauprojekte betroffen sind.


Welche Hilfe gibt es für Familien mit wenig Geld?

Familien mit geringem Einkommen können weiterhin Unterstützung bei den Elternbeiträgen bekommen. Wer etwa Bürgergeld, Wohngeld, Kinderzuschlag oder andere Sozialleistungen bezieht, kann die Übernahme der Betreuungskosten beantragen. Auch Familien ohne Leistungsbezug können je nach Einkommen Anspruch haben. Informationen bietet das Jugendamt der Stadt Nürnberg. Einkommensstärkere Eltern können die Kosten nach Hinweis der Stadt in der Steuererklärung geltend machen.


Häufige Fragen

Ab wann fällt der Kindergartenzuschuss in Bayern weg? Ab Januar 2027. Dann tritt die Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes in Kraft, und die monatliche Entlastung von 100 Euro für Kindergartenkinder entfällt.


Erhöht Nürnberg die Kita-Gebühren? Nach Angaben der Stadt nein. Die städtischen Elternbeiträge bleiben gleich, die nächste reguläre Anpassung wird auf Januar 2028 verschoben. Eltern zahlen trotzdem mehr, weil der staatliche Abzug von 100 Euro wegfällt.


Was offen ist

Ob der Stadtrat der Empfehlung des Jugendhilfeausschusses folgt, entscheidet sich erst in der Sitzung Ende November 2026. Wie die freien Träger in Nürnberg mit ihren Beiträgen umgehen, ist ebenfalls offen. Wie viele Nürnberger Familien betroffen sind, nennt die Stadt nicht. Weitere Nachrichten aus der Stadt finden Sie in der Rubrik Nürnberg.


Titelbild: Kinder beim Spielen in einem Spielzimmer, Symbolbild – Matiinu Ramadhan / Unsplash, Unsplash-Lizenz

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