Montag, 5. Oktober 2026
Franken im Fokus, die Welt im Blick.
POLITIK IN NÜRNBERG · FRÜHERE AMTSTRÄGER
Dr. Andreas Urschlechter
Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg (1957–1987)
SPD (bis 1982) · Oberbürgermeister 1957–1987 · Stand: 29. September 2026

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
Dr. Andreas Urschlechter (SPD bis 1982) war von 1957 bis 1987 Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg; mit 30 Amtsjahren war er zuletzt dienstältester Oberbürgermeister einer bundesdeutschen Großstadt.
Er wurde am 17. November 1957 mit 57,5 Prozent erstmals gewählt und 1963, 1969, 1975 und 1981 wiedergewählt; 1969 erreichte er 67,4 Prozent.
In seine Amtszeit fielen der Baubeginn der U-Bahn 1967, die Einweihung des Nürnberger Hafens am Main-Donau-Kanal 1972 sowie der Bau des Stadtteils Langwasser, des Messezentrums und der Meistersingerhalle.
Urschlechter wurde am 2. März 1919 in Nürnberg geboren, war promovierter Jurist, ist seit 1987 Ehrenbürger der Stadt und starb am 19. April 2011 in Nürnberg.
Amtszeit und heutige Aufgaben
Andreas Urschlechter (SPD) wurde nach dem Tod von Oberbürgermeister Otto Bärnreuther am 17. November 1957 im ersten Wahlgang mit 57,5 Prozent zum Oberbürgermeister gewählt; damals war er der jüngste Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt. Zuvor war er seit 1946 im höheren Verwaltungsdienst der Stadt tätig und ab 1955 berufsmäßiger Stadtrat für Wiederaufbau, Wohnungs- und Grundstücksverwaltung. In seiner Amtszeit wurde der Wiederaufbau fortgeführt: Am 20. März 1967 begann der Bau der U-Bahn, 1972 war der Main-Donau-Kanal bis Nürnberg fertiggestellt und am 23. September 1972 wurde der Hafen eingeweiht. Es entstanden der Stadtteil Langwasser für 40.000 Menschen, das Messezentrum, die Meistersingerhalle und zahlreiche Schulen; das Südklinikum wurde begründet. Im Juli 1982 trat Urschlechter aus der SPD aus. 1987 ging er in den Ruhestand; der Stadtrat verlieh ihm einstimmig die Ehrenbürgerwürde.
Neben dem Oberbürgermeisteramt gehörte Andreas Urschlechter von 1958 bis 1982 dem Bezirkstag Mittelfranken an, von 1959 bis 1962 als dessen Präsident und ab 1962 als Vizepräsident. Von 1972 bis 1975 war er Vorsitzender des Bayerischen Städtetags (damals Bayerischer Städteverband). Er war Mitglied des Bayerischen Senats, des Präsidiums des Deutschen Städtetags und des ZDF-Fernsehrats sowie Vorsitzender des Deutschen Kanal- und Schiffahrtsvereins Rhein-Main-Donau. 2019 wurden zwei Brücken der Hafenstraße über die Südwesttangente und den Main-Donau-Kanal nach ihm benannt.
Lebenslauf und Werdegang
1929–1937: Melanchthon-Gymnasium Nürnberg
ab 1937: Studium der Rechtswissenschaften in Erlangen, München und Frankfurt am Main
1940: Promotion zum Dr. jur. mit der Dissertation „Das Baurecht der Stadt Nürnberg“
nach 1945: Rechtsanwalt
1946: Eintritt in den höheren Verwaltungsdienst der Stadt Nürnberg
1952: Eintritt in die SPD
1955–1957: berufsmäßiges Stadtratsmitglied (Wiederaufbau-, Wohnungs- und Grundstücksverwaltung), gewählt am 11. Mai 1955
1957–1987: Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, gewählt am 17. November 1957, wiedergewählt 1963, 1969, 1975 und 1981
1958–1982: Mitglied des Bezirkstags Mittelfranken, 1959–1962 Präsident, ab 1962 Vizepräsident
1958–1992: Vorsitzender des Deutschen Kanal- und Schiffahrtsvereins Rhein-Main-Donau
1967: Ehrensenator der Universität Erlangen-Nürnberg
1972–1975: Vorsitzender des Bayerischen Städteverbands (heute Bayerischer Städtetag)
1982: Austritt aus der SPD
1987: Ehrenbürger der Stadt Nürnberg
2019: Benennung zweier Brücken an der Hafenstraße nach Andreas Urschlechter
Wahlergebnisse
17. November 1957: 57,5 Prozent (132.219 Stimmen); Dr. Bencker (CSU) 42,5 Prozent
27. Oktober 1963: 60,4 Prozent (142.232 Stimmen); Dr. Zimmermann (CSU) 34,4 Prozent
28. September 1969: 67,4 Prozent (185.740 Stimmen); Preu (CSU) 27,6 Prozent; Wahlbeteiligung 84,5 Prozent (zusammen mit der Bundestagswahl)
12. Oktober 1975: 56,9 Prozent (126.336 Stimmen); Holzbauer (CSU) 40,5 Prozent
11. Oktober 1981: 53,7 Prozent (117.759 Stimmen); Holzbauer (CSU) 44,3 Prozent
Häufige Fragen zu Andreas Urschlechter
Wann war Andreas Urschlechter Oberbürgermeister von Nürnberg?
Andreas Urschlechter (SPD bis 1982) war von 1957 bis 1987 Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg. Mit 30 Amtsjahren war er beim Ausscheiden dienstältester Oberbürgermeister einer bundesdeutschen Großstadt. Im Juli 1982 trat er aus der SPD aus; 1987 wurde er Ehrenbürger der Stadt Nürnberg.
Wie hat Andreas Urschlechter bei den Oberbürgermeisterwahlen abgeschnitten?
Andreas Urschlechter (SPD) gewann alle fünf Oberbürgermeisterwahlen im ersten Wahlgang: 1957 mit 57,5 Prozent, 1963 mit 60,4 Prozent, 1969 mit 67,4 Prozent, 1975 mit 56,9 Prozent und 1981 mit 53,7 Prozent. Das Ergebnis von 1969 ist das beste eines Nürnberger Oberbürgermeisters nach dem Zweiten Weltkrieg.
Welche Projekte fallen in die Amtszeit von Andreas Urschlechter?
In der Amtszeit von Andreas Urschlechter (SPD) begann 1967 der Bau der Nürnberger U-Bahn, 1972 wurde der Hafen am Main-Donau-Kanal eingeweiht. Außerdem entstanden der Stadtteil Langwasser, das Messezentrum, die Meistersingerhalle und zahlreiche Schulen; das Südklinikum wurde begründet.
Wer war Nachfolger von Andreas Urschlechter?
Nachfolger von Andreas Urschlechter war Dr. Peter Schönlein (SPD). Urschlechter trat 1987 aus Altersgründen nicht mehr an. Schönlein verfehlte am 18. Oktober 1987 die absolute Mehrheit knapp und gewann die Stichwahl am 8. November 1987 mit 57,6 Prozent gegen Dr. Günther Beckstein (CSU).
Quellen
Stadt Nürnberg: Oberbürgermeister und Bürgermeister seit 1818
Haus der Bayerischen Geschichte: Biografie Dr. Andreas Urschlechter
Stadt Nürnberg: Liste der Ehrenbürger (PDF)
Stand: 29. September 2026. Alle Angaben stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen.
STECKBRIEF
PARTEI
SPD (bis 1982)
FRÜHERES AMT
Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg (1957–1987)
GEBOREN
2. März 1919
KONTAKT
AKTUELLE ARTIKEL
DATUM
Artikel mit dem Schlagwort der Person erscheinen hier automatisch
WEITERE PROFILE
