Tannhäuser: Opernhaus Nürnberg zeigt Wagner als Albtraum
Mit Richard Wagners romantischer Oper hat am 10. Oktober 2026 die erste Opernpremiere der Saison begonnen. Es ist zugleich die letzte Spielzeit von Generalmusikdirektor Roland Böer.
Das Wichtigste in Kürze
Das Staatstheater Nürnberg hat am 10. Oktober 2026 Richard Wagners „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ im Opernhaus Nürnberg neu herausgebracht.
Regie führt Barbora Horáková Joly, die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Roland Böer.
Gespielt wird die Wiener Fassung von 1875, auf Deutsch mit deutschen und englischen Übertiteln.
Bis zum 21. November 2026 stehen acht weitere Vorstellungen auf dem Spielplan.
Die Saison 2026/27 ist Roland Böers letzte in Nürnberg. Sein Nachfolger Killian Farrell übernimmt zur Saison 2027/28.
Das Staatstheater Nürnberg zeigt Richard Wagners „Tannhäuser“ in einer Neuinszenierung der Regisseurin Barbora Horáková Joly. Premiere war am Samstag, 10. Oktober 2026, im Opernhaus Nürnberg. Die Produktion unter der musikalischen Leitung von Roland Böer läuft bis zum 21. November 2026. Für die Staatsoper ist es die erste Opernpremiere der Spielzeit 2026/27.
Worum geht es in Wagners „Tannhäuser“?
Wagners romantische Oper erzählt von einem Sänger, der sich nicht zwischen zwei Welten entscheiden will. Auf der einen Seite steht der sinnliche Rausch im Venusberg, auf der anderen die Gemeinschaft der Minnesänger auf der Wartburg. Wagner verbindet darin antike Mythologie, die Sage vom Sängerkrieg und eine Heiligenlegende. Das Staatstheater Nürnberg beschreibt den Kern so: Ein Mensch sucht seinen Platz in der Gesellschaft und wird zwischen seinen Sehnsüchten zerrieben.
Wagner hat das Werk mehrfach überarbeitet. Daraus entstanden verschiedene Fassungen. Nürnberg spielt die Wiener Fassung von 1875.
Die Inszenierung von Barbora Horáková Joly
Die Regisseurin legt den Akzent auf das Extreme. Die Nürnberger Nachrichten fassten ihren Ansatz vorab als „Tannhäuser extrem“ zusammen. In Horáková Jolys Deutung wird die Oper zum Albtraum. Der Venusberg liegt dabei zwischen Naturraum, Märchen und Albtraum, und zwar so, wie Tannhäuser ihn erinnert. Diese Erinnerung spielt in der Inszenierung eine zentrale Rolle.
Das Bühnenbild stammt von Thilo Ullrich, die Kostüme von Annemarie Bulla. Sergio Verde verantwortet das Video, Thomas Schlegel das Licht. Dramaturgin ist Wiebke Hetmanek, die Choreinstudierung liegt bei Chordirektor Tarmo Vaask.
Besetzung der Premiere
Tannhäuser: Bryan Register
Elisabeth: Emily Newton
Venus: Anna Lapkovskaja
Wolfram von Eschenbach: Samuel Hasselhorn
Hermann, Landgraf von Thüringen: Seokjun Kim
Walter von der Vogelweide: Martin Platz
Biterolf: Wonyong Kang
Reinmar von Zweter: Nicolai Karnolsky
Ein junger Hirt: Veronika Loy
Es spielt die Staatsphilharmonie Nürnberg. In einzelnen Vorstellungen übernimmt Jochen Kupfer die Partie des Wolfram, so am 18. und 25. Oktober. Am 18. Oktober singt Sergei Nikolaev den Walter von der Vogelweide.
Wann läuft „Tannhäuser“ im Opernhaus Nürnberg?
Nach der Premiere stehen acht weitere Termine im Spielplan des Opernhauses Nürnberg (Stand: 11. Oktober 2026):
Sonntag, 18. Oktober 2026, 15.30 Uhr
Sonntag, 25. Oktober 2026, 17.00 Uhr
Donnerstag, 29. Oktober 2026, 18.00 Uhr
Mittwoch, 4. November 2026, 18.00 Uhr
Sonntag, 8. November 2026, 17.00 Uhr
Dienstag, 10. November 2026, 18.00 Uhr
Samstag, 14. November 2026, 18.00 Uhr
Samstag, 21. November 2026, 18.00 Uhr
Ein Abend dauert rund vier Stunden. Die Premiere lief von 18 bis 22 Uhr. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung.
Roland Böers letzte Saison in Nürnberg
Mit „Tannhäuser“ dirigiert Roland Böer eine große Wagner-Produktion in seiner Abschiedssaison. Böer ist seit der Spielzeit 2023/24 Generalmusikdirektor des Staatstheaters Nürnberg und Chefdirigent der Staatsphilharmonie Nürnberg. Mit dem Ende der Saison 2026/27 verlässt er das Haus.
Sein Nachfolger ist der irische Dirigent Killian Farrell, derzeit Generalmusikdirektor am Staatstheater Meiningen. Er beginnt zur Saison 2027/28. Farrell fällt damit in die Übergangsphase des Hauses: Für 2028 ist der Umzug in die neue Spielstätte in der Kongresshalle geplant.
Nach eigenen Angaben bietet das Staatstheater Nürnberg in der Saison 2026/27 mehr als 30 Premieren und fast 80 Konzerte. Es bezeichnet sich als Bayerns größtes Mehrspartentheater.
Einordnung: Wagner in Nürnberg
Die Stadt hat eine besondere Beziehung zu Wagner, nicht nur wegen der „Meistersinger von Nürnberg“. Eine frühere Nürnberger „Tannhäuser“-Produktion hatte im Oktober 1990 Premiere. Sie wurde von Christian Thielemann dirigiert, die Titelpartie sang Karl-Heinz Thiemann.
Die neue Produktion fällt in eine Umbruchzeit. Der Generalmusikdirektor wechselt, und das Opernhaus bereitet den Umzug in die Kongresshalle vor. Ob Horáková Jolys Albtraum-Lesart beim Nürnberger Publikum trägt, zeigen die kommenden Vorstellungen.
Häufige Fragen
Wann läuft „Tannhäuser“ in Nürnberg?
Das Staatstheater Nürnberg spielt Richard Wagners „Tannhäuser“ nach der Premiere vom 10. Oktober 2026 an acht weiteren Terminen im Opernhaus Nürnberg. Die letzte Vorstellung ist am 21. November 2026 (Stand: 11. Oktober 2026).
Wie lange dauert „Tannhäuser“ im Opernhaus Nürnberg?
Eine Vorstellung dauert rund vier Stunden, die Premiere lief von 18 bis 22 Uhr. Eine Werkeinführung beginnt jeweils 30 Minuten vor der Vorstellung.
Wo gibt es Karten für das Opernhaus Nürnberg?
Karten verkauft das Staatstheater Nürnberg über seinen Ticketservice. Ist ein Termin ausverkauft, können Sie sich auf eine Warteliste setzen lassen.
Welche Fassung von „Tannhäuser“ spielt Nürnberg?
Das Staatstheater Nürnberg spielt die Wiener Fassung von 1875, auf Deutsch mit deutschen und englischen Übertiteln.
Bildnachweis: Christine Dierenbach / Stadt Nürnberg
Transparenzhinweis: Die Redaktion hat die Premiere nicht besucht. Dieser Beitrag ist keine Kritik. Termine und Besetzungen stammen vom Staatstheater Nürnberg und von Konzertportalen, Stand 11. Oktober 2026. Kurzfristige Umbesetzungen sind möglich.





Kommentare