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Bayernhafen Nürnberg wächst gegen den Trend — 4,1 Millionen Tonnen 2025

Logistikzentren stehen vor enormen Hürden. Wirtschaftliche Schwankungen, Platzmangel und marode Infrastrukturen fordern Betreiber täglich heraus. Dennoch gibt es Standorte, die genau diesen Widrigkeiten trotzen und bemerkenswerte Erfolge verzeichnen. Der bayernhafen Nürnberg gehört dazu.


Die Jahresbilanz 2025 zeigt deutlich: Der Hafen bricht den Abwärtstrend der Vorjahre. Mit über 4,1 Millionen umgeschlagenen Tonnen an Gütern und einem Plus von rund zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr setzt der Standort ein starkes Zeichen. In diesem Beitrag beleuchten wir die genauen Zahlen, analysieren die Verschiebung der Transportwege von Wasser auf die Schiene und werfen einen genauen Blick auf die millionenschweren Investitionen, die für das Jahr 2026 geplant sind.


Wachstum gegen den Trend: Die Bilanz 2025

Die deutsche Industrie und Logistikbranche spürte in den vergangenen Jahren deutlichen Gegenwind. Eine drohende Rezession und angespannte Lieferketten drückten die Umschlagzahlen vielerorts nach unten. Auch die bayernhafen-Gruppe verzeichnete zuvor rückläufige Tendenzen. Doch das Jahr 2025 markiert für die Standorte Nürnberg und Roth einen klaren Wendepunkt.


Zusammen bewegten die beiden Standorte über 4,1 Millionen Tonnen an Gütern per Schiff und Bahn. Dieses Wachstum von rund zwei Prozent resultiert nicht aus einer plötzlichen Konjunkturerholung. Vielmehr greift hier das starke strukturelle Profil des Standorts. Der bayernhafen Nürnberg bietet eine trimodale Anbindung – er verknüpft die Verkehrsträger Wasser, Schiene und Straße optimal miteinander. Diese Flexibilität erlaubt es Unternehmen, rasch auf Marktveränderungen zu reagieren und Transportwege effizient umzugestalten.


Die Schiene übernimmt: Verschiebung der Transportwege

Ein genauer Blick auf die Zahlen offenbart eine spannende Entwicklung bei den gewählten Verkehrsträgern. Das Schiff verliert am Standort Nürnberg an Bedeutung, während die Bahn das Wachstum antreibt.


Der Schiffsgüterumschlag in Nürnberg und Roth sank 2025 um 13 Prozent auf rund 238.000 Tonnen. Davon entfielen 175.000 Tonnen direkt auf den Nürnberger Hafen. Über das Wasser transportierten die Unternehmen primär Agrargüter wie Düngemittel sowie Erze und Metallabfälle, darunter vor allem Shredderschrott. Dieser Rückgang steht im Einklang mit der allgemeinen Entwicklung: Der Schiffsverkehr im gesamten Maingebiet schrumpfte 2025 um etwa vier Prozent.


Im Gegenzug übernimmt der Schienenverkehr eine immer größere tragende Rolle. Konzernweit steigerte die bayernhafen-Gruppe den Bahngüterumschlag um 1,4 Prozent auf beachtliche 6,19 Millionen Tonnen. Das trimodale Konzept des Hafens funktioniert. Wenn ein Verkehrsträger schwächelt, fängt ein anderer das Volumen auf. Die Bahn beweist sich hier als verlässlicher und wachstumsstarker Motor für die regionale Logistik.


Aktiver Klimaschutz: Weniger Lkw, mehr Nachhaltigkeit

Die konsequente Verlagerung von Langstreckenverkehren auf Schiff und Bahn macht den bayernhafen Nürnberg zu einem echten Vorreiter der Verkehrswende. Die Umweltbilanz des Jahres 2025 spricht eine deutliche Sprache.


Durch die intelligente Nutzung von Schiene und Wasserstraße vermied der Standort Nürnberg-Roth nach eigenen Angaben rund 239.000 Lkw-Fahrten. Auf die gesamte bayernhafen-Gruppe hochgerechnet, summiert sich diese Entlastung auf etwa 487.000 eingesparte Lkw-Touren. Das entspricht einer Reduktion von rund 478.000 Tonnen Treibhausgasen.


Mit diesen Zahlen positioniert sich der Standort offensiv im Diskurs um nachhaltige Logistik. Die 337 Hektar große Fläche im Süden Nürnbergs ist nicht nur ein wirtschaftliches Zentrum, sondern auch ein Motor für den Klimaschutz. Mehr als 6.700 Menschen arbeiten hier direkt vor Ort in über 200 ansässigen Unternehmen aus Transport, Umschlag, Recycling, Industrie und Handel. Die Betreibergesellschaft schätzt die gesamte regionale Beschäftigungswirkung auf über 20.000 Arbeitsplätze.


Investitionen für die Zukunft: Das KV-Terminal wächst

Um dieses hohe Niveau zu halten und auszubauen, nimmt die Hafengesellschaft viel Geld in die Hand. Für das Jahr 2026 plant der bayernhafen Nürnberg Investitionen in Höhe von knapp 7 Millionen Euro. Bereits im Vorjahr flossen rund 6 Millionen Euro in Kais und Bahnanlagen. Zusätzlich investierte die Hafen Nürnberg-Roth GmbH über eine Million Euro speziell in den Ausbau des Kombinierten Verkehrs (KV).


Der wichtigste Einzelposten für 2026 ist die massive Erweiterung des KV-Terminals. Anfang des Jahres begann der Aufbau von drei neuen Krananlagen – und das bei laufendem Betrieb. Das Bundesverkehrsministerium fördert diesen Ausbau, der die Umschlagleistung des 2006 eröffneten Terminals um rund 20 Prozent steigern soll.


Dieses Terminal ist das Herzstück der internationalen Anbindung. Es verknüpft Nürnberg direkt mit den großen Seehäfen wie Hamburg, Bremerhaven und Rotterdam sowie mit den südeuropäischen Knotenpunkten Verona und Triest. Mit den neuen Krananlagen festigt die Anlage ihren Ruf als eines der größten Terminals dieser Art im europäischen Binnenland. Konzernweit sieht die bayernhafen-Gruppe, die seit 2025 sieben Standorte umfasst, für 2026 sogar Investitionen von 57 Millionen Euro vor.


Die großen Herausforderungen: Platzmangel und Streckensperrungen

Trotz der positiven Zahlen und hohen Investitionen steht der bayernhafen Nürnberg vor massiven Herausforderungen. Das größte strukturelle Problem ist der fehlende Raum. Die 337 Hektar des Hafengeländes sind heute vollständig belegt. Die Flächen sind über langfristige Miet- und Erbbaurechtsverträge, oft über Jahrzehnte hinweg, gebunden.


Alte Pläne aus den 1960er- und 1970er-Jahren für ein drittes Hafenbecken hat das Management längst verworfen. Stattdessen versucht die Führung, kleinere Reserven für Logistikflächen auf dem bestehenden Areal zu mobilisieren. Die Konkurrenz um verfügbare Hektar verschärft sich weiter. Die Diskussion um ein neues ICE-Werk der Deutschen Bahn, bei der Flächen nahe des Hafens als Erweiterungsraum im Gespräch waren, zeigt, wie umkämpft der Süden Nürnbergs ist.

Neben dem Platzmangel droht 2026 ein weiteres massives Risiko: die Infrastruktur. Die bundesweite Generalsanierung des Schienennetzes bringt monatelange Vollsperrungen wichtiger Bahnstrecken mit sich. Davon sind auch die essenziellen Verbindungen von Regensburg nach Nürnberg und nach Passau betroffen. Für einen Hafen, der sein Wachstum primär über die Bahn generiert, stellt dies eine enorme Belastungsprobe dar. Die Betreibergesellschaft fordert daher seit Langem eine integrierte Verkehrspolitik und schnellere Genehmigungsprozesse, um solche Engpässe besser abzufedern.


Fazit: Effizienz als strategischer Schlüssel

Der bayernhafen Nürnberg wächst auf einem Fundament, das zunehmend knapper wird. Limitierte Flächen, ein anfälliges Schienennetz und ein schwächelnder Wasserumschlag fordern neue Strategien. Die Standortentwicklung der kommenden Jahre wird sich daher weniger um die Erschließung neuer Hektar drehen.


Der Fokus liegt voll und ganz auf der Effizienz. Es geht darum, mehr Container und mehr Tonnen pro bestehendem Quadratmeter, pro Kran und pro Gleismeter umzuschlagen. Die geplanten Investitionen in das KV-Terminal und die neuen Krananlagen zeigen genau in diese Richtung.

Wenn Sie im Bereich Transport oder Logistik tätig sind, behalten Sie die Entwicklungen in Nürnberg im Blick. Die Verlagerung von Gütern auf die Schiene bietet immense Chancen zur CO2-Reduktion und Effizienzsteigerung. Prüfen Sie, wie Ihr Unternehmen von intermodalen Transportkonzepten profitieren kann, und bereiten Sie sich frühzeitig auf kommende Infrastruktur-Engpässe wie die Streckensperrungen im Jahr 2026 vor. Intelligente Planung und flexible Transportwege werden in Zukunft den Unterschied machen.


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