Glasfaser: Nürnberg liegt unter dem Bundesschnitt
Das Wichtigste in Kürze
In Nürnberg können 41,23 Prozent der Privathaushalte und 42,75 Prozent der Unternehmen einen Glasfaseranschluss bis ins Gebäude oder in die Wohnung bekommen (Stand Dezember 2025).
Bundesweit liegt dieser Wert bei 48,91 Prozent der Haushalte, in Bayern bei 39,98 Prozent.
Die Zahlen stammen aus dem Breitbandatlas der Bundesnetzagentur; die Stadt Nürnberg hat sie auf Anfrage von The Nuremberg Times genannt, eigene Daten hat sie nicht.
Den Ausbau übernehmen private Unternehmen nach eigenen Wirtschaftlichkeitsrechnungen, öffentliche Förderung kommt erst danach in Betracht.
Glasfaser in Nürnberg erreicht bislang 41,23 Prozent der Privathaushalte: So viele können einen Anschluss bis ins Gebäude oder in die Wohnung bekommen. Das geht aus Zahlen des Breitbandatlas der Bundesnetzagentur mit Stand Dezember 2025 hervor, die die Stadt Nürnberg am 8. Oktober 2026 auf Anfrage von The Nuremberg Times genannt hat. Bundesweit liegt der Wert bei 48,91 Prozent. Nürnberg liegt damit rund 7,7 Prozentpunkte darunter.
Bei Unternehmen ist das Bild ähnlich: In Nürnberg ist Glasfaser für 42,75 Prozent verfügbar, bundesweit für 51,32 Prozent. Die Anfrage stand im Zusammenhang mit unserer Einordnung zum Smart City Index 2026, in dem Nürnberg insgesamt Platz 4 erreicht, in der Kategorie IT und Kommunikation aber nur Rang 14.
Glasfaser in Nürnberg: die Zahlen im Vergleich
Gebiet | Privathaushalte | Unternehmen |
Nürnberg | 41,23 % | 42,75 % |
Bayern | 39,98 % | 43,69 % |
Deutschland | 48,91 % | 51,32 % |
Quelle: Breitbandatlas der Bundesnetzagentur, Stand Dezember 2025, laut Angaben der Stadt Nürnberg.
Bei den Haushalten liegt Nürnberg damit leicht über dem bayerischen Wert, bei den Unternehmen leicht darunter. Gezählt werden Anschlüsse nach FTTB und FTTH. Bei FTTB („Fiber to the Building“) reicht die Glasfaser bis in den Gebäudekeller, im Haus läuft die Verbindung dann etwa über Kupferleitungen, Netzwerkkabel oder Funk. Bei FTTH („Fiber to the Home“) liegt die Glasfaser bis in die Wohnung oder die Betriebsräume. Beides gilt laut Stadt allgemein als Glasfaseranschluss.
Warum die Stadt den Glasfaserausbau kaum steuern kann
Der Glasfaserausbau ist keine Aufgabe der Stadt. „Da es sich beim Glasfaserausbau nicht um eine kommunale Aufgabe handelt, liegen der Stadt Nürnberg auch keine eigenen Daten über den Versorgungsgrad vor“, schreibt das Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation der Stadt Nürnberg.
Den Ausbau treiben nach Angaben der Stadt mehrere Unternehmen voran. Wie schnell sie bauen und welche Stadtteile sie zuerst erschließen, richtet sich nach ihren eigenen Wirtschaftlichkeitsrechnungen. Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum der Stadt nennt auf seiner Internetseite unter anderem die Deutsche Telekom, Vodafone, OXG, 1&1 Versatel und Gasline sowie kleinere Unternehmen. Die Stadt unterstützt die Unternehmen nach eigener Darstellung im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten, vor allem bei Genehmigungsverfahren.
Öffentliche Fördermittel spielen vorerst keine Rolle. Nach dem Subsidiaritätsprinzip haben privates Engagement und Eigenmittel im Haushalts- und Zuwendungsrecht Vorrang. Förderung kann laut Stadt erst geprüft werden, wenn der eigenwirtschaftliche Ausbau abgeschlossen ist, und nur für Gebiete, die dann noch nicht mit Glasfaser erschlossen sind. Die Wirtschaftsförderung im Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat stehe dazu in Austausch mit den Telekommunikationsunternehmen und prüfe regelmäßig Förderoptionen.
Was der Smart City Index zur Glasfaser zeigt
Im Smart City Index 2026 des Digitalverbands Bitkom hat sich Nürnberg in der Kategorie IT und Kommunikation um 23 Plätze auf Rang 14 verbessert. Als einen Grund nennt die Stadt bessere Werte bei Glasfaser. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist Hamburg, vor allem wegen einer Glasfaserverfügbarkeit von 80 Prozent; der Durchschnitt der Großstädte liegt laut Bitkom bei 46 Prozent.
Ob Bitkom dieselbe Abgrenzung und denselben Stand verwendet wie der Breitbandatlas, geht aus den veröffentlichten Unterlagen nicht hervor. Die Werte lassen sich deshalb nicht direkt gegenüberstellen.
Auch Digitalprojekte der Stadt stehen auf dem Prüfstand
In ihrer Antwort äußert sich die Stadt auch zur Haushaltslage. Bei der Konsolidierung für 2027 werden grundsätzlich alle Ausgaben und Vorhaben geprüft, auch Digitalisierungsprojekte. „Eine generelle Ausnahme für Digitalisierungsvorhaben gibt es daher nicht. Die Bewertung erfolgt im jeweiligen Einzelfall“, schreibt das Amt.
Vorrang sollen Projekte haben, die Prozesse vereinfachen, Beschäftigte entlasten oder Leistungen effizienter machen, etwa Prozessautomatisierung und der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Sachbearbeitung. Eine pauschale Einsparvorgabe für die Digitalisierung gibt es laut Stadt nicht. Welche Vorhaben konkret betroffen sind, nannte das Amt nicht. Haushalt und Konsolidierungskonzept sollen im November beschlossen werden.
Wo es Informationen zur Glasfaserversorgung gibt
Als zentrale Informationsquelle zur Breitbandversorgung nennt die Stadt den Breitbandatlas der Bundesnetzagentur. Er wird nach Angaben der Stadt regelmäßig aktualisiert und steht kostenfrei zur Verfügung. Ob in der eigenen Straße gerade Glasfaser verlegt wird, lässt sich laut Servicebetrieb Öffentlicher Raum an der städtischen Baustellenliste erkennen: Der Vermerk „Fernmeldekabel“ deutet in vielen Fällen auf Glasfaserarbeiten hin.
Grundlage: Antwort des Amts für Digitalisierung und Prozessorganisation der Stadt Nürnberg vom 8. Oktober 2026 auf eine Presseanfrage der Redaktion vom 5. Oktober 2026 (Glasfaserwerte laut Breitbandatlas der Bundesnetzagentur, Stand Dezember 2025); Internetseite „Glasfaser-Ausbau in Nürnberg“ des Servicebetriebs Öffentlicher Raum; Presseinformation und Präsentation des Bitkom e. V. zum Smart City Index 2026 vom 8. September 2026; Pressemitteilung der Stadt Nürnberg Nr. 956 vom 8. September 2026. Stand: 8. Oktober 2026.
Titelbild: Denny Müller / Unsplash





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