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Grüne in Nürnberg präsentieren OB-Kandidatin – warum Britta Walthelm zur Schlüsselfigur wird

Die Grünen haben ihre Liste für die Kommunalwahl 2026 vorgestellt – spät, aber selbstbewusst. Im U12 Podcast sprechen Paul Arzten und Kevin Kienle über Kandidatinnen, Machtfragen und strategische Fehler.


Die Nürnberger Kommunalwahl 2026 nimmt Fahrt auf. CSU und SPD haben seit Monaten ihre Stadtratslisten präsentiert, während die Grünen ungewöhnlich spät ins Rennen gingen. Erst im Herbst stand die Liste – und mit ihr die Entscheidung, wer als Oberbürgermeisterkandidatin antreten soll. Im U12 Podcast geben Stadtrat und Listenplatz-14-Kandidat Paul Arzten sowie Host Kevin Kienle einen selten offenen Einblick in das Innenleben der Partei und ihre Herausforderungen .


Ein holpriger Start: Verpasste Einladungen und verschobene Aufstellung

Die Grünen mussten ihre Listenaufstellung kurzfristig verschieben. Hintergrund war ein organisatorischer Fehler: Rund 40 stimmberechtigte Mitglieder, die in Nürnberg wohnen, aber in anderen Kreisverbänden organisiert sind, wurden nicht eingeladen .


Ein Detail, das man leicht übersehen könnte – das aber rechtlich die gesamte Liste angreifbar macht. Arzten beschreibt die Entscheidung, die Aufstellung zu verschieben, als notwendige Konsequenz: lieber neu ansetzen, als ein spätes juristisches Risiko eingehen.


Die OB-Kandidatin: Britta Walthelm als strategisches Signal

Mit Britta Walthelm, Gesundheits- und Umweltreferentin der Stadt Nürnberg, schicken die Grünen eine erfahrene, sachorientierte und zugleich überraschend wenig polarisierende Kandidatin ins Rennen .


Ihr Profil unterscheidet sich deutlich von den beiden Mitbewerbern:

  • Markus König (CSU), der amtierende Oberbürgermeister

  • Dr. Nasser Ahmed (SPD), der früh mit Wahlkampfoffensive begonnen hat


Walthelm steht für Diplomatie, Verwaltungsroutine und – so Arzten – eine „Ehrlichkeit, auf die sich Wählerinnen und Wähler verlassen können“ . Im eher konfrontativ geführten OB-Wahlkampf könnte diese Haltung zu einem strategischen Vorteil werden.


Personenwahl statt Parteiwahl

Die Kommunalwahl in Bayern ist ein kompliziertes, aber sehr personalisiertes System: Kumulieren, Panaschieren, drei Stimmen pro Person – und Oberbürgermeisterwahl unabhängig vom Stadtrat. Kienle erinnert daran, wie sehr Persönlichkeit im Vordergrund steht und wie wichtig es ist, nicht nur Programme, sondern Menschen sichtbar zu machen .


Die grüne Liste: bekannte Köpfe, neue Akzente

Neben Walthelm setzen die Grünen auf eine Mischung aus etablierten Kräften und jungen Stimmen. Arzten nennt mehrere Kandidierende, die seiner Meinung nach besondere Aufmerksamkeit verdienen:

  • Nathalie Keller (Platz 5) – starke Stimme für Kultur zwischen Hoch- und Subkultur

  • Réka Lorenz (Platz 7) – engagiert im Bereich Menschenrechte und ehemals Geschäftsführung der AGABY

  • Sorush Mawlahi (Platz 18) – Integrationsratsvorsitzender, breite Erfahrung in Gremienarbeit

  • Umut Sahverdi (Platz 12) – soziale Gerechtigkeit, wissenschaftliche Beschäftigung mit NSU-Morden

  • Cengiz Sahin (Platz 2) – ebenfalls unter den persönlichen Empfehlungen Arztens


Und natürlich spricht Arzten über sich selbst: Listenplatz 14 – mit Schwerpunkten in Bildung, Sport, Demokratieförderung und Mitbestimmung. Seine Netzwerke reichen von Jugendverbandsarbeit bis Amateurfußball in Nürnbergs Westen .


Ein Wahlkampf, der die Stadt verändern könnte

Arzten fasst die grüne Liste in drei Sätzen zusammen: „frischer Wind“, „Veränderung“ und „Nürnberg besser machen“ . Ob dieser Anspruch aufgeht, hängt nicht nur vom Wahlkampf ab, sondern auch davon, ob die Grünen ihre Kandidatin sichtbar platzieren – und ob die strategisch späte Aufstellung am Ende eher Nachteil oder Mobilisierungseffekt wird.


Fest steht: Der Wahlkampf hat begonnen. Und die Grünen setzen auf Persönlichkeit, inhaltliche Ruhe – und die Hoffnung, dass diplomatische Stärke mehr überzeugt als laute Parolen.


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