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Iran-Krieg: USA greifen laut Regierungskreisen Insel Keschm an

vor 10 Stunden
3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA haben nach übereinstimmenden Medienberichten am Montag, 2. November 2026, Ziele auf der iranischen Insel Keschm in der Straße von Hormus angegriffen.

  • US-Regierungsvertreter, die anonym bleiben wollten, sprachen von begrenzten, „defensiven“ Schlägen; offiziell bestätigt hat Washington die Angriffe bislang nicht.

  • Die iranische Nachrichtenagentur Irna meldete fünf Explosionen kurz nacheinander auf der Insel.

  • Angaben zu Schäden oder Opfern liegen nicht vor.


Im Iran-Krieg haben die Vereinigten Staaten nach Berichten mehrerer US-Medien Ziele auf der iranischen Insel Keschm angegriffen. Das Wall Street Journal meldete den Angriff vom Montag, 2. November 2026, unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Auch die Nachrichtenagentur AP und der Sender ABC News berichten unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsvertreter über die Schläge. Eine offizielle Bestätigung aus Washington gibt es bislang nicht.


Keschm ist die größte Insel in der Straße von Hormus, der Meerenge zwischen Persischem Golf und Golf von Oman. Nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA ist die Insel rund 135 Kilometer lang und etwa 1.200 Quadratkilometer groß.


Was über die US-Angriffe auf Keschm bekannt ist

Nach dem Bericht des Wall Street Journal, den ZDFheute zusammenfasst, folgte der Angriff auf mehrere begrenzte Schläge, die die USA in den vergangenen Wochen im Geheimen ausgeführt hatten. Einige Regierungsvertreter bezeichneten sie als „defensiv“. Sie sollten Iran daran hindern, Handelsschiffe in der Straße von Hormus ungehindert anzugreifen.


ABC News zitiert zwei US-Regierungsvertreter. Einer von ihnen sagte demnach, die Schläge seien eine Reaktion auf einen iranischen Angriff auf ein US-Flugzeug gewesen. Die Angriffe seien begrenzt und kein Zeichen für eine Rückkehr zu großen Kampfhandlungen. Anders als frühere Vergeltungsschläge seien sie deshalb nicht öffentlich gemacht worden.


Das US-Verteidigungsministerium verwies Anfragen an das zuständige Regionalkommando Centcom. Centcom reagierte laut ZDFheute zunächst nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.


Wie Iran über die Explosionen berichtet

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna meldete fünf Explosionen in schneller Folge auf Keschm, auch das iranische Staatsfernsehen berichtete über Explosionen. Einige Bewohner wollen laut ZDFheute zwei Flugzeuge am Himmel gesehen haben. Ob die Explosionen auf die US-Angriffe zurückgehen, lässt sich unabhängig nicht überprüfen.


Bereits am Montag hatte Iran nach Angaben von ABC News erklärt, zwei US-Aufklärungsdrohnen vom Typ RQ-170 abgeschossen zu haben. Ein US-Regierungsvertreter bezeichnete diese Darstellung als falsch.


Warum der Angriff die Verhandlungen belastet

Der Angriff fällt in eine Phase, in der Washington Fortschritte in der Diplomatie signalisiert hatte. US-Präsident Donald Trump schrieb laut ZDFheute auf seiner Plattform Truth Social über ein mögliches Abkommen mit Teheran: „Es könnte passieren!“ Vizepräsident JD Vance sagte: „Der Präsident und ich sind beide recht zuversichtlich, was die Aussichten auf eine mögliche Verhandlungslösung angeht.“ Die Ölpreise waren am Montag in Erwartung eines Kriegsendes um mehr als sieben Prozent gefallen.


Teheran hatte zuletzt mit harten Reaktionen gedroht. Der Oberste Führer Modschtaba Chamenei erklärte nach Berichten iranischer Staatsmedien vom 31. Oktober 2026 vor Militärkommandeuren: „Auf jede Art von Bedrohung muss eine sofortige, wirkungsvolle und geografisch uneingeschränkte Antwort folgen.“


Wie es zum Iran-Krieg kam

Der Krieg begann Ende Februar 2026 mit Angriffen der USA und Israels auf Iran. Iran blockiert seither weitgehend die Straße von Hormus und greift dort regelmäßig Schiffe an; die USA haben eine Seeblockade gegen iranische Häfen verhängt. Seit ein im Juni geschlossenes Abkommen gescheitert ist, stockt die Diplomatie. In den USA gilt der Krieg laut ZDFheute als unpopulär und als Schwachpunkt der Republikaner bei den Zwischenwahlen, die am 3. November 2026 stattfinden.


Was offen ist

Welche Ziele auf Keschm getroffen wurden, ob es Tote oder Verletzte gab und wie Iran reagieren wird, ist offen. Unklar ist auch, welche Folgen die Angriffe für die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges haben. Hintergründe zur Lage lesen Sie in unserem Beitrag „USA im Mehrfachstress: Wie Iran-Krieg, Innenpolitik und Wirtschaftskrise zusammenwirken“ und in der Rubrik Welt.


Titelbild: Satellitenaufnahme der Insel Keschm in der Straße von Hormus (Archivbild 2020) – enthält modifizierte Copernicus-Sentinel-Daten (2020), bearbeitet von ESA, Lizenz CC BY-SA 3.0 IGO

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