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Physiomed: Schnaittacher Gerätehersteller in Insolvenzverwaltung

vor 1 Stunde
3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Insolvenzgericht Nürnberg hat am 3. November 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung über die PHYSIOMED ELEKTROMEDIZIN AG aus Schnaittach angeordnet.

  • Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Nürnberger Rechtsanwalt Dr. Harald Schwartz.

  • Physiomed stellt seit den 1970er-Jahren Geräte für Elektro-, Ultraschall- und Stoßwellentherapie her und beschäftigt laut Firmenprofil rund 45 Menschen am Standort.

  • Ein Insolvenzverfahren ist damit noch nicht eröffnet, das Gericht prüft zunächst die Voraussetzungen.


Der Medizintechnik-Hersteller Physiomed aus Schnaittach im Landkreis Nürnberger Land steht unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Das Insolvenzgericht Nürnberg ordnete diese am Dienstag, 3. November 2026, um 15.30 Uhr auf Antrag der PHYSIOMED ELEKTROMEDIZIN AG an (Aktenzeichen IN 1692/26). Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Dr. Harald Schwartz aus Nürnberg.


Verfügungen des Unternehmens sind laut Bekanntmachung seither nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Verwalters wirksam. Das gilt ausdrücklich auch für das Einziehen offener Forderungen.


Was bedeutet die vorläufige Insolvenzverwaltung für Physiomed?

Mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung ist noch kein Insolvenzverfahren eröffnet. In dieser Phase soll das Vermögen des Unternehmens gesichert werden, während das Gericht prüft, ob ein Verfahren eröffnet werden kann. Der vorläufige Verwalter verschafft sich dabei in der Regel einen Überblick über die wirtschaftliche Lage. Die Geschäftsführung bleibt im Amt, kann aber ohne seine Zustimmung nicht mehr wirksam über das Vermögen verfügen.


Ob und in welchem Umfang der Geschäftsbetrieb in Schnaittach weiterläuft, geht aus der Bekanntmachung nicht hervor.


Wer ist Physiomed?

Die PHYSIOMED ELEKTROMEDIZIN AG hat ihren Sitz an der Hutweide in Schnaittach. Nach der Firmengeschichte der Physiomed Group wurde das Unternehmen 1973 als Medizintechnik-Dienstleister gegründet. 1975 folgten die ersten eigenen Elektrotherapiegeräte, 1986 das erste Ultraschalltherapiegerät, 1988 das System HIVAMAT für die sogenannte Tiefenoszillation. 1998 zog die Firma in neue Räume, seit 2001 ist sie eine Aktiengesellschaft.


Laut dem Firmenprofil bei Bayern International, der Außenwirtschaftsagentur des Freistaats, umfasst das Programm heute unter anderem Elektro- und Ultraschalltherapie, Vakuum-, Laser- und Stoßwellentherapie, Kälte- und Magnetfeldtherapie sowie Trainings- und Testsysteme. Dort sind für den Standort Schnaittach 45 Beschäftigte und ein Umsatz zwischen 10 und 50 Millionen Euro angegeben. Das Unternehmen liefert nach diesen Angaben in mehr als 80 Länder. Als Leitung nennt das Profil Dr. Jens Reinhold.


Teil der Physiomed Group

Seit 2023 tritt Physiomed gemeinsam mit den Marken proxomed und ERGOFIT als Physiomed Group auf. proxomed wurde 1986 gegründet und ist auf Geräte für die ambulante Rehabilitation spezialisiert, ERGOFIT stellt Ergometer und Trainingsgeräte her. Ob die Insolvenz auch andere Gesellschaften der Gruppe betrifft, geht aus der Bekanntmachung nicht hervor.


Weitere Insolvenzen in der Region

Physiomed reiht sich in eine Serie von Insolvenzen in der Metropolregion Nürnberg ein. In den vergangenen Wochen hatten unter anderem der Neumarkter Schreibgeräte-Hersteller e+m Holzprodukte und der Hallstädter Zulieferer Maschinenbau Leicht Insolvenz angemeldet. Weitere Meldungen finden Sie in der Rubrik Wirtschaft.


Häufige Fragen

Ist Physiomed insolvent?

Für die PHYSIOMED ELEKTROMEDIZIN AG in Schnaittach hat das Insolvenzgericht Nürnberg am 3. November 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Ein Insolvenzverfahren ist damit noch nicht eröffnet; das Gericht prüft zunächst, ob die Voraussetzungen dafür vorliegen.


Wer ist Insolvenzverwalter bei Physiomed?

Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Nürnberger Rechtsanwalt Dr. Harald Schwartz. Verfügungen des Unternehmens sind nur noch mit seiner Zustimmung wirksam.


Was offen ist

Was zur Zahlungsunfähigkeit geführt hat, wie es für die Beschäftigten weitergeht und ob Kundinnen und Kunden mit Einschränkungen bei Service und Ersatzteilen rechnen müssen, ist offen. Eine Stellungnahme des Unternehmens oder des vorläufigen Insolvenzverwalters lag bis zum Mittwochmorgen nicht vor.

Grundlage: Insolvenzbekanntmachung des Insolvenzgerichts Nürnberg vom 3. November 2026 (Az. IN 1692/26, wiedergegeben hier), Firmenprofil bei Bayern International, Firmengeschichte der Physiomed Group. Eigene Einordnung.


Titelbild: Behandlung mit einem Stoßwellentherapie-Gerät, Symbolbild – Julius Toltesi / Unsplash, Unsplash-Lizenz

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