Warnstreik Nürnberg: Sperrungen in der Südstadt am Montagmorgen
Das Wichtigste in Kürze
Am Montag, 9. November 2026, ziehen zwischen 9 und 11.30 Uhr drei angemeldete Demonstrationszüge durch die Nürnberger Südstadt; Anlass sind laut Polizei anstehende Warnstreiks.
Die Schlusskundgebung findet an der Frankenstraße/Ulmenstraße, Ecke Markgrafenstraße, statt.
Die Frankenstraße wird ab der Pillenreuther Straße, die Ulmenstraße ab dem Dianaplatz vollständig gesperrt.
Das Polizeipräsidium Mittelfranken erwartet nachhaltige Beeinträchtigungen für den Autoverkehr und den öffentlichen Nahverkehr.
Wer am Montagmorgen durch die Nürnberger Südstadt fahren will, muss mit Sperrungen rechnen. Am 9. November 2026 ziehen zwischen 9 und 11.30 Uhr drei angemeldete Demonstrationszüge zur Ulmenstraße, wie das Polizeipräsidium Mittelfranken am Freitag, 6. November, mitteilte. Die Versammlungen stehen nach Angaben der Polizei im Zusammenhang mit anstehenden Warnstreiks. Für den Individualverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr rechnet die Polizei mit nachhaltigen Beeinträchtigungen.
Welche Straßen sind beim Warnstreik in Nürnberg gesperrt?
Die drei Aufzüge starten an unterschiedlichen Punkten im Nürnberger Süden und laufen alle in der Ulmenstraße zusammen. Die Polizei nennt folgende Routen:
Route I: Gugelstraße – Markgrafenstraße – Ulmenstraße
Route II: Winter-Günther-Straße – Vogelweiherstraße – Ulmenstraße
Route III: Zweibrückener Straße/Jaeckelstraße – Nopitschstraße – Dianaplatz – Ulmenstraße
Entlang dieser Strecken kommt es laut Polizei zu Verkehrssperrungen. Die Abschlusskundgebung ist an der Frankenstraße/Ulmenstraße, Ecke Markgrafenstraße, geplant. Dafür werden die Frankenstraße ab der Kreuzung mit der Pillenreuther Straße und die Ulmenstraße ab dem Dianaplatz für den Verkehr komplett gesperrt.
Was die Polizei Autofahrern und Fahrgästen rät
Das Polizeipräsidium Mittelfranken bittet alle Verkehrsteilnehmer, den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen und den Bereich nach Möglichkeit zu umfahren. Wie lange die einzelnen Sperrungen genau dauern, geht aus der Mitteilung nicht hervor; genannt ist der Zeitraum von 9 bis 11.30 Uhr für die Aufzüge.
Für Bus und Bahn spricht die Polizei von Beeinträchtigungen durch die Sperrungen. Ob und wie Linien der VAG umgeleitet werden, nennt die Mitteilung nicht. Dass Busse und Bahnen selbst bestreikt werden, geht aus ihr ebenfalls nicht hervor. Wer am Montagvormittag in der Südstadt unterwegs ist, sollte sich vor der Fahrt bei der VAG über aktuelle Änderungen informieren.
Wer ruft zum Warnstreik auf?
Welche Gewerkschaft zu den Warnstreiks aufruft und welche Betriebe beteiligt sind, nennt die Polizei nicht. Zeitlich fällt der Termin mit der dritten Verhandlungsrunde in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie zusammen: Die IG Metall Bayern und der Arbeitgeberverband vbm treffen sich nach Angaben der Gewerkschaft am Montag, 9. November, in München. Für den Verhandlungstag hat die IG Metall Bayern Warnstreiks in mehreren bayerischen Städten angekündigt, die größte Kundgebung erwartet sie in Ingolstadt. Ob die Nürnberger Aufzüge dazugehören, ist damit nicht bestätigt.
In Nürnberg hatten nach Angaben der IG Metall Bayern bereits am Freitag, 6. November, rund 10.000 Beschäftigte aus mehr als 30 Betrieben um 11 Uhr die Arbeit niedergelegt. Genannt werden unter anderem Standorte von Robert Bosch, MAN Truck & Bus, Siemens, Siemens Energy und Diehl. Spät- und Nachtschichten fielen demnach komplett aus.
Worum es in der Metall-Tarifrunde geht
Die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie endete am 1. November 2026. Die IG Metall fordert nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur einen Tarifvertrag mit einem Jahr Laufzeit und 5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber bieten demnach eine Einmalzahlung von 1 Prozent des Bruttojahresgehalts für das kommende Jahr und eine Erhöhung um 1,3 Prozent für 2028 an.
Horst Ott, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagte vor der dritten Runde: „Wir werden sehen, ob die Arbeitgeber einen konstruktiven Lösungsweg mit uns einschlagen wollen.“ vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt forderte laut dpa „weniger Klassenkampfrhetorik, weniger Streiks und dafür mehr Lösungswillen“.
Was offen ist
Offen ist, wer die Nürnberger Aufzüge angemeldet hat, welche Betriebe beteiligt sind und mit wie vielen Teilnehmenden die Polizei rechnet. Auch konkrete Umleitungen für Busse und Straßenbahnen sind bislang nicht bekannt. Ob nach der Verhandlungsrunde in München weitere Warnstreiks folgen, ist ebenfalls offen. Weitere Meldungen aus der Stadt finden Sie in der Rubrik Nürnberg.
Grundlage: Pressemitteilung Nr. 939 des Polizeipräsidiums Mittelfranken vom 6. November 2026, Mitteilung der IG Metall Bayern vom 6. November 2026, Bericht der Deutschen Presse-Agentur vom 6. November 2026. Eigene Einordnung.
Titelbild: Straßenbahnhaltestelle Frankenstraße in der Nürnberger Südstadt (Aufnahme von 2008) – Achates / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0





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