Fliegerbombe Nürnberg: 225-Kilo-Blindgänger nach 62 Minuten entschärft
Das Wichtigste in Kürze
Bei Bauarbeiten zwischen der Trierer Straße und der Schnorrstraße am Nürnberger Rangierbahnhof ist am Donnerstag, 22. Oktober 2026, gegen 9.30 Uhr eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden.
Die Sprengmeister Sebastian Kraatz, Claudio Linschun und Fabian Höll machten den 225 Kilogramm schweren Blindgänger um 18.32 Uhr nach 62 Minuten Arbeit unschädlich.
Im Radius von 750 Metern mussten mehrere hundert Anwohnerinnen und Anwohner, rund 100 Bewohnerinnen und Bewohner eines Altenheims und eine Grundschule das Gebiet verlassen.
Mehr als 500 Einsatzkräfte waren vor Ort. Am Abend durften alle Betroffenen in ihre Wohnungen zurückkehren.
Die Fliegerbombe im Nürnberger Süden ist entschärft. Nach Angaben der Stadt Nürnberg machten Sprengmeister Sebastian Kraatz und seine Kollegen Claudio Linschun und Fabian Höll den Blindgänger am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 18.32 Uhr unschädlich, nach 62 Minuten Arbeit. Bauarbeiter hatten die 225 Kilogramm schwere amerikanische Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg am Vormittag gegen 9.30 Uhr auf einem Areal zwischen der Trierer Straße und der Schnorrstraße am Rangierbahnhof entdeckt, südöstlich des Südfriedhofs.
Zwischen Fund und Entschärfung lagen rund neun Stunden. Für mehrere hundert Menschen bedeutete das einen Nachmittag außerhalb ihrer Wohnungen: Die Stadt ließ ein Gebiet mit einem Radius von 750 Metern rund um den Fundort räumen.
Wo wurde die Fliegerbombe in Nürnberg gefunden?
Der Fundort liegt im Süden Nürnbergs auf einem Areal zwischen der Trierer Straße und der Schnorrstraße am Rangierbahnhof. Der Blindgänger lag nach Angaben der Stadt an der Oberfläche, als er bei Bauarbeiten freigelegt wurde. In ihrer ersten Mitteilung hatte die Stadt das Gewicht noch mit 250 Kilogramm angegeben. In allen folgenden Mitteilungen, auch in der Bilanz nach der Entschärfung, ist von 225 Kilogramm die Rede.
Die Leitstelle Nürnberg verbreitete um 12.37 Uhr eine Warnmeldung über das bundesweite Warnsystem. Darin bat sie die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. Um 18.46 Uhr gab die Leitstelle Entwarnung.
Welche Stadtteile von der Evakuierung betroffen waren
Den Evakuierungsradius legte Sprengmeister Sebastian Kraatz auf 750 Meter fest. Geräumt werden mussten laut Stadt Nürnberg:
der westliche Teil der Rangierbahnhofsiedlung
etwa die Hälfte der Kettelersiedlung
Teile von Falkenheim
Teile der Bauernfeindsiedlung
Die Evakuierung begann gegen 12.55 Uhr. Gegen 17.25 Uhr war das Gebiet nach Angaben der Stadt vollständig geräumt, erst danach konnten die Sprengmeister mit der Arbeit beginnen. Im Evakuierungsgebiet waren Straßen gesperrt, zudem wurde der Luftraum gesperrt.
Altenheim und Grundschule mussten geräumt werden
Neben mehreren hundert Anwohnerinnen und Anwohnern mussten rund 100 Bewohnerinnen und Bewohner eines Altenheims das Gebiet verlassen. Weil manche von ihnen liegend transportiert werden mussten, halfen nach Angaben der Stadt Rettungskräfte aus der Region. Auch die Grundschule Bauernfeindstraße lag im Sperrgebiet: Die Kinder wurden zunächst in die Neptunschule gebracht und konnten dort von ihren Eltern abgeholt werden.
Für Betroffene richtete die Stadt eine Betreuungsstelle im NCC West im Messezentrum ein. Dort kamen zwischenzeitlich 202 Menschen unter. Busse der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft holten Anwohnerinnen und Anwohner an mehreren Haltestellen im Evakuierungsgebiet ab, darunter an der Germersheimer Straße, der Trierer Straße und am Planetenring.
Mehr als 500 Einsatzkräfte vor Ort
Während der Evakuierung waren nach Angaben der Stadt Nürnberg etwa 500 Einsatzkräfte im Einsatz:
200 Personen aus dem Rettungsdienst
100 Angehörige der Feuerwehr
etwa 120 Einsatzkräfte der Polizei
40 Personen des Technischen Hilfswerks (THW)
dazu Kräfte der DB-Werksfeuerwehr und der VAG
In ihrer abschließenden Mitteilung sprach die Stadt von mehr als 500 Kräften der Berufsfeuerwehr, der DB-Werksfeuerwehr, der Polizei, des Technischen Hilfswerks und der VAG.
Was die Entschärfung für Busse und Straßen bedeutete
Im öffentlichen Nahverkehr waren die Buslinien E5 und 68 betroffen. Nach der Entschärfung nahmen beide Linien ihren regulären Betrieb wieder auf. Die Stadt hob die Straßensperren und die Sperrung des Luftraums auf. Alle von der Evakuierung Betroffenen konnten am Abend in ihre Wohnungen zurückkehren.
Häufige Fragen
Ist die Fliegerbombe in Nürnberg entschärft?
Ja. Die am 22. Oktober 2026 an der Trierer Straße gefundene Fliegerbombe wurde laut Stadt Nürnberg um 18.32 Uhr entschärft. Die Sprengmeister brauchten dafür 62 Minuten.
Wie groß war der Evakuierungsradius?
Der Evakuierungsradius betrug 750 Meter rund um den Fundort zwischen Trierer Straße und Schnorrstraße. Betroffen waren Teile der Rangierbahnhofsiedlung, der Kettelersiedlung, von Falkenheim und der Bauernfeindsiedlung.
Wo konnten Evakuierte unterkommen?
Die Stadt Nürnberg richtete eine Betreuungsstelle im NCC West im Messezentrum ein. Dort waren zwischenzeitlich 202 Menschen untergebracht.
Was offen ist
Wie viele Menschen insgesamt ihre Wohnungen verlassen mussten, hat die Stadt nicht beziffert. Sie spricht von mehreren hundert Anwohnerinnen und Anwohnern. Offen ist auch, warum die erste Mitteilung ein Gewicht von 250 Kilogramm nannte, und um welche Bauarbeiten es sich auf dem Areal handelt. Bereits im Mai 2026 war am Südfriedhof eine Fliegerbombe gefunden und entschärft worden. Weitere Meldungen aus der Stadt finden Sie auf der Nürnberg-Seite von nbtimes.de.
Grundlage: Pressemitteilungen der Stadt Nürnberg Nr. 1177, 1181, 1185 und Nr. 1186 vom 22. Oktober 2026, Warnmeldung und Entwarnung der Leitstelle Nürnberg vom 22. Oktober 2026. Eigene Einordnung.
Titelbild: Die Fliegerbombe am Fundort an der Trierer Straße am 22. Oktober 2026 (Bildausschnitt) – Marius Marthold / Stadt Nürnberg





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