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Galeria Nürnberg: Investorensuche lässt Zukunft der Filiale offen

vor 11 Stunden
3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Warenhauskette Galeria hat am 2. Oktober 2026 zum vierten Mal in sechs Jahren Insolvenz beantragt; das Amtsgericht Düsseldorf hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet.

  • Seit dem 16. Oktober 2026 sucht Galeria offiziell nach einem oder mehreren Investoren, begleitet von der Beratungsfirma Roland Berger.

  • Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus prüft jedes der 83 Warenhäuser auf seine Wirtschaftlichkeit. Welche Häuser schließen, ist offen.

  • In Nürnberg betreibt Galeria noch ein Warenhaus: das Haus an der Lorenzkirche in der Königstraße 14.


Für das Galeria-Warenhaus an der Nürnberger Lorenzkirche beginnt eine Phase der Ungewissheit: Der insolvente Warenhauskonzern hat am Freitag, 16. Oktober 2026, die Suche nach Investoren offiziell gestartet. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Unternehmenskreise und eine Informationsveranstaltung für die Beschäftigten. Ob das Haus in der Königstraße zu den Standorten gehört, die ein Käufer übernehmen will, ist offen.


Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus lässt nach diesen Angaben jede Filiale auf ihre Wirtschaftlichkeit prüfen. Galeria betreibt bundesweit 83 Warenhäuser mit 11.250 Beschäftigten; der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter.


Was über die Galeria-Insolvenz bekannt ist

Galeria hat den Insolvenzantrag am 2. Oktober 2026 beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt (Aktenzeichen 502 IN 258/26). Es ist der vierte Antrag innerhalb von sechs Jahren. Das Gericht ordnete ein vorläufiges Insolvenzverfahren an und setzte den Düsseldorfer Rechtsanwalt Frank Kebekus als vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Kebekus hatte Galeria bereits in den Verfahren 2020 und 2022 als Sachwalter begleitet.


Eigentümer von Galeria sind seit Sommer 2024 die US-Investmentfirma NRDC und eine Holding des Unternehmers Bernd Beetz. Die Gewerkschaft Verdi und Fachleute haben ihnen nach dpa-Angaben vorgeworfen, zu wenig in die Häuser investiert zu haben.


Wie die Investorensuche abläuft

Die Beratungsfirma Roland Berger begleitet die Suche nach einem oder mehreren Käufern. Parallel verhandelt Kebekus nach dpa-Informationen mit der US-Investmentfirma Gordon Brothers über die Finanzierung des laufenden Geschäfts. Gordon Brothers hatte Galeria bereits im Juni eine Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro eingeräumt, die mit Waren besichert ist. Wichtig ist die Finanzierung vor allem für Bestellungen vor dem Weihnachtsgeschäft.


Der Gesamtbetriebsrat zeigte sich nach einem Gespräch mit Kebekus vorsichtig optimistisch. Er wünscht sich Eigentümer, die sich langfristig an das Unternehmen binden.


Was die Galeria-Insolvenz für Nürnberg bedeutet

In Nürnberg ist nach dem Filialverzeichnis des Unternehmens nur noch ein Galeria-Warenhaus in Betrieb: Galeria Nürnberg an der Lorenzkirche, Königstraße 14.


Nach Informationen der Nürnberger Nachrichten arbeiten in den Galeria-Häusern in Nürnberg und Erlangen zusammen rund 250 Menschen. Wie viele davon auf das Nürnberger Haus entfallen, geht aus diesen Angaben nicht hervor. Eine Aussage des Unternehmens zur Zukunft einzelner Standorte gibt es bislang nicht.


Bekommen die Beschäftigten Insolvenzgeld?

Kebekus hat nach dpa-Angaben Insolvenzgeld beantragt; darüber entscheidet die Bundesagentur für Arbeit. Die Löhne von rund 25 Millionen Euro im Monat sollen über eine Bank vorfinanziert werden. Anfang Oktober war unklar, ob Insolvenzgeld überhaupt gezahlt werden kann, weil das Amtsgericht Essen die Planüberwachung aus dem vorigen Verfahren noch nicht aufgehoben hatte. Die Planüberwachung betrifft nach Angaben des Fachdienstes FashionToday jedoch nicht die Betreibergesellschaft Galeria S.à r.l. & Co. KG.


Häufige Fragen zu Galeria in Nürnberg

Schließt Galeria in Nürnberg?

Das steht nicht fest. Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus prüft jedes der 83 Warenhäuser, auch das Haus an der Lorenzkirche in Nürnberg. Welche Standorte schließen, ist laut dpa noch offen.


Wie viele Galeria-Filialen gibt es in Nürnberg?

Nach dem Filialverzeichnis von Galeria gibt es in Nürnberg ein Warenhaus: Galeria Nürnberg an der Lorenzkirche, Königstraße 14.


Hat Galeria in Nürnberg geöffnet?

Ja. Der Geschäftsbetrieb läuft während des vorläufigen Insolvenzverfahrens weiter.


Was offen ist

  • Ob ein Investor das Nürnberger Warenhaus übernehmen will und bis wann eine Entscheidung fällt.

  • Wie viele Beschäftigte genau im Haus an der Lorenzkirche arbeiten.

  • Wie sich die Stadt Nürnberg und der Eigentümer der Immobilie zur Zukunft des Standorts äußern.

  • Ob die Bundesagentur für Arbeit das beantragte Insolvenzgeld bewilligt.


Weitere Berichte aus der Wirtschaft der Region finden Sie in der Rubrik Wirtschaft.



Titelbild: Eingang des Warenhauses an der Lorenzkirche in Nürnberg, noch mit dem früheren Schriftzug „Karstadt“ – The Nuremberg Times

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