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Fliegerbombe Nürnberg: Erneut 225-Kilo-Blindgänger entschärft

vor 19 Stunden
3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Bauarbeiten südöstlich des Nürnberger Südfriedhofs ist am Dienstag, 3. November 2026, eine 225 Kilogramm schwere US-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden.

  • Rund 1.450 Menschen in Teilen der Rangierbahnhofsiedlung, der Kettelersiedlung und von Falkenheim mussten am Nachmittag ihre Wohnungen verlassen.

  • Sprengmeister Christian Scheibinger und sein Team entschärften den Blindgänger am Abend nach knapp einer Stunde Arbeit.

  • Es ist bereits der zweite Bombenfund an derselben Stelle zwischen Trierer Straße und Schnorrstraße innerhalb von knapp zwei Wochen.


Im Nürnberger Süden ist erneut eine Fliegerbombe entschärft worden. Arbeiter hatten den 225 Kilogramm schweren amerikanischen Blindgänger am Dienstagvormittag, 3. November 2026, bei Bauarbeiten auf einem Areal zwischen Trierer Straße und Schnorrstraße am Rangierbahnhof freigelegt. Die Bombe lag nach ersten Erkenntnissen rund drei Meter tief im Boden. Am Abend gab die Stadt Nürnberg Entwarnung: Sprengmeister Christian Scheibinger und sein Team hatten den Zünder nach knapp einer Stunde Arbeit unschädlich gemacht. Die Entschärfung hatte gegen 17.30 Uhr begonnen.


Rund 1.450 Anwohnerinnen und Anwohner waren von der Evakuierung betroffen. Sie konnten nach der Entwarnung in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren.


Wo wurde die Fliegerbombe in Nürnberg gefunden?

Die Fundstelle liegt südöstlich des Südfriedhofs, zwischen Trierer Straße, Rangierbahnhof und Schnorrstraße. Um den Evakuierungsradius möglichst klein zu halten, ließ die Stadt einen Erdwall aufschütten. Damit sollte der Sperrbereich laut den Angaben der Stadt auf rund 500 Meter um die Fundstelle begrenzt werden.


Betroffen waren Teile der Rangierbahnhofsiedlung, der Kettelersiedlung und von Falkenheim. Für die Evakuierten richtete die Stadt eine Betreuungsstelle in der Mensa der Bertolt-Brecht-Schule an der Karl-Schönleben-Straße 100 ein und schaltete ein Bürgertelefon. Im Einsatz waren rund 300 Kräfte der Berufsfeuerwehr, des Rettungsdienstes, der Polizei und des Technischen Hilfswerks (THW).


Welche Folgen hatte der Bombenfund für Busse, Bahnen und die Consumenta?

Der Einsatz wirkte sich auf den Nahverkehr der VAG aus. Die Buslinie 68 wurde von Langwasser Mitte über Harnischschlag, Münchener Straße und die A73 zur Saarbrückener Straße umgeleitet und bediente die Kornburger, Schwander, Herpersdorfer und Worzeldorfer Straße nicht. Auch die Straßenbahn im Nürnberger Süden war eingeschränkt: Die Bahnen fuhren nur bis zur Saarbrückener Straße und wendeten dort, die Haltestelle Worzeldorfer Straße wurde nicht bedient. Rund um das Evakuierungsgebiet waren mehrere Straßen gesperrt.


Die Verbrauchermesse Consumenta, die noch bis zum 8. November im Messezentrum läuft, war nach Angaben der Stadt nicht betroffen.


Zweiter Fund an derselben Stelle binnen zwei Wochen

Der Fund vom Dienstag ist nicht der erste auf diesem Areal. Bereits am Donnerstag, 22. Oktober 2026, hatten Bauarbeiter zwischen Trierer Straße und Schnorrstraße eine ebenfalls 225 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe entdeckt. Damals lag sie an der Oberfläche. Sprengmeister Sebastian Kraatz legte den Evakuierungsradius auf 750 Meter fest, mehrere hundert Menschen und ein Altenheim mussten ihre Gebäude verlassen. Kraatz und seine Kollegen entschärften den Blindgänger um 18.32 Uhr nach 62 Minuten Arbeit. Mehr als 500 Einsatzkräfte waren damals beteiligt, die Betreuungsstelle im NCC West nutzten nach Angaben der Stadt insgesamt 202 Menschen.



Fliegerbomben in Nürnberg 2026

Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg werden in Nürnberg regelmäßig bei Bauarbeiten entdeckt. Nach einer Zusammenstellung des Marktspiegels gab es in diesem Jahr bereits mehrere Funde im Stadtgebiet:


  • 4. Mai: eine rund 70 Kilogramm schwere Bombe am Südfriedhof

  • 3. August: eine 112 Kilogramm schwere Bombe auf dem Gelände von Siemens Energy

  • 28. September: eine 150 Kilogramm schwere Bombe in Gibitzenhof in der Südstadt

  • 22. Oktober und 3. November: jeweils 225 Kilogramm an der Trierer Straße


Alle Blindgänger wurden entschärft.


Häufige Fragen

Ist die Fliegerbombe in Nürnberg entschärft?

Ja. Die 225 Kilogramm schwere Fliegerbombe von der Trierer Straße wurde am Abend des 3. November 2026 von Sprengmeister Christian Scheibinger und seinem Team entschärft. Die Stadt Nürnberg gab danach Entwarnung, die Evakuierten konnten zurück in ihre Wohnungen.


Wie viele Menschen mussten evakuiert werden?

Von der Evakuierung waren rund 1.450 Menschen betroffen, vor allem in Teilen der Rangierbahnhofsiedlung, der Kettelersiedlung und von Falkenheim. Ein Erdwall sollte den Sperrradius auf rund 500 Meter begrenzen.


Was offen ist

Um welches Bauvorhaben es sich auf dem Areal an der Trierer Straße handelt und ob das Gelände nach zwei Funden nun zusätzlich auf weitere Blindgänger untersucht wird, geht aus den bisher veröffentlichten Angaben nicht hervor. Auch die genaue Uhrzeit des Fundes hat die Stadt nicht mitgeteilt.

Grundlage: Angaben der Stadt Nürnberg vom 3. November 2026 (Bürgerinformation und Live-Ticker), wiedergegeben unter anderem von t-online, Radio 8 und dem Marktspiegel; Pressemitteilung der Stadt Nürnberg Nr. 1186 vom 22. Oktober 2026. Eigene Einordnung.


Titelbild: Wohnhäuser in der Nürnberger Rangierbahnhofsiedlung, Teile der Siedlung lagen im Evakuierungsgebiet (Archivaufnahme 2011) – Aarp65 / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0

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