Sonntag, 27. September 2026
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- Gefährlicher Fetisch - Eine Kritik an der Schuldenbremse
Sparsamkeit ist eine Tugend. Sparsame Menschen werden als diszipliniert, intelligent und weise wahrgenommen, da sie mit den Mitteln auskommen, die ihnen zu Verfügung stehen und darüber hinaus regelmäßig Geld zur Seite legen, um für schlechte Zeiten oder für das Alter vorzusorgen. Unternehmen, die mehr Eigenkapital als Schulden vorweisen, gelten als „gesund“. Allerdings haben die meisten Unternehmer mit Schulden angefangen, um ihr Unternehmen aufzubauen. Unternehmerinnen und Unternehmer gehen dabei naturgemäß ein Risiko ein. Wenn die Unternehmung erfolgreich ist, können Schulden getilgt und Vermögen geschaffen und reinvestiert werden. Banken vergeben Kredite, die in Form von Investitionen einen Wert widerspiegeln. Im betriebswirtschaftlichen Sinne stehen den Schulden, auch als Fremdkapital bezeichnet, Vermögen gegenüber. Die meisten Privatpersonen stellen sich unter Schulden eine Zahl mit dickem Minus und in Rot dargestellt vor. In Unternehmen findet sich dieses rote Minus in Form von Vermögen auf der Aktivseite, die die Mittelverwendung angibt, der Bilanz wieder. Kauft sich eine Privatperson ein Haus, ein Grundstück oder eine Wohnung und nimmt dafür einen Kredit auf, ist dieser durch den Wert der Immobilie gedeckt. Zusammenfassend, Schulden stehen in den meisten Fällen reale Werte gegenüber. Keine Schulden ohne Risiko und kein Wohlstand ohne Schulden. Das gilt für Unternehmen und gewissermaßen auch für Privathaushalte, wenn es beispielsweise um den Erwerb von Wohneigentum geht. Dennoch werden Schulden, vor allem in Deutschland, gesellschaftlich verpönt und als negativ angesehen. In Familien und Bekanntenkreisen wird kaum oder gar nicht über Schulden gesprochen. Sparsamkeit ist eine Tugend und wird in der Erziehungsarbeit stets vermittelt, was auch gut ist. Dennoch sollte der Umgang mit Schulden und der Zweck von Schulden bereits in jungen Jahren eines Menschen vermittelt werden. Dass es daran mangelt, lässt sich besonders eindrucksvoll bei der Debatte um die Schuldenbremse beobachten. Deutschland ist vermutlich das einzige Land, in der es möglich ist, dem Souverän zu vermitteln, eine Volkswirtschaft funktioniere genauso, wie ein Unternehmen oder gar im Sinne der „Schwäbischen Hausfrau“, wie ein Privathaushalt. Dies führte im Jahr 2009, im Zuge der Finanzkrise, die im Wesentlichen eine Bankenkrise war, zur Einführung der Schuldenbremse in Form einer Grundgesetzänderung. Diese Grundgesetzänderung wurde der Bevölkerung mit dem Narrativ einer soliden Haushaltsführung verkauft und die ehemalige Bundeskanzlerin hat in einer Rede in Stuttgart im Jahr 2008 die Analogie zur schwäbischen Hausfrau genutzt. Daraufhin wurde unter dem Finanzminister, Per Steinbrück, die Grundgesetzänderung auf den Weg gebracht und durch die Mehrheiten der großen Koalition durchgesetzt. Heute, 15 Jahre später, wird die Schuldenbremse, aufgrund des massiven Investitionsstaus in der Bundesrepublik kritisch bewertet. Eine längst überfällige Debatte wird nun angestoßen, die die regierende „Ampel“ vor eine Zerreißprobe stellt. Der politische und gesellschaftliche Umgang mit der Schuldenbremse und die Debatte darüber zeigen, wie schlecht es um die volkswirtschaftliche Bildung in Deutschland steht. Ein Finanzminister, der der Schuldenbremse eine höhere Weisheit zuspricht, lässt schon erahnen, dass diese Diskussion ideologisch aufgeladen ist. Ideologie braucht keine Argumente. Man muss nur daran glauben. Die Opposition bläst in dasselbe Horn und mahnt regelmäßig zur soliden Haushaltsführung, am liebsten in Verbindung mit Sozialabbau und Steuererleichterungen für Unternehmen und Mittelstand. Besonders tragisch ist die journalistische Arbeit Bezug auf Staatsfinanzen. Vor allem im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist es besonders schlecht um ökonomische Grundkenntnisse bestellt, was man täglich bei Markus Lanz oder wöchentlich bei Anne Will und Maybrit Illner erleben kann. Gäste aus den Regierungsparteien, werden ausschließlich zur Haushaltsführung in die Mangel genommen, anstatt die Rahmenbedingungen zu hinterfragen, in der sich die regierenden Parteien bewegen. Das führt zu bizarren Diskussionen, die. Meist darin münden, Sozialleistungsempfängern oder Asylbewerbern wenige Euros zu streichen, um damit einen kleinen Bruchteil eines enormen Haushaltslochs zu stopfen. Beim Zuschauenden entsteht der Eindruck, dass dies die einzige Dimension des Lösungsraumes ist. Die Volkswirtschaft leidet unter den Investitionsstaus in Infrastruktur, Wirtschaft, Medizin und Bildung und man bekommt den Eindruck, dass an allem gespart wird, nur nicht bei Empfängern von Sozialleistungen. Eine der wichtigsten Debatten, wird durch die Gesprächsführung der Moderatorinnen und Moderatoren verkürzt und der gesellschaftliche Zusammenhalt vergiftet. Deshalb wird nachfolgend der Versuch unternommen, eine möglichst ideologiefreie Bewertung der Schuldenbremse, sowie eine Einordnung der Debatte vorzunehmen. Staatsfinanzen sind nicht vergleichbar mit privaten Haushalten. Staatsfinanzen unterscheiden sich grundlegend von privaten Haushalten und auch von den der Unternehmen. Ein Mythos, den es von vornherein auszuräumen gilt, sind Sozialausgaben, die als Verschwendung dargestellt werden. Sozialausgaben gehen zu 100 % in den Konsum und damit in den Wirtschaftskreislauf, woran der Staat durch Steuereinnahmen verdient. Gerade in Zeiten von Inflation infolge des Energiepreisschocks, war die soziale Stütze essenziell. Wären die Sozialleistungen nicht teilweise an die Preissteigerung angepasst worden, wäre es zu einem spürbaren Einbruch des Konsums gekommen, worunter die Wirtschaft noch stärker gelitten hätte als durch gestiegene Energiepreise. Sozialausgaben sind somit eine Form von Investition. Investitionen und Ausgaben sind voneinander zu unterscheiden. Ausgaben, die zum Betrieb einer Volkswirtschaft dienen, wie zum Beispiel Gehälter für Beamte, sind keine Investitionen, sondern Ausgaben. Alles, was einen stimulierenden Effekt auf die Wirtschaft hat, wie Subventionen für Unternehmen, Ausbau der Infrastruktur, neue Ausstattung für Schulen, Anschaffung neuer Rüstungsgüter und Sozialleistungen sind Investitionen. Ein Staat existiert über ein Menschenleben hinaus, weshalb er seine Schulden nicht bis zu einem bestimmten Alter getilgt haben muss. Solange die Zinsen bedient werden können, ist ein Staat zahlungsfähig. Läuft die Zinsbindung aus, werden neue Kreditverträge zu neuen Zinsbedingungen geschlossen. Das führt dazu, dass gerade in Zeiten von Inflation, die Staatsverschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt sinkt, weil durch gestiegene Preise mehr Steuereinnahmen generiert werden. Der Staat hat das Monopol zur Geldschöpfung von Bargeld. Das Bargeld, in Form von Scheinen und Münzen macht zwar nur etwa 7 % des sich im Umlauf befindlichen Euros aus, ist aber dennoch eine wichtige Stütze des Vertrauens im Geldsystem. All diese Merkmale staatlicher Finanzen unterscheiden sich elementar von privaten Haushalten. Die Haupteinahmen des Staats setzen sich aus Einnahmen von Steuern, Gebühren und Beiträgen zusammen. Zudem kann der Staat Anleihen ausgeben, für die er Zinsen bezahlt, welche von Zentralbanken und Kapitalanlegern gekauft werden. Während der Negativzinsphase in den 10er Jahren hat der Staat sogar an seinen eigenen Schuldverschreibungen verdient. Ähnlich, wie in einer Unternehmensbilanz, in der sich Schulden und Eigenkapital im Vermögen widerspiegeln, so spiegeln sich Staatsschulden in den Vermögen der Privatwirtschaft wider. Anders ausgedrückt: die finanziellen Vermögen des einen sind immer die Schulden des anderen. Bewertung von Staatsschulden Staatsschulden sind nicht per se als negativ zu bewerten. Die Staatsschulden des deutschen Staates haben sich in den Jahren 2012 bis 2019 positiv entwickelt. In den Jahren 2015 bis 2019 hat Deutschland mehr eingenommen, als ausgegeben, was in der Abbildung 1 zu sehen ist. Infolge der Coronapandemie war der Staat gezwungen, die Wirtschaft zu stabilisieren und hat dafür nach 5 Jahren Austerität wieder seinen Schuldenstand erhöht. Unter Austerität ist eine strenge staatliche Haushaltsführung zu verstehen, die keine Neuverschuldung vorsieht. Durch die im Grundgesetz festgeschriebene Schuldenbremse muss der Staat wieder zur Austeritätspolitik zurückkehren, was in Verbindung mit der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung in den Jahren 2022, 2023 und vermutlich auch 2024 nur schwer durchzuhalten sein wird. „Eine Folge der Austeritätspolitik der vergangenen Jahre ist ein massiver Investitionsstau in Infrastruktur, Verteidigung, Bildung und Klimaschutz.“ Ökonomen der sogenannten „Neoklassischen Schule“ argumentieren, dass eine stabile und strenge staatliche Haushaltsführung, also möglichst geringe Staatsschulden und keine Neuverschuldung, das Vertrauen in eine Volkswirtschaft stärkt und damit die Wirtschaft als ganzes davon profitiert. Schaut man sich jedoch die aktuelle Lage an, kann von starker Wirtschaft nicht die Rede sein. Eine Folge der Austeritätspolitik der vergangenen Jahre ist ein massiver Investitionsstau in Infrastruktur, Verteidigung, Bildung und Klimaschutz. Hier stößt die Haushaltsführung an ihre Grenzen und wird sogar zum Verhängnis, wenn es darum geht, notwendige Weichen für die Zukunft einer Volkswirtschaft zu stellen. Befürworter der Keynesianischen Ökonomie sehen den Staat als zentralen Wirtschaftsakteur, der durch Investitionen und Ausgaben wichtige Impulse für das Wirtschaftssystem setzt. Eine mögliche Überschuldung des Staates kann in dieser Denkschule durch die Erhebung von Steuern bei sehr Vermögenden eingedämmt werden, was eine weitere Debatte über die Besteuerung von Vermögen eröffnet, welche hier den Rahmen sprengen würde. Deshalb lohnt sich nun ein Blick auf einen Vergleich von Staaten und deren Schuldenquoten. Die Schuldenquote berechnet sich aus dem Verhältnis der nominalen Schulden zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Wenn die Quote höher als 100% liegt, ist der Schuldenstand größer als die jährliche Wirtschaftsleistung eines Landes. Um die Staatsschulden Deutschlands bewerten zu können lohnt sich der Blick ins Ausland, vor allem im Vergleich mit den großen Volkswirtschaften der Welt. Deutschland ist mit 4,09 Billionen US-Dollar (4.086 Milliarden) die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt und liegt damit knapp hinter Japan mit 4,2 Billionen US-Dollar. In der Abbildung 2 liegen diese Länder jedoch sehr weit auseinander. Japans Staatsverschuldung zählt zur höchsten im OECD -Ländervergleich (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Zudem bewegt sich der japanische Leitzins seit über 10 Jahren zwischen 0 und 1 Prozent, was Kreditaufnahmen begünstigt. Allerdings macht sich das Land abhängig von billigen Krediten und von der eigenen Zentralbank, die die Staatsanleihen aufkaufen muss, was ein hohes Risiko birgt. Aktuell werden diese Schuldverschreibungen von der alternden japanischen Gesellschaft geschultert, was nicht ewig der Fall sein wird. Damit ist Japan ein gutes Beispiel dafür, welches Risiko in der Überschuldung eines Staates stecken. Allerdings ist es auch ein Beweis dafür, dass die Staatsverschuldung nicht das alleinige und ausschlaggebende Maß für eine erfolgreiche und gut funktionierende Volkswirtschaft ist. „Staatsschulden sind nicht das ausschlaggebende Maß für eine gesunde Volkswirtschaft.“ Ein Blick in die USA zeigt, wie es auch anders geht. Die amerikanische Wirtschaft brummt und hat sich von den Einschnitten infolge der Corona-Pandemie vollständig erholt. An den amerikanischen Börsen ist Goldgräberstimmung, während wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa lahmt. Durch das massive und umfangreiche Investitionsprogramm „Inflation Reduction Act“, kurz IRA, pumpt die amerikanische Regierung 738 Milliarden Dollar in die heimische Wirtschaft, um sie bei der Klimatransformation zu unterstützen und resilienter sowie unabhängiger von externen Ressourcen und Nationen, wie China zu machen. Es ist vollkommen belanglos, dass hierfür die Staatsschuldenquote weit über 100 Prozent (144 %) erreicht, wenn infolge einer boomenden Wirtschaft, die Staatseinnahmen sprudeln und dabei die Transformation der Industrie gelingt. Es bringt der deutschen Gesellschaft und Wirtschaft rein gar nichts, wenn das Land sich mit einer Staatsschuldenquote von unter 70 % brüstet und so getan wird, als müsste der Staat wie die schwäbische Hausfrau, mehr einnehmen als ausgeben. Es ist angesichts des Investitionsstaus sogar gefährlich, die Neuverschuldung per Grundgesetzt so weit zu begrenzen, dass neben den gewöhnlichen Staatsausgaben, keine umfangreichen Investitionen mehr erfolgen können. Die Absurdität der Schuldenbremse wird zudem durch sogenannte „Sondervermögen“ deutlich, die nichts anderes sind als Kreditermächtigungen für einen bestimmten Zweck. Beispielsweise wird für die Aufrüstung und Modernisierung der Bundeswehr ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro eingesetzt, welches neben dem gewöhnlichen jährlichen Etat von 51,8 Milliarden Euro (Stand 2024), weitere Finanzmittel für Investitionen bereitstellt. Was für die Bundeswehr gut funktioniert, müsste nun in für die Bereiche Infrastruktur, Klimatransformation der Wirtschaft und Bildung folgen. Es wird auch schon diskutiert, das Konstrukt der Sondervermögen auf alle Investitionsbereiche auszuweiten, da hierfür keine Anpassung der Schuldenbremse und damit keine Grundgesetzänderung von Nöten ist. Fazit Die Schuldenbremse hat ausgedient. Sie hatte ihre Motivation in Zeiten rapide steigender Staatsverschuldung infolge der Finanzkrise im Bankensektor im Jahr 2007. Der Bankenkrise folge eine Staatsschuldenkrise in Europa, welche eine die strenge Austeritätspolitik rechtfertigen sollte. Deutschland hat mit der Schuldenbremse als Vorbild für seine europäischen Nachbarn gedient, aber zu einem hohen Preis, wie sich heute herausstellt. Die Infrastruktur wurde auf Verschleiß gefahren und notwendige Investitionsimpulse für die Wirtschaft verschlafen. Das ist heute der Hauptfaktor, der das deutsche Wirtschaftswachstum lähmt. Es erscheint angesichts des massiven Investitionsstaus vollkommen unlogisch, wie Politiker weiterhin dem Dogma des Spardiktats folgen wollen und damit sogar Wahlkampf machen. Nichtsdestotrotz gibt es mit dem Konstrukt der Sondervermögen eine Alternative, die funktionieren kann, große Investitionsvolumen aufzubringen. Ein Sondervermögen hat eine Zweckbindung und kann über mehrere Jahre abgerufen werden, wird aber dennoch die Schuldenquote über die Zeit ansteigen lassen, was aber, wie wir nun wissen, kein guter Indikator für die Zahlungsfähigkeit eines Landes ist.
- Die Kunst des Bordeaux: Eine exklusive Verkostung in der Schatzkammer der Kulinarwelten Stengel
The Nuremberg Times war zu Gast bei der „Grand Crus de Bordeaux Verkostung in der Schatzkammer der Kulinarwelten Stengel“, einem Event, das Weinliebhaber und Feinschmecker gleichermaßen begeisterte. Diese exklusive Veranstaltung bot eine seltene Gelegenheit, einige der feinsten Bordeaux-Weine zu entdecken, begleitet von einem kuratierten Angebot an Gourmet-Käsesorten, handverlesenen Brotspezialitäten und weiteren erlesenen kulinarischen Begleitungen. Von der eleganten Crème de Cassis-Eröffnung bis hin zu den sorgfältig ausgewählten Grand Crus, die die Vielfalt und Tiefe des Bordeaux-Anbaugebiets repräsentieren, versprach dieser Abend eine unvergessliche Reise durch die Geschmackswelten. Erfahre mehr über die handwerkliche Kunst hinter jedem Glas, erzählt von passionierten Sommeliers, die ihr tiefes Wissen über Bordeauxs reiche Weinbaugeschichte und die Geheimnisse der Crémant-Weinherstellung teilten. Bereite dich darauf vor, in die faszinierende Welt der Bordeaux-Weine einzutauchen, wie sie nur in der Schatzkammer der Kulinarwelten Stengel erlebt werden kann. Meister der Reben: Die Sommelier-Kunst hinter Bordeauxs Besten Die Expertise und Leidenschaft der Sommeliers in der Schatzkammer der Kulinarwelten Stengel waren unvergleichlich, ein wahres Highlight der „Grand Crus de Bordeaux Verkostung“. Ihre Fähigkeit, komplexe Geschmacksprofile zu entwirren und Besuchern einen tiefen Einblick in die Geschichte und Herstellungsprozesse der Bordeaux-Weine zu gewähren, machte den Abend zu einem Bildungserlebnis der Extraklasse. Mit großer Sorgfalt und Aufmerksamkeit führten sie durch die vielschichtigen Aromen und Texturen der Grand Crus, erklärten die charakteristischen Merkmale der verschiedenen Anbaugebiete und die Auswirkungen von Bodenbeschaffenheit und Klima auf den Endgeschmack des Weins. Ihre Geschichten über die traditionelle Kunst der Crémant-Weinherstellung in Bordeaux und die seltene Gelegenheit, diesen Prozess hautnah zu erleben, verliehen der Veranstaltung eine zusätzliche Dimension. Die detaillierten Erzählungen über die sorgfältige Auswahl und Reifung der Weine, gepaart mit Anekdoten aus der langen Geschichte des Weinbaus in Bordeaux, bereicherten das Verständnis und die Wertschätzung für jeden Schluck, der genossen wurde. Diese tiefe Verwurzelung in Tradition und Fachwissen machte deutlich, warum die Bordeaux-Weinregion und ihre Crémants weltweit für ihre unübertroffene Qualität und ihren unverwechselbaren Geschmack berühmt sind. Bordeauxs Weinerbe: Jahrhunderte der Exzellenz Die Geschichte des Bordeaux-Anbaugebietes ist reich und faszinierend, ein Erbe, das sich über Jahrhunderte erstreckt und Bordeaux zu einem Synonym für hochwertigen Wein gemacht hat. Schon im 1. Jahrhundert n. Chr. begannen die Römer mit dem Weinbau in dieser fruchtbaren Region, legten den Grundstein für eine Tradition, die sich bis in die heutige Zeit fortsetzt. Im Mittelalter erlebte der Bordeaux-Weinhandel einen Aufschwung durch die Ehe von Heinrich II. von England und Eleonore von Aquitanien, was Bordeaux eine dominante Stellung im Weinexport nach England und später in die ganze Welt verschaffte. Die Einführung des Klassifikationssystems von 1855, das die besten Weine der Region kategorisierte, markierte einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Bordeaux-Weins und etablierte eine Qualitätshierarchie, die bis heute Bestand hat. Diese tiefe historische Verwurzelung, kombiniert mit der kontinuierlichen Innovation und dem Engagement für Exzellenz, hat das Bordeaux-Anbaugebiet zu einem der bedeutendsten und einflussreichsten Weinproduzenten weltweit gemacht. Die Anerkennung der „Grand Crus de Bordeaux“ spiegelt nicht nur die Qualität der Weine wider, sondern auch die reiche Kultur und das unermüdliche Streben nach Perfektion, das die Winzer der Region antreibt. Bei der exquisiten Veranstaltung „Grand Crus de Bordeaux“ in der Schatzkammer der Kulinarwelten Stengel hatten wir die einzigartige Gelegenheit, eine handverlesene Auswahl einiger der feinsten Weine, die die Bordeaux-Region zu bieten hat, zu verkosten. Jeder Wein wurde sorgfältig ausgewählt, um die Vielfalt und die herausragende Qualität dieses berühmten Weinanbaugebietes zu demonstrieren. Von den tiefgründigen Rotweinen bis hin zu einem erlesenen Crémant und einem verführerischen Likör zum Auftakt – diese Verkostung bot einen umfassenden Einblick in die Welt der Bordeaux-Weine. Im Folgenden stellen wir dir die präsentierten Weine vor, deren Geschmacksprofile und Herkunftsgeschichten uns von den passionierten Sommeliers der Kulinarwelten Stengel nähergebracht wurden. Bereite dich auf eine Entdeckungsreise durch die erlesenen Aromen und die reiche Tradition des Bordeaux vor. Chateau Ferrande Graves 2020 Der Chateau Ferrande Graves 2020 präsentiert sich als ein herausragender Vertreter der Graves-Region, bekannt für seine elegante Verbindung von Frische und Tiefe. Seine Palette von Zitrusfrüchten und weißen Blüten, gepaart mit einer unverkennbaren mineralischen Note, zeugt von den kiesigen Böden, die für diese Appellation charakteristisch sind. Die feine Säurestruktur unterstreicht die Balance und den langen Nachhall dieses Weins, der als exzellentes Beispiel für die Finesse der Graves-Weine gilt. Château Vrai Canon Bouché 2014 Der Château Vrai Canon Bouché 2014, ein Juwel aus dem Fronsac, offenbart die volle Pracht reifer, samtiger Tannine und den Reichtum dunkler Beeren, Pflaumen und einer subtilen Zedernholznote. Diese Komposition verleiht ihm eine beeindruckende Komplexität und Tiefe, die typisch für die ausdrucksstarken Weine des Fronsac sind. Ein wahrer Genuss für Liebhaber, die die Vielschichtigkeit und den Charakter der Bordeaux-Region zu schätzen wissen. Chateau Fontesteau Haut-Medoc 2012 Als Musterbeispiel für die Eleganz des Haut-Medoc steht der Chateau Fontesteau Haut-Medoc 2012. Mit seinen Aromen von schwarzen Kirschen, Tabak und einem Hauch von Leder, kombiniert mit einer gut strukturierten Tanninbalance und einem anhaltenden Abgang, demonstriert dieser Wein die klassische Schönheit und Raffinesse der Haut-Medoc Weine. Seine harmonische Komposition spricht sowohl den erfahrenen Weinliebhaber als auch den neugierigen Entdecker an. Chateau Gaillard 2018 Saint-Emilion Grand Cru Der Chateau Gaillard 2018 Saint-Emilion Grand Cru steht exemplarisch für die Intensität und Fülle, die Saint-Emilion zu bieten hat. Mit einem reichhaltigen Bouquet aus reifen, roten Früchten, Vanille und einer Prise Gewürzen, bietet dieser Wein eine üppige Textur und gut eingebundene Tannine. Die Eleganz und Komplexität des Saint-Emilion Grand Cru werden in jedem Schluck spürbar und machen ihn zu einem unvergesslichen Erlebnis für Kenner und Genießer gleichermaßen. Cassissée Crème de Cassis Likör Beginnend mit einem verführerischen Cassissée Crème de Cassis Likör, bot die Veranstaltung einen einzigartigen Auftakt. Dieser Likör, intensiv in seinen schwarzen Johannisbeeraromen und mit einer angenehmen Süße, harmonierte perfekt mit dem französischen Ziegenkäse und der schwarzen Johannisbeermarmelade mit Kakaonibs. Eine exquisite Kombination, die die Geschmackspalette aufwärmt und auf die folgenden Weine vorbereitet. Malesan Crémant de Bordeaux Zum Abschluss der Verkostung glänzte der Malesan Crémant de Bordeaux mit seiner feinen Perlage und den frischen Noten von Zitrus und Brioche. Als hervorragendes Beispiel für die Vielfalt und Innovation des Bordeaux, zeigt dieser Crémant, dass die Region auch im Bereich der Schaumweine exzellente Qualität bietet. Ein prickelnder Abschluss eines unvergesslichen Abends, der die Bandbreite und die Höhepunkte der Bordeaux-Weinwelt repräsentiert. Kulinarische Begleitungen Die Auswahl an verschiedenen Brotsorten, Oliven, Schinken und Käsesorten, darunter ein cremiger Camembert aus der Normandie, bot den perfekten gastronomischen Rahmen für die Weinverkostung. Diese sorgfältig ausgewählten Speisen unterstrichen die Charakteristika der einzelnen Weine und schufen ein vollendetes Geschmackserlebnis. Fazit Die Veranstaltung „Grand Crus de Bordeaux“ in der Schatzkammer der Kulinarwelten Stengel war ein unvergessliches Erlebnis für jeden Weinliebhaber. Die Kombination aus erlesenen Weinen, exquisiten kulinarischen Begleitungen und der fachkundigen Führung durch die Welt des Bordeaux machte diesen Abend zu einer wahren Entdeckungsreise. Es war eine Feier der Sinne, die nicht nur das Geschmackserlebnis, sondern auch das Wissen und die Wertschätzung für die Kunst des Weinmachens bereicherte. Die Leidenschaft und Expertise der Sommeliers waren dabei der Schlüssel, um die Geheimnisse und Geschichten hinter jedem Glas Wein zum Leben zu erwecken. Die präsentierten Weine können in den Kulinarwelten Stengel erworben werden. Eine umfassende Beratung wird zudem natürlich auch geboten. Wichtiger Hinweis zum Alkoholkonsum: Bitte beachten Sie, dass der Konsum von Alkohol verantwortungsbewusst erfolgen sollte. Alkoholische Getränke sind für Personen unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestalter nicht geeignet. Übermäßiger oder unverantwortlicher Konsum von Alkohol kann gesundheitliche Risiken und Abhängigkeit verursachen und sollte vermieden werden. Es wird empfohlen, Alkohol in Maßen zu genießen und stets die eigenen Grenzen und die gesetzlichen Bestimmungen zu beachten. Bei Fragen oder Bedenken hinsichtlich des Alkoholkonsums ist es ratsam, sich an einen Fachmann oder eine Fachfrau zu wenden.
- Neue Podcast-Serie „Let's talk about Europe“ mit Lukas Küffner und Kevin Kienle startet auf The Nuremberg Times
The Nuremberg Times freut sich, die Einführung eines aufregenden neuen Podcasts bekannt zu geben: „Let’s talk about Europe“. Moderiert von Lukas Küffner, einem engagierten Europawahlkandidaten der Piratenpartei aus Nürnberg, und dem erfahrenen Co-Moderator Kevin Kienle, verspricht diese Serie, Licht in die vielschichtige Welt der europäischen Politik zu bringen. In der dynamischen Landschaft der europäischen Politik gibt es viele Stimmen, aber nur wenige schaffen es, die essenziellen Themen mit Leidenschaft, Tiefe und Verständlichkeit zu vermitteln. Lukas Küffner, der sich mit seiner Kandidatur für die Europawahl für „Die Piraten“ einsetzt, möchte genau das ändern. Zusammen mit Kevin Kienle zielt er darauf ab, durch „Let’s talk about Europe“ ein neues Niveau an Diskurs und Engagement zu erreichen. Die Kick-Off Episode gibt den Zuhörern eine persönliche Einführung in Lukas Küffner – seine Beweggründe, Ambitionen und die Gründe für seine Wahl, sich politisch bei den Piraten zu engagieren. Doch es geht nicht nur um die Person Lukas Küffner. Die Podcast-Serie will auch die drängenden Fragen Europas adressieren: Warum ist ein starkes Europa essenziell für die Zukunft Deutschlands und seiner Bürger? Wie können Themen wie Digitalisierung und Infrastrukturausbau effektiv vorangetrieben werden? Ein besonderes Augenmerk legt der Podcast darauf, die Leistungen und Beiträge der Piraten im Europaparlament hervorzuheben – insbesondere die Tatsache, dass der einzige Piraten-Abgeordnete eine beeindruckende Anzahl von Anträgen gestellt hat, die mit den Beiträgen aller fünf FDP-Abgeordneten zusammen vergleichbar ist. Dies unterstreicht die aktive und effektive Rolle, die die Piratenpartei auf europäischer Ebene spielt. „Let’s talk about Europe“ möchte auch das Bewusstsein für die Bedeutung der Europawahl schärfen, eine Wahl, die oft im Schatten anderer politischer Ereignisse steht, aber von entscheidender Bedeutung für die Gestaltung der Zukunft des Kontinents ist. Wir laden Dich ein, Teil dieser spannenden Reise zu sein. Höre zu, diskutiere mit, und lass uns gemeinsam über die Zukunft Europas sprechen.
- Der Club ist besser als vor einem Jahr – Nürnberger Sporttalk
Herzlich willkommen zum neuesten Nürnberger Sporttalk auf The Nuremberg Times! Theo Deinlein und Kevin Kienle nehmen diesmal die jüngsten Leistungen des 1. FC Nürnberg unter die Lupe. Trotz sechs Niederlagen und zwei Unentschieden in den letzten zehn Spielen erkennen sie eine klare Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Doch nicht nur über den FCN wird gesprochen – auch das hochkarätige Topspiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem FC Bayern München steht im Fokus. Erfahre alle Details und Analysen zu diesem packenden Duell der Bundesliga-Schwergewichte. Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf die bevorstehende Heim-Europameisterschaft in Deutschland. Mit der EM vor der Tür diskutieren wir die Erwartungen, Hoffnungen und Vorfreude der Fans auf dieses bedeutende Fußballereignis. Verpasse nicht die neueste Episode des Nürnberger Sporttalks, in der wir über spannende Entwicklungen im Fußball diskutieren und uns auf die aufregende Zukunft des Sports freuen! Der „Nürnberger Sporttalk“ beleuchtet nicht nur die Spieltagswochenenden des 1. FC Nürnberg, sondern widmet sich auch anderen Vereinen und Initiativen aus dem Sportbereich Nürnbergs. Diese vielfältige Zusammenstellung sportlicher Themen verknüpft das Lokale mit dem Sportlichen und bietet somit eine unterhaltsame Perspektive auf die Sportlandschaft Nürnbergs.
- Zukunft der Lieferdienste: Wären Drohnenlieferdienste wie in Shenzhen auch in Nürnberg möglich?
Shenzhen: Pionierstadt der Drohnenlieferungen In der pulsierenden Metropole Shenzhen, einem Vorreiter der technologischen Innovation, wird die Zukunft der Essenslieferung neu definiert. Nicht mehr gebunden an die Unwägbarkeiten des städtischen Verkehrs, steigen Lieferungen buchstäblich in den Himmel – durch den Einsatz von Drohnen. Meituan, eine der führenden Lieferplattformen Chinas, treibt diese Entwicklung voran und transformiert die Art und Weise, wie Menschen ihre Mahlzeiten empfangen. Dieser Artikel taucht ein in die Welt der Drohnenlieferungen in Shenzhen, einer Stadt, die als Testfeld für eine Zukunft dient, in der Technologie und Alltagsleben Hand in Hand gehen. In Shenzhen, China, sind Essenslieferungen per Drohne zu einem festen Bestandteil des Alltags geworden, ein Meilenstein in der urbanen Logistik und Technologie. Meituan, Chinas führende Lebensmittellieferplattform, hat diesen innovativen Lieferservice maßgeblich vorangetrieben. Die Stadt Shenzhen, bekannt für ihre fortschrittliche Technologieindustrie und als einer der Spezialwirtschaftszonen Chinas, bietet ein ideales Umfeld für die Entwicklung und Expansion von Drohnenlieferdiensten. Dank der unterstützenden Regulierungspolitik auf nationaler und lokaler Ebene hat Meituan seine Drohnenlieferexperimente hauptsächlich in Shenzhen durchgeführt, wobei Shanghai kürzlich als neuer Standort für die Erprobung hinzugekommen ist. Technische Innovationen und Sicherheitsmaßnahmen Meituan hat technische Anpassungen vorgenommen, um die Sicherheit seiner Drohnen in städtischen Gebieten zu gewährleisten, wie z. B. die Entwicklung stabilerer Flügelkonstruktionen für starke Winde und eines eigenen Navigationssystems, das auf Computersehen basiert, um schwache GPS-Signale zwischen Gebäuden zu ergänzen. Im Februar erhielt das Unternehmen eine Lizenz für kommerzielle Drohnenlieferungen in städtischen Gebieten, ein Zeichen der Anerkennung durch die chinesische Luftfahrtbehörde. Das Vertrauen der Anwohner vollständig zu gewinnen, wird jedoch ein längerer Prozess sein. Der Drohnenlieferdienst von Meituan hat bereits mehr als 100.000 Lieferungen in Shenzhen durchgeführt und ist ein Paradebeispiel für die Kombination aus menschlicher und automatisierter Arbeit. Sobald ein Auftrag eingeht, holt ein Mensch das Essen beim Restaurant ab und bringt es zur Startplattform. Dort wird das Essen in eine Box verpackt und an die Drohne übergeben, die dann eine vorbestimmte Route zu einem Abholkiosk fliegt. Dieses System ermöglicht eine genaue Vorhersage der Lieferzeit, was bei traditionellen Lieferdiensten nicht immer der Fall ist. Wie könnte dieses Konzept in Nürnberg aussehen? Angenommen, ein ähnliches Konzept würde in Nürnberg, einer Stadt mit einer reichen Geschichte und einer wachsenden Technologiebranche, eingeführt, könnte es die Essenslieferindustrie revolutionieren. In den dicht bebauten Stadtteilen und entlang der historischen Straßen könnten Drohnenlieferungen die Effizienz steigern und die Lieferzeiten verkürzen. Pickup-Kioske könnten strategisch in der Nähe von Wohngebieten, Bürokomplexen und Universitäten platziert werden, um eine schnelle und sichere Abholung zu ermöglichen. Die Herausforderung bestünde darin, die Drohnentechnologie an die spezifischen städtischen Bedingungen und den Denkmalschutz anzupassen, um eine harmonische Integration in das Stadtbild zu gewährleisten. Nürnbergs starke Infrastruktur für Forschung und Entwicklung könnte als Basis für die Einführung und Weiterentwicklung der Drohnenlieferdienste dienen, ähnlich wie in Shenzhen. Herausforderungen und Chancen Die Implementierung eines Drohnenlieferdienstes in einer historisch bedeutsamen Stadt wie Nürnberg stellt zweifelsohne Herausforderungen dar, insbesondere in Bezug auf den Schutz des kulturellen Erbes und die Integration in das bestehende Stadtbild. Dennoch bietet es die einmalige Chance, Tradition und Fortschritt zu vereinen, indem historische Werte respektiert und gleichzeitig innovative Lösungen für die Bedürfnisse der modernen Gesellschaft bereitgestellt werden. Schritte zur Akzeptanz und Nachhaltigkeit Für den Erfolg solcher Projekte ist eine enge Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung, Technologieunternehmen und den Bürgern entscheidend. Transparente Kommunikationskanäle, öffentliche Demonstrationen und Informationskampagnen können dazu beitragen, Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Datenschutz zu adressieren und das Vertrauen in die neue Technologie zu stärken. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Nachhaltigkeit. Durch die Reduzierung des Bedarfs an bodengebundenen Lieferfahrzeugen könnten Drohnenlieferungen dazu beitragen, Verkehrsstaus zu verringern und Emissionen zu senken, was im Einklang mit den Zielen der Stadt Nürnberg für eine grünere und nachhaltigere Zukunft steht. Die Vision für Nürnberg könnte beispielhaft zeigen, wie sich urbane Räume an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts anpassen, indem sie innovative Technologien einführen, die das tägliche Leben erleichtern und gleichzeitig die Umwelt schonen. Während der Weg dorthin mit technischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen gepflastert sein mag, könnte die erfolgreiche Umsetzung von Drohnenlieferungen in Nürnberg ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte städtischer Innovationen aufschlagen und als Blaupause für Städte weltweit dienen, die den Schritt in eine technologisch fortschrittliche Zukunft wagen möchten.
- Neueröffnung des EDEKA Stengel am Ludwigsplatz bereichert Nürnbergs Innenstadt
Die Einzelhandelslandschaft Nürnbergs erhält einen bedeutenden Zuwachs: Der brandneue EDEKA Stengel am Ludwigsplatz öffnet seine Türen. Mit modernen Einkaufskonzepten, einem umfassenden Sortiment und einem besonderen Augenmerk auf regionale Produkte setzt der neue Markt Maßstäbe in Sachen Lebensmitteleinkauf in der Nürnberger Innenstadt. Der Zugang ist direkt über den U-Bahnhof „Weißer Turm“ und über die Rolltreppe im C&A möglich. Die Eröffnungsfeier lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher an, die gespannt waren, das frische Marktlayout und die vielfältigen Angebote zu entdecken. Geschäftsführerin Lara Stengel, langjährige Kennerin des Lebensmitteleinzelhandels, betonte die Bedeutung des Standorts und das Engagement des Marktes, den Kundinnen und Kunden ein einzigartiges Einkaufserlebnis zu bieten. „Bei uns finden unsere Kunden alle Zutaten für ein feines Leben“, erklärte Lara Stengel gegenüber The Nuremberg Times. Der neue Markt besticht durch seine großzügigen Räumlichkeiten und ein helles, einladendes Ambiente. Auf einer Verkaufsfläche von über 2.000 qm2 Quadratmetern finden Kundinnen und Kunden ein breites Sortiment an frischen Lebensmitteln, darunter Obst und Gemüse, Käse, Fleisch- und Wurstwaren, mit extra Käsetheke, Backwaren sowie eine große Auswahl an veganen und vegetarischen Produkten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung regionaler Erzeuger, deren Produkte prominent im Markt präsentiert werden. Die Kundinnen und Kunden können zudem von innovativen Services profitieren, wie beispielsweise einem modernen Selbstbedienungskassenbereich, dass das Einkaufen noch komfortabler und schneller gestaltet. Außerdem gibt es einen innovativen Roboter, der auf Wunsch frische Kaffeespezialitäten, Vitamindrinks und Mocktails zubereitet. Zusätzlich bietet der EDEKA Stengel regelmäßige Verkostungen und Veranstaltungen an, um die Gemeinschaft zu stärken und das Bewusstsein für hochwertige, regionale Lebensmittel zu fördern. Die Neueröffnung des EDEKA Stengel am Ludwigsplatz ist nicht nur eine Bereicherung für die Einkaufsmöglichkeiten in der Nürnberger Innenstadt, sondern auch ein Bekenntnis zum lokalen Handel und zur Förderung der regionalen Wirtschaft.
- Zentrum hat Zukunft: Stadt Nürnberg startet Initiative für die Innenstadt (Zukunftsinitiative Innenstadt 2030)
Die größte Fußgängerzone Europas ist in die Jahre gekommen und muss sich neu erfinden. Online-Handel, veränderte Bedürfnisse, veraltete Bausubstanz und demografischer Wandel sind disruptive Entwicklungen, die ein neues Innenstadtkonzept erfordern. Die Verantwortlichen der Stadt Nürnberg, allen voran Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin Frau Dr. Andrea Heilmaier und Baureferent Daniel F. Ulrich, treiben mit einem eigens dafür geschaffenen Team die Zukunftsinitiative Innenstadt. Um die neuen Rahmenbedingungen und Anforderungen zu begegnen, werden Händler, Wirte, Dienstleister, Verbände und Eigentümer aktiv eingebunden und der Wandel gemeinsam gestaltet. Die Zukunftsstrategie wurde im Oktober 2019 vom Stadtrat beschlossen, dann folgte unerwartet die Pandemie, die eine neue Priorisierung der Pläne einforderte. Die Gastronomie hat per Sondernutzungsrecht Freiflächen zugesprochen bekommen, die sie bewirten konnten, damit sich Menschen unter freiem Himmel trotz Pandemie treffen konnten. Der Online-Handel hat den Kaufhäusern und Einzelhändlern ohnehin schon zugesetzt. Spätestens infolge der Pandemie mussten viele ihr Geschäft in der Innenstadt aufgeben. Besonders eindrücklich zeigen sich die Leerstände heute noch in der Breiten Gasse, der prominenteste Fall ist das ehemalige Kaufhof-Gebäude in der Königstraße, für das die Stadt inzwischen ein Auswahlverfahren gestartet hat.. Deshalb ist die Neugestaltung dieser Einkaufsmeile in der Priorität nach oben gerutscht. Noch vor der Sommerpause wird die Arbeitsgemeinschaft um Frau Dr. Heilmaier und Herrn Ulrich einen Plan zum Umbau der Breiten Gasse in den Stadtrat einbringen, sodass mit den Arbeiten noch im Jahr 2024 begonnen werden kann. Die wesentlichen Baumaßnahmen sehen einen neuen Pflasterbelag, nach dem Vorbild der Luitpoldstraße, vor. Es wird in der Mitte der Gasse ein Streifen entsiegelt und Sickerfläche geschaffen, nach dem Konzept der Schwammstadt. In heißer werdenden Sommern schaffen diese Sickerflächen eine Abkühlung durch Verdunstung. Um diese Flächen herum werden Begrünung und Sitzmöglichkeiten entstehen. So wird aus einer reinen Einkaufsmeile eine Innenstadt zum Verweilen. Die Leerstände werden daher neben kleineren Boutiquen vor allem durch Gastronomie befüllt, wobei die Gastronomie wesentlich diverser wird. Trendfood, moderne Cafés, Foodtrucks und Healthy-Food ergänzen die klassische Gastronomie in der Fußgängerzone. Das Café Beer ist eines der ersten Gastronomiebetriebe, die die Freifläche in der Gasse nach dem Zukunftskonzept der Stadt nutzen wird. Um Ostern herum wird das Café mit einer Attraktion Besucherinnen locken, nämlich einem zwei Meter hohen Schokoosterei aus der hauseigenen Konditorei. Zwischen den Leerständen haben sich bereits neue Boutiquen eingemietet, beispielsweise die „Ere Studios“ und der Herrenausstatter „Bottega del sarto“. Ein Leerstand sticht dem Fußgänger besonders ins Auge: das ehemalige Schuhgeschäft „Laiser“. Bei dem Leerstand handelt es sich um eine Baustelle, die seit Monaten, aufgrund von Insolvenz nicht fortgeführt werden kann. Hierbei sind der Stadtverwaltung die Hände gebunden, weshalb kein Fortschritt erzwungen werden kann. Dennoch wird die Stadt versuchen, die platzraubende Bauabsperrung einzugrenzen. Ein Aushängeschild für den Erfolg der Nürnberger Innenstadt ist die Karolinenstraße mit ihren namhaften Kaufhäusern und Geschäften. Im Jahr 2023 wurden allein in dieser Einkaufsmeile 12 Millionen Besucher gezählt. Ein neuer Rekord! Ein besonderes Aushängeschild der Karolinenstraße ist der Flagship-Store von Thalia, welcher im Jahr 2023 aufwändig neugestaltet wurde. Die Geschäftsführerin von Thalia in Nürnberg, Sabine Janßen, ist zudem Vorstandsmitglied des Vereins „Erlebnis Nürnberg“ und beteiligt sich aktiv bei der Neugestaltung der Innenstadt. Ein weiteres neues Spektakel können die Besucher der Innenstadt ab dem 27. Januar bis zum 3. März 2024 am Hauptmarkt bestaunen und erleben. Dort wird über die Wintermonate eine Eislauffläche installiert. „Gemeinsam mit Partnern sowie dem Schul- und Sportreferat schaffen wir durch die Nürnberger Winterwelt einen zusätzlichen Anziehungspunkt im Herzen der Altstadt“, sagt die Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin. „Eine lebendige Innenstadt ist kein Selbstzweck – Das plurale Miteinander der Stadtgesellschaft findet dort statt, wo sich Menschen treffen“, unterstreicht Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich. Die Innenstadt der Zukunft bietet einen Mix aus Einkaufen, Gastronomie, Freizeit, Tourismus, Wissenschaft, Bildung, Arbeiten und Wohnen. Kurz zusammengefasst: Die Innenstadt ist für alle da.
- Hawks Nest: Staffel 2 Auftakt – Nürnberg Hawks’ Aufstiegsambitionen und Neuausrichtung
Willkommen zur aufregenden zweiten Staffel von „Hawks Nest“ auf The Nuremberg Times, dem ultimativen Podcast für alle Anhänger der Nürnberg Hawks und Football-Fans! In dieser Eröffnungsfolge begrüßen wir Saskia, eine prominente Stimme in der Community, um einen tiefen Einblick in die Entwicklungen des Teams zu geben. Wir starten mit einem Rückblick auf die packende letzte Saison, einschließlich des dramatischen Playoff-Spiels gegen die Passau Pirates. Erfahrt, wie die Nürnberg Hawks sich neu aufstellen – von umfangreichen Personalwechseln über die Neuausrichtung des Trainerstabs bis hin zu den ambitionierten Zielen des Vereins. Die Vorbereitungen für die neue Saison stehen im Fokus, und wir diskutieren die Aufstiegsambitionen, die das Team und die Fans gleichermaßen begeistern. Neben den internen Entwicklungen der Hawks, werfen wir auch einen Blick auf die regionale Football-Szene. Erlebt mit uns die Highlights der Fränkischen Football Initiative, darunter das aufsehenerregende Spiel der Munich Ravens im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg. Außerdem nehmen wir euch mit zur Super-Bowl Watchparty im Five Diner und geben einen Ausblick auf die kommenden NFL-Spiele. Seid dabei, wenn wir die Szene beleuchten, Trends analysieren und mit spannenden Gästen sprechen. Abonniert „Hawks Nest“ auf The Nuremberg Times und seid Teil der Community, die ihre Leidenschaft für Football lebt und atmet. Verpasst keine Episode der zweiten Staffel, in der es um mehr geht als nur ums Spiel – es geht um Herz, Hingabe und die Zukunft der Nürnberg Hawks.
- Integration: Zwischen Anwerbeabkommen und moderner Einwanderungspolitik
Was ist „Integration“? „Integration“, ein Begriff voller Missverständnisse, um dessen Deutungshoheit gerungen wird. Wer entscheidet, ob und wann ein Mensch mit Migrationsgeschichte integriert ist? Alle und niemand, jedoch nur in einer perfekten Welt. Der Begriff der Integration hat sich seit der nachkriegsdeutschen Einwanderungsgeschichte gewandelt. Mit den Anwerbeverträgen, um Gastarbeiter in das Land zu holen, kamen Individuen, die sich in eine Arbeitsgesellschaft eingefügt, aber nicht in einem kulturellen Sinn integriert haben. Es war zu dieser Zeit auch kein langfristiger Plan vorhanden, wie mit Migration umzugehen ist. Nachdem Familien nachgezogen, in Deutschland sesshaft geworden sind und deren Nachkommen mit Deutsch als Muttersprache aufwachsen, kommen die ersten Fragen zur Integration auf. Nach wie vor zieht es Menschen nach Deutschland. Sei es aus existenzieller Not, weil sie durch Krieg bedroht sind oder aus wirtschaftlichen Gründen und Perspektivlosigkeit im Heimatland. Zudem ringt die Wirtschaft heute wie damals, zu Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders, wieder um Fach- und Arbeitskräfte, auch aus dem Ausland. Einwanderer, Geflüchtete und Asylsuchende treffen heute auf eine vielschichtige, multikulturelle Gesellschaft, die sich vor allem in Ballungsräumen zeigt. Mit dem Begriff „Integration“ wird der Prozess der Einbeziehung eines oder mehrerer Menschen in eine bestehende Gruppe von Menschen beschrieben[1]. Deshalb erscheint die Frage, was Integration eigentlich ist, uninteressant. Vielmehr ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Integration ausschlaggebend. Verpasste Chancen und politische Bemühungen Im Windschatten des Wirtschaftswunders werden die sogenannten Anwerbeabkommen beschlossen. Damit kommen die ersten „Gastarbeiter“ nach Westdeutschland. Im selben Zeitraum wirbt auch die DDR um Arbeiter aus dem befreundeten Ausland. Der erste Anwerbevertrag wird 1955 mit Italien ratifiziert, gefolgt von Spanien und Griechenland im Jahr 1960. Zu dieser Zeit leben etwa 280.000 ausländische Arbeiter in Deutschland. Es folgen die Türkei, Marokko, Portugal und Tunesien, mit welchen bis 1965 ebenfalls Anwerbeverträge ausgehandelt werden. In diesem Jahr wird ein aus dem Jahre 1938 stammendes Gesetz, die „Ausländerpolizeiordnung“, durch das „Gesetz über die Einreise und den Aufenthalt von Ausländern im Bundesgebiet“ (kurz: Ausländergesetzt) abgelöst. Das Ausländergesetz enthält noch keine Regelung zur Einwanderung. Das ist die erste verpasste Chance[2]. Anfang der 70er Jahre werden die Bedingungen für die Verlängerung des Aufenthalts von Ausländern erleichtert und Arbeiter, die sich schon länger in der BRD aufhalten, holen ihre Familien nach, da es für sie feststeht, nicht mehr dauerhaft in das Heimatland zurückzukehren. Ende der 70er Jahre, also fast 20 Jahre nach den ersten Anwerbeabkommen, reift die Erkenntnis in Form des ersten Berichts aus dem Amt des Ausländerbeauftragten (Heinz Kühn), dass es sich bei „Gastarbeit“ faktisch um Einwanderung handelt. Anstatt die Integration zu einem wichtigen gesellschaftlichen Thema zu erheben, verläuft sich die Politik in Maßnahmen, wie das „Rückkehrförderungsgesetz“ aus dem Jahr 1984, in dem Migranten ein finanzieller Anreiz für die Rückkehr geboten wird, mit ausbleibendem Erfolg. Eine weitere verpasste Chance. Mit der europäischen Integration in den 1990er Jahren, in Form des Schengener Durchführungsabkommens, werden für die Unterzeichnerstaaten Belgien, Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden einheitliche Regelungen der Kontrolle der Außengrenzen sowie vereinheitlichte Visa-Vorschriften beschlossen. Im selben Zeitraum wird das Ausländergesetz um die Regelung zur Einbürgerung erweitert und mehr Rechtssicherheit für Zuwanderer ermöglicht. Im Maastrichter Vertrag vom 1. November 1993 wird die Asylpolitik zu einer gesamteuropäischen Angelegenheit erklärt. Mit dem Dubliner Übereinkommen (1997) und Amsterdamer Vertrag (1999) wird die Asyl- und Migrationspolitik auf europäischer Ebene konkretisiert. Zur Jahrtausendwende liefert die nach Rita Süssmuth benannte Kommission Vorschläge und Maßnahmen zu einer verbesserten Zuwanderungsgesetzgebung. Die Arbeit der Kommission verhallt in innerparteilichen Grabenkämpfen der CDU. Eines stellte die Arbeitsgemeinschaft um Frau Süssmuth dennoch klar: „Deutschland ist ein Einwanderungsland“[3]. „Deutschland ist ein Einwanderungsland“ In den Nuller Jahren wird die Migrationsdebatte durch die Anschläge des 11. September 2001 mitgeprägt. Ressentiments über muslimische Migranten sind im gesellschaftlichen Diskurs allgegenwärtig, bis heute. Infolge des Terrorakts werden die Sicherheitsmaßnahmen beim internationalen Personenverkehr immens verschärft. Nach heftigen politischen Auseinandersetzungen folgt zu Jahresbeginn 2005 das neugeschriebene Zuwanderungsgesetz, das das Ausländerrecht im Wesentlichen erneuert und Angebote und Pflichten für Zuwanderer beschreibt. 2006 folgt das Antidiskriminierungsgesetz mit dem Ziel "Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen". Die Integrationsgipfel in den Jahren 2006 und 2007 wurden Pläne ausgearbeitet, um „Integrationsinitiativen des Bundes, der Länder, der Kommunen und der Bürgerinitiativen auf eine gemeinsame Grundlage zu stellen“[4]. Der Arabische Frühling versetzt die arabische Welt, beginnend mit Tunesien (ab dem Ende des Jahres 2010), in Aufruhr. Vor allem sind es junge Menschen, die der autokratischen Politik ihrer Führer etwas entgegensetzen wollen. Sie kämpfen gegen Unterdrückung und für soziale Gerechtigkeit. In diese Gemengelage mischt sich das Aufkommen des Islamischen Staates und es kommt zu Bürgerkriegen. Am schlimmsten eskaliert die Lage in Syrien und löst enorme Flüchtlingsströme und eine bis heute anhaltende Migrationskrise in Europa aus. Dort suchen sie Asyl und sie kommen auch mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. In Deutschland treffen die Flüchtlinge auf eine Gesellschaft, die sie mehrheitlich mitfühlend und offen aufnimmt. Im Jahr 2014 hat Deutschland mit 32 Prozent (202.700 Menschen) die meisten Flüchtlinge in der europäischen Union aufgenommen. Um der Bevölkerung Mut und Zuversicht zuzusprechen, spricht die damalige Bundeskanzlerin in der Bundespressekonferenz am 31. August 2015 die berühmten Worte „Wir schaffen das“. Sie werden zum Leitbild der Willkommenskultur einer weltoffenen und solidarischen Gesellschaft. Jedoch ist die Gesellschaft in Bezug zur Willkommenskultur gespalten. Infolge der Migrationskrise entstehen Bewegungen, wie PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes),die unverhohlen islamfeindliche und rassistische Parolenbeschwören. Sie finden in Teilen ihre politische Heimat in der Partei Alternative für Deutschland (AfD), die sich von einer Euroskeptischen zu einer offen rassistischen und europafeindlichen Partei entwickelt hat. Im Jahr 2023 kommt die Partei im bundesweiten Umfragetrend auf über 20 Prozent. In den ostdeutschen Bundesländern, wie Thüringen gibt sie in Umfangen die stärkste Kraft. Im Deutschlandtrend vom 13.10.2023 ist für 44 Prozent der Deutschen das Thema Zuwanderung und Flüchtlinge das wichtigste politische Problem. Migration und Integration hängen stark miteinander zusammen. Die Akzeptanz der Mehrheitsgesellschaft gegenüber Migranten ist eine der Voraussetzungen für gelungene Integrationspolitik. Bekenntnis zum Einwanderungsland Deutschland ist faktisch seit dem ersten Anwerbeabkommen aus dem Jahr 1955 zu einem Einwanderungsland geworden und entwickelt sich seit der europäischen Integration in den 1990er Jahren zu einem modernen Einwanderungsland, das das Thema Integration politisch und gesellschaftlich zu seinen wichtigen Prioritäten zählt. Allerdings liefert das Thema Migration und Integration viel Zündstoff für politische Debatten. Ängste und Ressentiments werden regelmäßig in Wahlkämpfen geschürt, um Stimmen, vor allem im konservativ-bürgerlichen Lager, zu gewinnen. Gerade in der Amtszeit der Ampelregierung seit 2021 ist die Oppositionsarbeit bestimmt durch das Thema Migration und Integration. So sprach Friedrich Merz (CDU) Anfang des Jahres 2023 infolge derSilvesterkravallevon den „kleinen Paschas“, um junge, vor allem muslimische Männer in eine Schublade zu stecken. Ende September 2023 machte Herr Merz mit der Schilderung über abgelehnte Asylbewerber, die sich die Zähne in Deutschland richtigen lassen und so den deutschen Patienten die Termine beim Zahnarzt wegnehmen, von sich reden. Mit Begriffen, wie Asyl- und Sozialtourismus, wird die deutsche Sprache zu einem Instrument, um Ressentiments zu nähren. Diese Begriffe stammen nicht von rechten Parteien, sondern von der Union (CDU und CSU). Das ist sehr bedauerlich, da sie ihren Rückhalt im konservativ-bürgerlichen Lager nutzen sollte, um aufzuklären und Integration zu fördern und den Souverän nicht in die Arme rechter Parteien zu treiben. Die Umfragen im Jahr 2023 zeigen, dass die Union zwar Boden gut machen kann, aber auch der AfD zu einer gefestigten Größe in der Parteienlandschaft verhilft, da offener Rassismus kein Tabu mehr ist. Die Ampelregierung hat die Arme zur Zusammenarbeit mit der Union ausgestreckt, um zumindest die Asylgesetzgebung zu reformieren. Auch wenn der Asylkompromiss auf europäischer Ebene ausgehandelt und beschlossen wird, ist der Rückhalt der Gesellschaft in den einzelnen Nationalstaaten wichtig[5]. Die Zusammenarbeit aus Regierung und Opposition (die AfD ausgenommen) würde die Akzeptanz in der Breite der Gesellschaft stärken. Beim Bekenntnis zum Einwanderungsland ist der Dialog zwischen Politik und Gesellschaft dringend notwendig. Das Thema ist viel zu wichtig, um es für Parteitaktik auszuschlachten. Die Heinrich-Böll-Stiftung, die der Partei Bündnis 90/Die Grünen nahesteht, plädiert für ein Integrationsministerium. Migrationspolitik untersteht dem Innenministerium und wird daher stets aus einem ordnungspolitischen Blickwinkel betrachtet. Was dabei auf der Strecke bleibt, ist der Dialog zu den Bürgerinnen und Bürgern und damit die Akzeptanz in der Breite der Gesellschaft, dass Integration nur in einer beidseitigen Annäherung zwischen deutschstämmiger und migrantischer Bevölkerung gelingen kann. Die heute vorherrschende Situation führt zu bizarren Prozessen. Ausländerbehörden sind gleichermaßen für Asylsuchende sowie für eingewanderte Fachkräfte zuständig. Es sind teilweise dieselben Sachbearbeiterinnen und -bearbeiter. Auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Angelegenheiten von Ausländern einzugehen ist so kaum vorstellbar[6]. Deutschland ist faktisch ein Einwanderungsland und mit dem Zuwanderungsgesetz aus dem Jahr 2005 bekannte sich auch die deutsche Politik parteiübergreifend dazu. Dieser überparteiliche Konsens geriet durch die steigenden Flüchtlingszahlen, spätestens seit der Merkel-Rede 2015, aus dem Fugen. Neue Anstrengungen sind notwendig, um einen ehrlichen Umgang mit den Fragen rund um Flucht, Migration, Fach- und Arbeitskräftemangel und Integration zu ermöglichen. Reguläre und irreguläre Migration In Deutschland und Europa wird Migration in der öffentlichen Debatte häufig als Problem dargestellt, das es zu lösen gilt. Hierbei geraten die Chancen durch eine gut gemanagte Migrationspolitik in den Hintergrund. Eine Differenzierung zwischen regulärer und irregulärer Migration ist wichtig, um die Herausforderungen und Chancen durch Migration anzugehen. Zu lange schon sehen Deutschland und andere Länder der Europäischen Union dabei zu, wie das Asylsystem, das eine großartige Errungenschaft freiheitlicher Demokratien - in Deutschland im Grundgesetz verankert - ist, durch Migration aus verschiedensten Ursachen ausgehöhlt wird. Das Völkerrecht sieht eine klare Trennung zwischen Menschen, die sich aus eigenem Antrieb in Bewegung setzen und denjenigen, die zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen werden. Erstere werden als Migranten bezeichnet. Werden Menschen zur Flucht gezwungen, sei es durch Krieg oder durch politische Verfolgung, handelt es sich um Flüchtlinge. Migranten werden auch diejenigen Personen bezeichnet, die als ausgebildete Arbeiterinnen und Arbeiter ins Land kommen. Deshalb ist beispielsweise der Softwareentwickler aus Indien, der für ein Startup in Berlin arbeitet, ebenfalls ein Migrant. Dabei handelt es sich um Arbeitsmigration, die sowohl vom Ursprungsland als auch vom Zielland organisiert und durch ein Visum legitimiert wird. In diesem Fall spricht man von sogenannter „Regulärer Migration“. Das Problem muss deshalb auf die irreguläre Migration, also die Migration ohne Visum und meist in Verbindung mit einem Asylverfahren, eingegrenzt werden. Damit Migranten nach Ankunft in Europa nicht in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden, bietet das Asylverfahren eine Chance auf ein Bleiberecht. Solange das Verfahren läuft, dürfen die Asylbewerber nicht am Arbeitsmarkt aktiv werden. Es vergehen oft Monate oder Jahre bis ein Asylverfahren abgeschlossen ist[7]. Nur wenn das Herkunftsland als sicher eingestuft ist, gibt es keine Chance auf Asyl[8]. Erst nach neun Monaten dürfen Asylbewerber einer Arbeit nachgehen, wenn sie in einer Aufnahmeeinrichtung gemeldet sind. Irreguläre Migration einzugrenzen, zu steuern und das kriminelle Schleusergeschäft einzudämmen, gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Europäischen Migrationspolitik. Das erscheint aus humanitärer Sicht nur schwer vertretbar, allerdings gerät hierzulande die breite Akzeptanz für eine offene und zukunftsweisende Migrationspolitik ins Abseits, wen Migration in großen Teilen irregulär erfolgt. Europa braucht internationale Kooperationspartner bei der Steuerung von Flüchtlings- und Migrationsströmen. Die EU-Türkei-Flüchtlingsvereinbarung ist in dieser Hinsicht als Erfolg anzusehen. Auch wenn die Vereinbarung Mängel hat und beispielsweise in Griechenland unter den großen Herausforderungen zu illegalen Pushbacks kam, muss die EU an diesem Abkommen festhalten, dieses stetig verbessern und mit weiteren sicheren Herkunftsländern außerhalb der EUR Flüchtlingsabkommen schließen. Die größten Profiteure der aktuellen Situation sind rechte Parteien, die in ganz Europa auf dem Vormarsch sind. Um unsere eigene freiheitliche Demokratie zu bewahren, muss eine Neuordnung der Migrationspolitik erfolgen. Migration und Integration als Wohlstandsfaktor In Deutschland steigen die Zahlen unbesetzter Arbeitsstellen seit Jahren stetig an. 2011 lag die Zahl offener Stellen bei 466.288. Anfang 2024 sind 760.608 Arbeitsplätze unbesetzt, wobei diese Zahl 2022 über 800.000 lag und aufgrund einer abkühlenden Weltkonjunktur etwas gefallen ist, nachdem sie über 10 Jahre stetig angestiegen war (siehe Abbildung 2). Migration bietet die Chance diese Lücke an Arbeitskräften zu füllen. Dafür muss Migration gemanagt werden. Arbeitsfähige und qualifizierte Migranten müssen zügig einer Ausbildung oder einer Arbeitsstätte zugeführt werden. Optimalerweise geschieht das bereits im Herkunftsland über entsprechende Verfahren. Gegner dieser Migrationspolitik führen an, deutsche Arbeitslose für unbesetzte Stellen zu vermitteln. Dabei werden Zwangsmaßnahmen als legitimes Mittel angeführt. Hierbei übersehen die Befürworter einer restriktiven Migrations- und Sozialpolitik, dass nicht jede Person auf jede Stelle passt. Wird bei offenen Stellen eine hohe Fachkenntnis vorausgesetzt oder handelt es sich um eine stark körperliche Tätigkeit, schränkt es das Bewerberfeld bereits ein. Bei Dauerbeziehern von Grundsicherung und Langzeitarbeitslosen herrschen häufig multiple Vermittlungshemmnisse vor[9]. Hinzukommt, dass mehr als die Hälfte der als arbeitslos gemeldeten Menschen in Deutschland keine Berufsqualifikation vorweisen kann, die auf offene Stellen passen. Deshalb kommen für Arbeitslose meist nur Helfertätigkeiten infrage, mit denen sich ein Lebensunterhalt kaum bestreiten lässt. Das entkräftet ebenfalls das Argument, das meist aus dem rechten Parteienspektrum angeführt wird, dass Zwangsmaßnehmen gegen Bürgergeldbezieher zum Erfolg führen. Knapp 780.00 Bürgergeldbezieher gehen einer geregelten Arbeit nach und müssen auf das gesetzliche Existenzminimum mittels Bürgergeld aufstocken. Bei knapp 3,9 Millionen Leistungsempfängern von Arbeitslosengeld II ist das eine relevante Größe von ca. 20 %. Nicht nur der Arbeitsmarkt bietet Potentiale für eine gute Migrationspolitik. Durch das Zusammentreffen verschiedener Kulturen entstehen Ideenaustausch, kulturelle Diversität und Vielfalt. International agierende Unternehmen setzen schon seit vielen Jahren auf Diversität, die neben unterschiedlicher Herkunft von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auch die Vielfalt unterschiedlichster Lebensentwürfe in der Belegschaft als unschätzbare Bereicherung für die Arbeitgebermarke ansehen. Migrantinnen und Migranten übernehmen zudem häufig Tätigkeiten, die hierzulande unbeliebt sind. Von Paketboten, über die Putzkraft bis hin zu ambulanten Pflegediensten sind meist nicht deutscher Herkunft. Da Zugewanderte Personen jung sind, meist unter 30, senken sie das Durchschnittsalter der Bevölkerung und wirken der demografischen Alterung der Gesellschaft entgegen. „Migration trägt zu Wohlstand, Innovation und nachhaltiger Entwicklung bei.“ Laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung trägt Migration zu Wohlstand, Innovation und nachhaltiger Entwicklung bei. Studien bestätigen, dass durch Zuwanderung der Handel zwischen Herkunfts- und Zielland gesteigert wird. Weitere Studien zeigen eine gesteigerte Anzahl an Patentanträgen als eine Folge von qualifizierter Zuwanderung[10]. Schlusswort Eine Mehrheitsgesellschaft, die darüber richtet, ob ein Individuum oder eine Gruppe von Individuen sich in eine bestehende Gruppe eingegliedert hat, ist keine Integration. Die deutsche Bevölkerung steht vor der Aufgabe Migrantinnen und Migranten sowie deren Nachkommen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Die Ausbildungs- und Arbeitsstätte ist der wichtigste Hebel Menschen, die nach Deutschland einwandern, schnellstmöglich und erfolgreich zu integrieren. In der Politik braucht es Mutige Menschen, die sich trauen das Thema in die Breite der Zivilgesellschaft zu tragen. Trotz der Kritik an der politischen Herangehensweise und Kommunikation, ist Deutschland ein modernes Einwanderungsland, das seine Herausforderungen bei der Integration von zugewanderten Menschen angeht. Eine Vielzahl an Ehrenamtlichen, Nicht-Regierungsorganisationen und Jugendeinrichtungen leisten einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag, Barrieren abzubauen. Von der Sprache bis zu Verhaltensweisen. Von der Unterbringung bis zur Erziehung. Auch Schulen, Universitäten und Arbeitsstätten sind essenziell für die Integration von Migrantinnen und Migranten. Es sind es Orte der Begegnung, die Vorbehalte abbauen und Integration ermöglichen. [1] Ulf Over, „Was ist eigentlich ‚Integration‘? Definition aus der Perspektive eines Einwanderungslandes“, Blog, Uni-Bremen Blogs Website, 2018, https://blogs.uni-bremen.de/integration/2018/05/03/was-ist-eigentlich-integration/. [2] Bundeszentrale für politische Bildung, „Chronik ‚Migrationsgeschichte und Integrationspolitik in Deutschland‘“, 30. November 2007, https://www.bpb.de/lernen/angebote/grafstat/projekt-integration/134770/chronik-migrationsgeschichte-und-integrationspolitik-in-deutschland/. [3] Andrea Dernbach, „Von Rita Süssmuth zu Enver Simsek: Was Deutschland in 20 Jahren lernte - und was nicht“, Tagesspiegel, 9. September 2020, https://www.tagesspiegel.de/meinung/was-deutschland-in-20-jahren-lernte-und-was-nicht-5375104.html. [4]Bundeszentrale für politische Bildung, „Chronik ‚Migrationsgeschichte und Integrationspolitik in Deutschland‘“. [5] Carolin Born, „Wie die EU das Asylrecht verschärfen will“, 20. Dezember 2023, https://www.deutschlandfunk.de/eu-asylrechtsreform-flucht-migration-europa-100.html. [6] Karl-Heinz Meier-Braun, „Wir brauchen ein klares Bekenntnis zum Einwanderungsland“, 13. Juni 2018, https://heimatkunde.boell.de/de/2018/06/13/wir-brauchen-ein-klares-bekenntnis-zum-einwanderungsland. [7] Beate Krol, „Asyl – wer darf bleiben?“, 25. April 2020, https://www.planet-wissen.de/geschichte/menschenrechte/fluechtlinge/asyl-wer-darf-bleiben-100.html. [8] dpa, „Wer kommt, wer darf bleiben?“, 3. Oktober 2023, https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/zuwanderung-deutschland-116.html. [9] Bundesagentur für Arbeit, „Arbeits- und Fachkräftemangel trotz Arbeitslosigkeit“, 1. August 2022. [10] Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, „Entwicklungsorientierte Migration: Menschen in den Mittelpunkt rücken“, 11. Juli 2023, https://www.bmz.de/de/themen/migration#lexicon=22064.
- Nürnbergs Zukunft im Blick: OB König über Stadtentwicklung und gesellschaftliche Verantwortung – TimesInsight
In dieser spannenden Folge von TimesInSight begrüßen wir den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Marcus König. Zum Jahresbeginn werfen wir einen Blick auf die Entwicklungen und Herausforderungen, die Nürnberg im kommenden Jahr erwarten. Ein Kernthema ist die prekäre Situation der Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof und deren Auswirkungen auf die Innenstadt, insbesondere auf das Schicksal des Karstadts. Wir diskutieren, warum die Stadt Nürnberg begrenzte Einflussmöglichkeiten hat, ähnliche Geschäfte zu verhindern, und welche Pläne für die Breite Gasse bestehen. Darüber hinaus teilt Marcus König seine persönlichen Highlights für das Jahr in Nürnberg, einschließlich der zukünftigen Entwicklungen rund um das Volksbad in Gostenhof. Ein weiteres wichtiges Thema der Episode sind die aktuellen Correctiv-Recherchen, die aufdecken, dass hochrangige Mitglieder der AFD, der Werteunion und rechtsextreme Gruppen die Abschiebung von Millionen Mitbürgern, einschließlich deutscher Staatsbürger, planen. Oberbürgermeister König spricht darüber, wie wir als Gesellschaft solchen Entwicklungen entgegenwirken und die Wiederholung der Geschichte verhindern können. Verpasse nicht diese aufschlussreiche und tiefgehende Diskussion über die Zukunft Nürnbergs und die Rolle, die wir alle in der Gestaltung einer gerechteren Gesellschaft spielen.










